SKATEISTAN

Veröffentlicht February 24, 2012

Es gibt Menschen, und ich lüge nicht wenn ich behaupte, dass es meistens Australier sind, die haben keinen Kummer in der Welt. Sie haben nur unendlich viel Energie und den Drang, etwas zu tun. Ob es sinnvoll ist, ob es überhaupt funktioniert: völlig egal. Und die ganze Zeit hat man das Gefühl, dass sie es eigentlich nur so machen, weil es gerade eben aktuell ist. Wer scheitert, zieht weiter – too easy, mate. Meine Zeit in Australien hat mich auf jeden Fall einiges gelehrt, in Bezug auf das Leben. Auch da gibt es Spießbürgertum, auch da gibt es Ottonormalverbraucher. Aber seltsamerweise herrscht in diesem Volk so eine grundlegende Entspannung den Dingen gegenüber, die keine systematische Sicherheit dir geben kann. Ich mache dafür die Distanz und die unglaubliche Natur verantwortlich. Im Zweifelsfall können die auf ihre Bretter steigen und die Wellen surfen. Im Zweifelsfall können sie das ganze Jahr im Zelt schlafen, denn kalt wird es eh nicht. Ich habe keine Ahnung, wieso ich hier so hart über Australien und Australier philosophiere, aber es ist schon interessant zu sehen, dass die Macher von Skateistan Australier sind, und mit welchem Mindset sie an diese “Arbeit” gehen.

Skateistan, das ist ein Projekt, das Kindern in Afghanistan Skateboards näher bringen soll. So weit, so bizarr. In einem Land, das bis auf sein Mark erschüttert wurde, mit so unglaublich vielen kulturellen Hürden für Außenstehende, sollen nun Boards und Wheels die Kids begeistern? Auf verstaubten, bröckelnden Straßen, mit erschreckender Politik. Skateistan, der Film, dokumentiert die Reise der Macher und ihre Idee, einen Skatepark und eine Skateschule für die Kinder zu errichten. Gestern lief der Film in Berlin, und obwohl er keinen allzu großen Unterhaltungswert mit sich bringt, ist er sehr berührend. Er ist ein Einblick in die afghanische Geschichte, in die Kultur und auch ein bisschen in die Zukunft.

“Why Skateboarding? Because it works!” … der wichtigste Satz im Film, aber auch darüber hinaus. Diesen Kids könnte man alles beibringen, und jegliche Möglichkeiten geben, sie würden sie mindestens genauso enthusiastisch greifen. Wenn man nichts hat, nimmt man alles, was man kriegen kann. Und hier kommt vielleicht auch der altruistische, verrückte Australier ins Spiel, für den das Skaten so wichtig ist, dass er es weitertragen will. Mit Spaß und mit Lust. Und wer diese Kids dann beobachtet, der weiß: das ist richtig so, und es ist fantastisch.

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Girls On Tour

Veröffentlicht July 30, 2010

Auch wenn ich glaube dass Jungs beim Skaten cooler aussehen und weniger Verletzungsgefahr bergen: Flowerpower!!

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Life is a Skateboard

Veröffentlicht May 19, 2010

photo by rev dan cattNichts kann mich so fesseln und gleichzeitig entspannen wie ein Skate Video. Zwar hat mich meine eigene Karriere sehr früh schon im Stich gelassen (sie hörte abrupt auf, als ich “under the influence” mit hohen Absätzen einen Ollie machen wollte um eine Wette zu gewinnen. Der Ollie klappte, der Knöchel knackte), aber die Leidenschaft ist immer dageblieben. Die wirkt sich heute übrigens so aus, dass ich in den Ferien, die ich in Syrien verbringe, die alte, verstaubte PS meiner Cousins raushole und erstmal Tony Hawks Pro 4 einlege. Wenn ich heute noch Songs vom Soundtrack höre überschüttet mich Gänsehaut und ich bin plötzlich in die völlige Stille des hintersten Zimmers unserer Stadtwohnung versetzt, wo mich die Langweile eines heißen Sommers zum Zocken zwingt. Ich kann zwar nicht viel, aber THPS4 zerballer ich noch im Schlaf und mit zwei Fingern).

Und trotz des fetten “Talentfrei!”-Stempels auf meiner Wampe (ich wollte das erste Mädchen mit Profi-Karriere aus unserer Hood sein, dann fiel mir ein, dass meine Mutter Torte gebacken hatte und rannte eilig dem Fett hinterher, das mir heute das Sichtfeld nach unten versperrt) saß ich mindestens drei Sommer lang jeden Tag im Schatten der Quaterpipe, ließ mir die Sonne auf den Bauch brutzeln und beobachtete talentierte Jungs beim Posen, Tricksen und Spaß haben. Wir waren eine kleine, hängengebliebene Mongo-Teenager-Familie. Aber ohne den Skatepark wären wir nicht nur ein paar lärmende Kids gewesen, sondern auch Druffis, Dealer und kleine Arschlochkleptomanen. So wie die Typen, die eben nicht mit uns am Skatepark waren. That’s how we rolled.

An all das erinnert mich das folgende Video von zwei Typen aus Wisconsin, die eine wunderschöne Choreografie an Spaß hinlegen und mir so den Abend versüßt haben. Heute Nacht werde ich von schönen Skatedecks träumen.

Das fette Kind, die Musik und die letzte Aufnahme runden das Ganze nach meinem Geschmack ab. Und wo wir schon gerade dabei sind: mein absoluter Street-Parkour-Skater bleibt William Spencer. Einmal Orgasmus auf Skateboard, bitte. Purer Sex.

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