FOUR PINS

Modeblogs sind ja in einem unsterblichen Klischee verhaftet. Kleines Mädchen möchte auch endlich Presse-Material erhalten und fotografiert sich selbst deshalb jeden Tag mit einer schlechten Kamera im Spiegel. Früher hätte man sich anständigerweise für Aufmerksamkeit geritzt, heute gibt es die von Trollen, Lustmolchen und PR-Agenturen nachgeschmissen. Wie dem auch sei: dass Mode anders gehen kann beweisen uns ein paar Jungs aus den USA: Four Pins.

““Tiré à Quatre Épingles” is an old French saying with a foggy etymology that dates back to Renaissance-era France. Literally translated, it means “held by four pins,” but the the figurative meaning is more like “well dressed,” “impeccable,” “of the best quality,””to the nines,” etc. You get the point. We didn’t expect you to know that, but now you do.”

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November 29th, 2012 Posted in Konsumbehindert | 1 Comment »

Del Boy – Wish Me Luck Mixtape

Was er macht ist nicht nur fresh, weil er alles mit seinem wunderbaren englischen Akzent besetzt. Es ist auch ziemlich fett, weil er kontemporären Hip Hop für seine Werke benutzt und den Beats von The Weeknd und Clams Casino einen neuen Anstrich liefert. Statt sich von Soca, Garage und Grime zu nähren oder in der Schatzkiste alter verstaubter Beats zu ertrinken, nimmt Del Boy eben das, was wir sowieso gerade hören. Was er gerade hört. A$AP Rocky und Kanye West spielen eine Rolle für ihn, das hört man heraus, ohne viel wissen zu müssen.

Alles ist noch sehr rudimentär, aber Del Boy hat unglaubliches Potenzial. Seine Lyrics sind ehrlich und roh ohne das Aufbauschen durch diesen Style-Scheiss, der einem immer noch am meisten Erfolg verspricht. Seine Lyrics lesen sich wie Gedichte, erst sein Flow bringt sie wirklich durch. Es gibt keine Wortspiele oder Hashtag-Raps, es gibt einfach nur so eine gewisse Authentizität, nur semi-gute Reime, aber unendliche Ozeane voller Möglichkeiten sie für sich zu erobern und zu verinnerlichen.

Trotz der Schwächen überzeugt er mich. Ich hoffe, dass neben ihm noch weitere junge englische Kids sich anstecken lassen. Hier geht’s zum Download von “Wish Me Luck”. Auch sein Debüt, “Even on Sundays”, ist nicht von schlechten Eltern. Ich kann einfach nicht aufhören damit, seine Tracks zu spielen. Mein persönlicher Held, mein kleiner Balsam für die Seele.

Ich hoffe, er wird eine gesunde Karriere haben. Und dann macht er ja auch die Videos für seine Kollegen. Und alle fahren diesen krassen Style… so entspannt und deep, zum verlieben schön. Vielleicht habe ich mich ja auch ein bisschen verliebt. Scheiss auf Bling Bling.

/Love Proof/
Pain and pleasure …….
I wonder what smart ass thought it`ll be cool to put those together
I hope that he knows he`s got main role in all the terror
and that he`s rule got me feeling unlike a normal fella
shit , my heart beats , my palms sweat
my brains full of memories which now are regrets
feeling indecisive and I don’t even like it
president of our situation, I feel betrayed by vices
how`d you do this , what you don’t love me no more
what you had a night out with friends and that’s what made you feel unsure
cause I recall I gave you comfort when you were insecure
gave you my hand before , but now you show me claws
lost in love, definitely lost in it
the old me would’ve brushed it off , but this new one seems too rigid
if it was someone else ill be the one saying just move on with it
but its two different things looking or being the image
…..and personally I fucking hate this painting
man , im tough shelled but a woman caused it breaking
so im picking up the pieces thinking I don’t fucking need this
telling my guys im over her but they fail to believe it
so do I , but then the months went by
getting thrown at a party is where I caught her by surprise
….but I don’t give a fuck so pour that dissy and that c-b in my paper cup
take it to the rim , in my drink I will swim
you were bad for my life , call it washing a sin
so I looked in the mirror and to myself I swore
that I will never open up to a girl anymore .

June 20th, 2012 Posted in Musik | Comments Off

POLO SPORT MASSENMORD

Mädchengangster, gefangen im Dualismus. Ein gutaussehendes Bündel wandelnder Widersprüche, Füße zu klein für Nikes, Frisur zu voluminös für kleine Skatergirl-Mützchen, Schenkel zu fett für Skinny Jeans und White Tee und Leopardeprintleggins. Aber ich scheiss auf die Authentittenzität, boy, ich bring Mitte nach Neukölln, Hood-Couture aus dem Altbau-Block am START, Kreuzberg Gentrification Light, schön in Residenzjogginghosenoutfit zu Katies Blue Cat ‘nen frischen Cappucino und einen Bagel mit Cream Cheese für 4 Euro und dem Ramschwarenhändler der zumachen muss noch mal Hallo sagen und wieder nichts kaufen, was es nicht auch bei Amazon mit Umsonstversand gibt! Ich höre auf meinem freshen iPhone Mobb Deep und laufe nachts um den Görlitzer Park herum, damit es mir nicht geklaut wird! Ich drehe meine Joints bereits vor der Party und verkauf sie für 3,40 an den englische Touristen! Ich hole mir eine Dauerkarte für’s Prinzenbad aber chill in Shirt und Jeans damit die türkischen Muttis mich nicht anspucken! Ich hol den besten Döner aus Kreuzberg ABER BITTE OHNE KNOBLAUCH UND OHNE ZWIEBEL ICH GEH NÄMLICH NOCH PARTY WALLAH! Junge, ich ficke dein Leben so hart und weine mich dann nachts in den Schlaf! Ich kaufe mir ein Skateboard und hänge es unter den Stuck im Wohnzimmer! Ich trage die Hose in den Socken damit sie sich nicht in meinen Single-Speed Speichen verheddert! ICH KAUF MIR EINEN SCHLAGRING UND TRAG IHN ALS ACCESSOIRE UM DIE FINGER! Ich pack Graffiti an Hauswände und lade meine Tags auf Facebook hoch! Ich trage Wal-Mart Pullover aus LA über meiner Bauchweg-Strumpfhose! ICH GEH ZU WATCH THE THRONE MIT EIN SITZPLATZTICKET! Ich weiß dass 2Pac lebt DAS HABE ICH IN MEINEM HIP HOP SEMINAR GELERNT! Ich häng im Block rum und lass ein Foto von mir für Instagram machen! VERSACE UND M.I.A. SIND GEIL! Ich sage LAK WALLAH wenn mich was nervt und meine Freunde geben mir Überprops für meinen breitgefächerten Multikulti-Hintergrund! Ich klau 10 Euro vom Nachttisch meiner Freundin UND GEBE SIE IHR ZURÜCK! OH Gott Deutschrap ist so TOT man aber ich hab Gästeliste für Cro Konzert lass ma hingehen! ICH KAUFE MIR EINE STURMMASKE FÜR DAS ODD FUTURE KONZERT UND HEBE SIE FÜR FASCHING AUF. Ich fahre einen roten Opel Astra Baujahr 97 und dreh THE CURE laut auf! Die Polizei macht Personenkontrolle und ich gebe ihm meinen Perso und sage DANKE LIEBER HERR KOMISSAR! POW, POW, POW!

February 24th, 2012 Posted in Gangster, Konsumbehindert | 5 Comments »

The Original Hipster

Fickt euch, meine Mutter hat mich damals schon zum Trendsetter gemacht. Ich hab MJ aufgelegt und die Leute tanzen lassen. Man, ohne mich wär Berlin heute nicht das, was es ist. REPRESENT.

Und JA, verdammt, DAS IST EIN TURTLES T-SHIRT!

(Nein, ich habe keine Erklärung dafür, wieso meine Mom mich damals so geil angezogen hatte. Ich weiß auch nicht, was die Schminke soll, und wieso ich so kurze Haare hatte, und nicht so fett war, wie ich immer dachte, das ich fett war (ich glaube, ich bin erst später fett geworden). Wie dem auch sei: es ist awesome. Und ich hoffe, eines Tages wieder zurück zu meinem Style zu finden. Alter. Meine Kinder werden so leiden.)

July 1st, 2010 Posted in Uncategorized | 23 Comments »

T-Post

Okay, hier ist etwas aus der Kategorie “Das ist innovativ (aber diesmal wirklich)”. T-Post nämlich ein T-Shirt Magazin. Ich meine, im wahrsten Sinne des Wortes: Ein T-Shirt Magazin.

T-Post T-Shirt

Alle sechs Wochen erhalten die Abonnenten des Magazines ein T-Shirt, das etwas thematisiert– eine Art visuelle Kolumne. Um es mal mit den Worten der Macher auszudrücken:

Offbeat news + graphic t-shirt = T-post, the world’s first wearable magazine. Every six weeks, subscribers receive a new t-shirt in the mail. News story on the inside. Artist interpretation on the front. All-around conversation piece.

Ziemlich coole Idee, oder? Eine Ausgabe, bzw. ein T-Shirt, kostet 19 € und kommt aus Schweden angeliefert. Jedes T-Shirt wird von einem anderen Designer gestaltet, jede Ausgabe behandelt ein anderes Thema, egal wie banal es erscheinen mag (think Vice meets LaFraise).

Schön ist auch der wirtschaftliche Gesichtspunkt hinter der ganzen Sache: Die T-Shirts sind nur in einer Limited Edition zu erhalten, d.h. es werden genau so viele T-Shirts gedruckt, wie auch Abonnenten “nachfragen”. Im Prinzip hat das Team von T-Post ein Marktgleichgewicht erschaffen, was in sonst so elitären Fashion-Design-Kreisen kaum vorhanden ist. Find ich gut. Ob sich das durchsetzt, bleibt nur zu hoffen (und wenn ich mir T-Shirts kaufen würde, dann würde ich da auch mitmachen. Aber ich hasse T-Shirts, weil ich dann beim Sitzen immer meinen schwabbeligen Bauch einziehen muss.).

T-Post gibt es wohl schon seit 2004, aber ich habe vorher noch nie von denen gehört. Die Idee stammt, wie könnte es auch sonst sein, aus Schweden. I approve of this.

October 1st, 2009 Posted in Uncategorized | Comments Off