Tulpen & Mixtapes

Tulpen & Mixtapes

Tulpen & Bücher und Songs, die man seinen coolen Freunden nicht vorspielen kann, weil die sich sonst entsetzt den Kopf schütteln. Dass mein Fenster nach dem Putzen schlimmer aussieht als vorher und die Sonne sowieso nur bis 11 Uhr rein scheint, ist zwar schlimm. Aber wenigstens sind die Eichhörnchen auf dem Baum wieder da, und der Himmel bleibt blau.

Es war gut, den ganzen Winter über in düsteren Kellergewölben liegen zu bleiben. Der Frühling, oder zumindest diese klimatische Vortäuschung von Frühling (der Winter schlägt am 1. Mai zu), hat eine innere Reinigungsprozedur durchgeführt. Ganz viel kommt weg, weg, weg. Überschüssiger Krimskrams und Sachen, die prinzipiell hier rumliegen, ohne eine Existenzberechtigung zu haben. Dreck kommt weg. Wisst ihr noch, als ich viel Driss angehäuft habe, um am Ende die Einzelteile auszusuchen, die ich dann für immer behalte? Ich wünschte, es wäre so einfach. Aber im materiellen Sinne kann man sich ja dann doch auf Tulpen und saubere, wenn auch verschlierte Fenster im Frühling beschränken.

Meine Poesie hat hier ihr Ende gefunden. Ist auch besser für alle da draußen, die keinen Bock auf Geschwafel haben und im Deutsch LK schon genug waberig-langweile Literatur durchnehmen mussten. Dieser Artikel hätte auch “Kush & Sunshine” heißen können, aber ich überlasse die feinen Details meinem kitschigen Tulpenmixtape. Weil das alles so rührend hier war füge ich noch ein herzliches “FICKT EUCH ALLE” an. Man will ja nicht seine Roughness verlieren.

Und denkt dran, immer: der letzte Song ist der beste!

March 12th, 2014 Posted in Musik | Comments Off

THE XX // admiralspalast berlin

The XX haben Revolution gemacht. Teenager, die ein Rad neu erfunden haben: Pop-Musik. Ihre Stimmen im Vordergrund, minimalistischer Ansatz, sympathische Bandmitglieder. Der englische Bass, der sich durch den Zeitgeist zieht, wurde vor allem von diesen Kids in den Vordergrund gerückt. Und als auch ich endlich darüber hinweg sehen konnte – damals – dass sich “jeder Song gleich anhört”, war ich dankbar für so ein wohl konstruiertes Stück Kunst.

Mit Mount Everest hohen Erwartungen steppten wir sodann in den Admiralspalast, um das Konzert zum aktuellen Album – CoExist – zu sehen. Diese Erwartungen wurden übertroffen. Die Bühnenshow ist eine perfekte Komposition von Licht, Musik und Effekten. Der Admiralspalast – endlich Sitzplätze – bietet eine unglaublich schöne und passende Atmosphäre. Der Sound: einwandfrei. Atemberaubend, das kann ich sagen. Spätestens als Intro angespielt wurde, als einer der letzten Songs, gab es keinen Menschen mehr im Raum der nicht Gänsehaut und Ehrfurcht vor den Klängen verspürte. Wie demütig man sich hingeben kann, wenn alles stimmt.

Das war schon immer das schöne an The XX: sie müssen nicht übertreiben. Sie haben eine Rolle, die sie einhalten. Da wird nicht gejammt und auch nicht geeiert. Perfekte Choreografien gehören zu ihrer Show und zu ihrem Act und zu ihrer Musik dazu. Ich musste schmunzeln, weil ich automatisch an das Wort “Playback” dachte. Und auch auf dem neuen Album möchte man oft sagen, hach, Jamie, hättest du da nicht ein bisschen aufdrehen können? Aber eigentlich ist alles optimal so. Sphärisch und atmosphärisch, Musik, die in ihrem eigenen Limbo festhängt. Speaking of Jamie: der junge Mann an den Schaltknöpfen macht keine Fehler. Das XX Konzert im Admiralspalast: ein perfekt dirigiertes Set, zwischen Fine Arts und Pop gefangen, elitär, ohne verschlossen zu sein, geisterfüllend und einnehmend, ohne Coolness zu verlieren.

Und nur, um das noch mal gesagt zu haben: ICH hätte nicht gedacht, dass es so, SO gut wird. Heart Skipped A Beat.

September 5th, 2012 Posted in Berlin, Musik | 2 Comments »

Burial x Massive Attack

Was ist eigentlich mit diesem überkrassen Teil von Burial los? Was ist das für ein unfehlbares, perfekt komponiertes Stück der Vollendung, das mir hier zuteil wird? Welche übersinnlichen Kräfte haben auf Paradise Circus und in den Gehirnströmen von Burial wirken müssen, um mich in eine unwirkliche, außerkörperliche Trance zu befördern? Wenn Sinnlichkeit auditiv greifbar wäre, könnte man sie in diesem Song finden. Sie, mich und alle anderen Menschen, die die höhere Kunst der dunklen, vernebelten Stimmungsmusik wertschätzen können. Das geht übrigens mittlerweile auch Hand in Hand mit dem vollständigen Verzicht auf die gefährliche Nikotin-Teer-Mischung. Damals dachte ich noch, man müsse, um zur avant-garde zu gehören, mindestens rauchen können, besser noch drogenabhängig sein. Ich verzichte jetzt mal auf beides und befinde mich mit den anderen Trend-Spießern auf Höhe der grünen Rebellion.

Aber erstmal die Gänsehautattacke nach diesem Song überleben.

October 21st, 2011 Posted in Musik | 1 Comment »