DPS/SYD – Run Away

Es ist schwierig, sich in der Welt zu verlieren. Es ist anders als den Nat Geo Adventure Channel einzuschalten und den Abenteurern bei ihren Abenteuern zuzusehen. Ich beschwere mich nicht darüber; nicht mehr. Ich bin ein einfacher Tourist mit CO2 Fußabdrücken, einer dicken Kreditkartenrechnung und freue mich über kostenlose Business Class Upgrades und vielleicht werde ich niemals die Gelegenheit haben, in einen Zug ohne Final Destination zu steigen. Vielleicht werde ich nie das Gefühl haben, verloren zu sein, nie umgeben von der Unsicherheit der Wüste. Vielleicht war das mal so. Vielleicht gibt es Menschen, deren Leben daraus bestehen, von Kathmandu nach Bondi Beach zu jetten um zu surfen, zu tauchen, zu skydiven, zu fotografieren, zu skateboarden, zu leben und zu entdecken. Ich kann mit Sicherheit für die Existenz absolut hirnverstümmelter Goa-Spasten attestieren, klebengebliebene Insekten mit furchtbaren Frisuren und einem Faible für schlechtgedröhnten Psy-Jungle-Trance und ebenso schlechten Mushroomdröhnungen. Aber das sind keine Abenteurer, das sind Hobbyphilosophen, deren Wichtigtuerei auch Ghandi noch zum Genozid herausfordern könnten. Nukleare Wegbombung von 95% abrasierten Dreadlocks, eine neue Petition in meinem Namen, und glaubt mir, ich unterschreibe drei Mal.

Meine Reisehelden sind verrostet; meine idyllischen Reiseträume und -erwartungen und -illusionen verstaubt. Ich bin zu müde um mich darüber aufzuregen, denn ich habe jetzt schon sechs Tage am Stück damit verbracht, genauso flüssig zu scheissen wie zu trinken und ich bin zu paralysiert um mich darüber aufzuregen, weil ich nicht mehr an das Reisen glaube. Nicht mehr an die Romantik des Reisens. Ich glaube daran, dass es mir Spaß macht, Menschen an lauen Abenden bei rumgehenden Spliffs kennen zu lernen und meine Jokes zu formulieren. Ich glaube daran, dass ich es liebe, nicht zu wissen, was ich am nächsten Tag machen werde (insofern ich nicht tatsächlich reise). Ich muss nicht arbeiten und für die nächsten 2-3 Monate werde ich auch weiterhin nicht über das große Geld (oder eher die große Geldverlustigkeit) nachdenken müssen. Ich glaube daran, dass das Reisen ein inflationäres, aber auch selbstverständliches Angebot unserer Jugend geworden ist, brought to you by Ryan Air und wirtschaftlichem Erwartungsdruck was den Lebenslauf angeht. Wie, du hast mit fünf Jahren noch keinen Abschluss einer anerkannten Elite-Privat-Windelschule gehabt? Na dann auf auf, ins Ausland! Und, natürlich, danke auch der Militärtechnologie, ohne welche unsere Welt wohl noch im Mittelalter stecken würde. Krieg (Macht, Verteidigung, Schutz, politische Wahrung seiner Selbst, oder eben Krieg) ist der Antrieb in unsere Zukunft, und ich bin mitten in reingeboren worden. Nur, weil ich mir gerne die Rolling Stones anhöre und Bob Dylan nicht aufhört in meinem Kopf zu spucken, heisst das nicht, dass ich die Zeit zurückdrehen kann. Zeiten, wo man nicht alles über jeden Ort wusste. Wo jeder Schritt durch die nasse Pampa irgendwo in Balabuga einen epischen Moment im Leben eines Niemanden spielte, der dann zum Held gekürt wurde. Meinem verstaubten Held.

Sich in der Welt zu verlieren ist schwierig, weil es keinen Ort mehr gibt, an dem man sich verlieren kann. Oder, wenn man kann, will (denn es gibt auch für Verloren-Sein gewisse Grenzen, das mit den Schlagen und Spinnen, das haben wir ja schon ausführlich besprochen, das ist nichts für mich). Also irren von Thailand nach Kuta Beach auf dem ganzen Weg Backpacker umher und flüstern sich im Stille-Post-Verfahren ihre sogenannten „Geheimtipps“ ins Ohr, doch jedes Mal, wenn man diesen Tipps folgte, jedes Mal wenn man seine Sachen aufgeregt packte und weiterzog und auf etwas mehr Verlustgefühl hoffen durfte, jedes Mal traf man ein weiteres Pack Gleichgesinnter, alle wieder im selben Prozess des Austausches, „ich habe gehört, Burma ist noch ziemlich jungfräulich, da muss man mal mit der Machete durchgehen, das muss man sich mal trauen“. Aber, ganz im Ernst, ich will nicht nach Burma und mit einer Machete den Wald bekämpfen um mich dort dann wider meiner urbanen Natur niederzulassen um ein Buch darüber zu schreiben wie ich mich mit wilden Pilzen selbst vergiftet habe. In Alaska. Mit Eddie Vedder im Hintergrund. Ich will das nicht, ich will das nicht, ich will das nicht. Ich will keinen Ed-Hardy-Strass-Steine-Resort-Urlaub auf Ibiza mit furchtbaren Pop-Medleys und Schlager-House-Remixen, und nach all meinen Beschwerden und nach meinem ganzen Rummosern und dem ständigen Suchen nach irgendetwas, was mir diese Reise bringen soll, fällt es mir wie Schuppen vor die Augen, wie ein dicker Pickel, der darauf pochte, seinen Eiter an den Spiegel zu spritzen: ich kann mich nicht in der Welt verlieren. Ich kann mich nur in Menschen verlieren. Oder mit ihnen. Oder um sie herum oder vor ihnen, aber die Welt ist völlig egal.

Jetzt ist es zum ersten Mal so weit: kein Plan. Absolut keine Richtung. Niemand, der mich begleitet. Ich bin völlig frei (wenn auch zerfickt vom Jetlag und 300 Euro leichter dank überteurer Hostels) in Sydney angekommen und es gibt nichts, was ich mir für diesen Tag erdacht habe. Nichts, was ich vor 8 Monaten schon mal auf eine Excel Liste geschrieben habe. Ich kann nicht in mein Dorm, weil gefühlte 30 Leute dort noch schlafen. Es regnet. Alles ist anders als gedacht. Aber alles ist gleichzeitig viel besser. Und so geht es einfach weiter.

Chile, Hawaii, Libanon, Deutschland, Vietnam, egal ob es die Reisenden oder die Natives sind, Indien, Nepal, China, scheiss drauf; und wenn ich eines Tages auf dem Mond lande und meinen Namen in Stein ritze, „Sara war hier und hatte Dünnschiss, vielen Dank, Thailand!“, dann hat das alles meine Helden nicht mehr zum Leben erweckt. Egal wie viele Länder ich bereise, egal was ich sehe oder nicht sehe oder mache, egal ob ich aus einem Flugzeug springe oder mir die Wirbelsäule beim Surfen anknacke, nichts davon wird The Beach sein. Nichts davon wird das sein, was meine Helden verkörpern. Aber manchmal muss man eben sein eigener Held sein. Und genau das einzige genießen, was einen so völlig aus der Bahn geworfen hatte: das man auf dieser ganzen weiten Welt niemals verloren sein wird.


(By the way, Weihnachten zog an mir vorbei wie der D-Zug an Bielefeld. Nicht, dass es mich je großartig interessiert hätte, als Moslem besteht mein einziges Weihnachtsritual daraus an Heiligabend mit meinen Brüdern bei McDonalds vorbeizufahren und mit den anderen Kanacken rumzuhängen. Diesmal lag ich den ganzen Tag am Pool und habe Shroomies gefüttert und bin letztendlich wieder bei McDonalds gelandet. Wie jedes Jahr also).

December 27th, 2010 Posted in Ohne Worte, Urlaub | Comments Off

Bastard Bali – Kuta Beach

Es regnet auf Bali. Natuerlich regnet es auf Bali, denn nur, weil ich den haertesten Winter aller Zeiten (laut Dauerbericht CNN- ueberhaupt, was soll die Scheisse mit den Medien, da will man schon mal fluechten und ausnahmsweise Mal im auslaendischen TV zappen, doch alles, was man hoert: ‘Chaos, Tod, Flughaefen gesperrt’, der neueste Small Talk auf den schoensten Inseln der Welt? ‘DU KOMMST AUS DEUTSCHLAND? WIRKLICH? DA LIEGT DOCH GERADE VOLL VIEL SCHNEE!’ – ja, du Hirnschmalzlaster, da liegt Schnee, und ja, du Arschkimmenlecker, da ist es kalt, WIE JEDES JAHR. Und Facebookbilder, wirklich? Von Schnee? ICH WEISS WIE SCHNEE AUSSIEHT, ICH WEISS WIE ER SICH ANFUEHLT, JEDER WEISS ES, ALLE WISSEN ES, UND JEDES JAHR TUN SIE WIEDER SO UEBERRASCHT) in Europa gerade ueberspringe, heisst das ja nicht, dass ich jetzt nur noch von Sonnenschein begleitet werde. Nein, nein. Seit drei Monaten schwitze ich entweder in Bussen und Zuegen, oder ich stehe im suedostasiatischen Tropenregen. Ich wette mit jedem, der es mir anbietet, dass meine Haut blasser ist als vorher.

Das einzige bisschen wohlig Sonnenschein und Strandfeeling durfte ich in meiner ersten Woche mitnehmen, ausgerechnet am Strand der menschlichen Muellhalde von Pattaya, wo ich mir Verbrennungen 80. Grades holte und tagelang nur noch ‘two-face’ von meinen Freunden genannt wurde. Sogar die fetten Kinder haben ueber mich gelacht. Ich hasse fette Kinder. Aber noch mehr als fette Kinder hasse ich das Arschlochkind aus Pai. Ich hasse es so sehr. Es ist mein Erzfeind. Mein Nemesis. Jeden Tag lief ich an seiner Veranda vorbei, und dieses kleine, blonde, schlacksige Arschlochkind aus Oberbayern (Vermutung, alle Kinder aus Oberbayern sind Arschlochkindern) wuerde auf seinem TRAMPOLIN (!!) springen und mich beim Vorbeigehen beobachten. Zeitlupe. Ein Sprung, das blonde Haar weht im Wind, sein Blick auf mich gerichtet. Als wuerde es sagen wollen ‘ich habe ein Trampolin. Und was willst du jetzt machen, hm?’. Sprung. Sein Nacken dreht sich in meine Richtung, doch ich lasse den Kontakt nicht abbrechen. Dann passiert das unglaubliche, jeden Tag. Er wuerde vom Trampolin gehen, sein iPad (!!) holen, und wieder auf’s Trampolin gehen. Sprung. Eine Trampolin-App. Sprung. Blickkontakt.

Ich habe mir geschworen, im Fall eines Wiedersehens, werde ich ihn seinen Eltern fuer viel Geld abkaufen und nach Minsk schmuggeln, wo er dann hoffentlich in einem Paedo-Snuff Film endet. Ich hasse dieses Arschlochkind.

Jedenfalls werde ich die naechsten verregneten Tropentage damit verbringen, noch mal billig zu shoppen und den Kuta Beach mit einem halbvermoderten Surfbrett unsicher zu machen. Ich weiss noch nicht genau, ob ich auch tatsaechlich surfen werde, ich finde ja, dass ich zu cool dafuer bin. Hipster surfen nicht, man. Aber hier sind so viele dumm-durchtrainierte Australier die bereit dafuer sind, GV mit mir zu praktizieren, wenn ich mir ein Wet Shirt anziehe und mein Brett wachse, diese unwirkliche Verfuehrungsmoeglichkeit moechte ich doch ausnutzen duerfen. Ich werde einen dieser gutgebauten, braungebrannten fuer-immer-Hedonisten besteigen, mein Wet-Shirt von der Brust reissen und schreien ‘WANN IST EIN MANN EIN MANN’ und die einzige Antwort darauf ist, ‘oh Gott, ich habe so viel Angst vor dir’. Sexfantasien, meine lieben Freunde, aendern sich, wenn man in ein gewisses Alter kommt.

Ich weiss, ich weiss, das wollt ihr alles nicht hoeren; ihr wollt auch nicht hoeren, dass ich meinem Hawak-Outfit fuer den vier Stunden Flug von Bangkok nach Bali in die Business-Class upgegraded wurde, obwohl ich nicht mal danach gefragt habe. Ihr wollt auch nicht hoeren, dass es hier regnet, weil ihr gerade unter dicken Schichten von Schnee steckt und mit euren haesslichen Familien Weihnachten feiern muesst waehrend ich mir gerade den Busen von flinken indonesischen Haenden mit Mousse au Chocolat durchkneten lasse. Ja, und es quaelt euch zu wissen, dass Mushroom Shakes und Joints rumgehen als waeren es die ausgeleierten Vaginas eurer lokal bekannten Dorfmatratze, und dass ich gerade fuer wenig Geld viel einkaufen kann und euch nichts davon abgeben werde und in einem Hotelzimmer wohne und nichts putzen oder aufraeumen muss. Ausserdem sind es trotz Regen 26 Grad und es gibt jeden Abend ein Feuerwerk, welches wohl so viel sagen soll wie ‘haha, fickt euch, ich bin hier, und ihr nicht‘. Ich weiss das, und es tut mir Leid, dass ich es euch unter die Nase reiben muss, aber ich erwaehne es nur fuer euer eigenes Wohl, denn letztes Jahr ging es mir genau so.

Letztes Jahr, genau an diesem Tag, war ich hochgradig depressiv und gestoert. Ich bin immer noch hochgradig depressiv und gestoert, aber wenigstens sitze ich nicht im Schnee vergraben und friere mir meinen Muschistaender ab, also da, bitte. Naechsten Winter moechte ich euch alle nicht in Deutschland, oder ach, Europa haben (nicht mal auf Spanien ist mehr Verlass, Puta!), sondern irgendwo, wo es viel waermer ist, dann koennt ihr naemlich ueber mich lachen (oder mit mir lachen, je nachdem, wo ich mich befinden sollte) und wir koennen uns alle an den Haenden fassen und im Kreis drehen und dabei wie in einem Winter-Exorzismus ‘Trallala, Trallala’ im saechsischen Akzent singen, einfach nur so, weil wir koennen, und weil alle anderen, inklusive Europa, im Winter einfach schwarzen Schwanz in der Hoelle lutschen. Ja, auch deine Mama.

Im Endeffekt werde ich also doch (noch) nicht mit Schildkroeten im Gepaeck auf Delfinen gen Horizont reiten oder tatsaechlich braun werden, bevor ich nach Australien weiterfliege (um dort Silvester zu verbringen, bei meinem Glueck explodiert die staatliche Feuerwerkfabrik schon einen Tag vorher), und braun werde ich auch nicht mehr, aber wenigstens habe ich sechzig Kanaele und wunderbares Essen und billiges Vergnuegen. Ich habe mich abgefunden. Ich will der schlechteste Tourist der Welt sein. Gebt mir ein Ed Hardy Shirt mit Strass Steinen, Jungs. Es ist so weit.

December 21st, 2010 Posted in Urlaub | Comments Off

Statistiken

Das absolute Highlight meiner Südostasienreise bisher waren die wunderschönen Tage auf Koh Tao. Tauchen, chillen, und mit der provisorischen Auslandscrew ein paar verdammt gute Tage verbringen. Auch, wenn das Tauchen einen unglaublich großen Teil dieser Woche einnahm, darf man dabei nicht vergessen, wieso es so gut war. Ich wünschte, ich könnte euch die Bilder und die Videos zeigen, aber mich im Bikini oder gar im Wetsuit zu sehen könnte dramatisch für all diejenigen enden, die ihr Augenlicht zu Weihnachten gerne noch behalten hätten. Abgesehen davon ist das Video auf DVD gebrannt worden und ich habe kein Laufwerk und überhaupt ist die DVD schon auf dem Weg ins kalte Deutschland. Ich kann also sowieso nichts machen, braucht jetzt keiner zu betteln.

Der nächstbeste Teil der Reise folgte nur ein paar Tage später, als wir uns zu fünft oder zu sechst in einem wie aus Berlin nach Bangkok implantierten Underground Club verirrten und nach so langer Zeit endlich mal wieder geliebte elektronische Klänge genießen durften, die nicht auf Black Eyed Peas Remixen basierten. Meine musikalischen Ansprüche wurden dank Thailand erheblich heruntergeschraubt. Ich bin schon dankbar, wenn Deep House läuft, denn nach Dauerschleife Nickelback, Akon, Tiesto und Modern Talking (get fucked, Vietnam!), ist das wie als würde endlich mal jemand Sinn in die DJs prügeln. Aber die können ja nichts dafür. Die Nachfrage der unausstehlichen Teenager-Briten ist zu hoch, als das man den schlechten Geschmack ignorieren könnte. Too bad.

Mittlerweile sind wir wieder in Chiang Mai angelangt, wieder im Norden, wieder da, wo alles (mehr oder weniger) anfing. Chiang Mai ist soetwas wie mein Urlaubsort geworden. Ich weiß, ich weiß. TGIF und ich hab schon seit drei Monaten Urlaub. Aber Reisen und Urlaub unterscheiden sich wesentlich. Thailändische Inseln befinden sich quasi nur auf der richtigen Seite der Prostiution, und Vietnam, Kambodscha und Laos laden eigentlich nicht zum entspannen, sondern nur zum begaffen ein (zumindest wenn man Zeitdruck hatte alles zu sehen. Wieso man sich das selber an tut, keine Ahnung). Jedenfalls ist der Druck, sich dem Sightseeing hinzugeben, in Chiang Mai komplett abseits unserer Gedanken, weil wir schon mal hier waren und alles gemacht haben, was man als Tourist so macht, von Trekken bis Party. Also haben wir quasi eine Woche damit verbracht, auf der Terrasse unseres Guesthouses zu sitzen, mit den wundervollen Besitzern zu schnattern (“Hello my name Tee come see me I am the boss”), das fantastische Essen zu essen und sechs Stunden am Tag zu lesen. Fight Club, Kill Your Friends, Mr. Nice, The Beach, Rant, Snuff, Fear and Loathing in Las Vegas, auch alles schon mal gehabt, genauso wie Chiang Mai, und deshalb umso angenehmer. Die Bücher gehen durch das Guesthouse rum, wenn sie fertig sind, und dann muss man sich am letzten Tag beeilen, denn der Sucker hat 30 Kilo Gewicht mehr im Backpack, wenn er sie nicht loswerden kann.

Morgen geht die Reise weiter in das Hippiekaff Pai, vier Stunden von Chiang Mai entfernt und wohl der letzte Ort Thailands, der für uns unerkundet blieb (und das sage ich in voller Wahrnehmung dessen, dass wir uns nicht mal 20% von Thailand angeguckt haben). Ich sage hervor, dass der Kiff rumgehen wird, weitere Bücher gelesen werden und mindestens ein Rollerunfall auf unsere Kosten geht. Danach zurück nach Bangkok, eine Stadt, die mir immer besser gefällt (vielleicht, weil sich die Hipsterlocations unserer Coolness geöffnet haben und wir nicht mehr dazu gezwungen sind, mit den Touris auf einer Ebene zu schweben. Elite ist halt international, bitches), und von da in den Flieger nach Bali. Wir wissen irgendwie nicht mehr wirklich, warum wir das damals gebucht haben. Weihnachten auf Bali ist ungefähr dreimal so teuer wie Weihnachten in Paris, und abgesehen davon nicht wirklich lohnenswert, wenn man für Silvester weiterfliegen muss (nach Sydney, nur damit wir endgültig pleite sind, wenn wir ankommen). Ich habe ja die Hoffnung auf eine weitere Runde Tauchen, diesmal inklusive Schildkröten, aber ansonsten ist es wieder nur eine Insel mit Kreaturen die ich ungerne in meinem Bett liegen hätte.

Einige hatten übrigens mal gefragt, was die Reise so kostet, und ich kann darauf ganz ehrlich nach sehr viel Erfahrung sagen: zu viel. Selbst wenn man sich nicht jeden Abend besäuft ist es zu viel. Selbst wenn man nicht die ganze Welt totkauft weil es so billig erscheint: zu viel. Gott, alles, was ich hier gekauft habe, wird nach der Reise endgültig in der Ramschschublade neben den Batterien und dem anderen Zeug landen, dass man alle vier Jahre mal rauskramt und dann überlegt, ob man es behält oder weg schmeisst. Inklusive aller T-Shirts. Ich trage nicht mal T-Shirts. Ich hab schon Sachen hier gekauft die ich nach 2 Tagen weggeschmissen habe und weiß noch nicht mal, wieso (also weder, wieso ich sie gekauft habe, noch, wieso ich sie weggeschmissen habe). Man wird zum Monster, wenn man erst mal hier ist.

Ich habe in nicht mal 3 Monaten ungefähr 3000 Euro ausgegeben, hurra, hurra, ich habe eigenhändig dafür gesorgt dass ich entweder nur einen Monat in Australien verbringen kann und dann wieder abhauen, oder tatsächlich länger bleiben und arbeiten muss. Farmarbeit, ich komme.

December 12th, 2010 Posted in Urlaub | Comments Off

Koh Tao – NY Is Killing Me

Ich hätte nicht wenig Lust, für immer und ewig hier zu bleiben, zumindest eben gerade. Aber ich fahre morgen wohl schon wieder nach Bangkok zurück, und im Anschluss darauf wieder nach Chiang Mai und dann Pai, wohl der letzte “neue” Ort in Thailand, bevor ich meinen Flug nach Bali boarde um Weihnachten in angemessener Umgebung zu verbringen. Und dann war das Abenteuer Südostasien auch schon vorbei… und das Abenteuer Australien beginnt… verworrene Gefühlslage, aber positive Grundstimmung. Glaube ich zumindest.

December 1st, 2010 Posted in Urlaub | Comments Off

Full Moon Jacket

Die Full Moon Party verdrängt ehrenhaft die Fuckparade 2010 vom dritten Platz der schlechtesten Parties, auf denen ich je anwesend war. Getoppt wurde die Horrorveranstaltung nur noch von meinem Abiball, ein fürchterlicher Zombiemarsch in Anzug und Kleid, der mich für Monate traumatisierte und zur Halbalkoholikerin machte, und meinem 12. Geburtstag, an dem nicht ein einziger Mensch anwesend war, nicht mal meine eigenen Eltern, und ich eine Lebensmittelvergiftung aufgrund von Überfressung an rohem Teig erlitt.

Um mit dem kürzesten Teil schnell abzuschliessen, fange ich mal mit den positiven Seiten des Abends an: der Mond war der volle Wahnsinn. Ich habe noch nie in meinem Leben so einen Mond gesehen, und gar nicht erst versucht, ihn irgendwie festzuhalten. Soetwas sieht man nur ein mal im Leben oder gar nicht und dafür, alleine dafür, war ich sehr dankbar an diesem Ort in dieser Zeit anwesend zu sein. Der Mond hatte einen verdammten Regenbogen! EINEN EIGENEN REGENBOGEN! Ich weiss, ihr sagt, dass ist unmöglich, das waren wieder die Drogen, aber ich schwöre es, es war absolut fantastisch.

So, und das war‘s dann auch an den guten Dingen der Full Moon Party. Das Trauerspiel fängt schon in Haad Rin an, dem Strand, an dem sich die Katastrophe abspielt. Ich kann mir durchaus vorstellen dass das mal ein paradiesischer Ort war, an den sich nur wenige einsame Seelen verlieren wollten und ihre seltene Gemeinsamkeit mit einem kleinen Feuerwerk und ein bisschen Alkohol befeierten. Wahrscheinlich sind die guten Männer und Frauen, die einst dem Aussteiger-Hippie-Pfad folgten, sogar noch selbst in die Wälder gegangen um ihre Pilze zu pflücken, haben mit Speeren ihre Fische gefangen und gegrillt und den lokalen, selbstgebrauten Whisky genossen. Vielleicht, vielleicht auch nicht. Aber wie dem auch sei: die absolute Apokalpyse findet nun monatlich an diesem Strand statt, der eher einem Kotsumpf entspricht, eine Bremsspur auf der Karte Thailands. Noch nie in meinem Leben habe ich so eine traurige Ekokultur beobachten können wie auf Ko Phan-Gan, oder eher, Haad Rin. Von Larva Migraine bis E.Coli über in AIDS getankte Hero-Nadeln hinaus gab es noch eine geballte Ladung Idiotie umsonst oben drauf, Happy Hour für Knochenbrüche und ertrinkende Spasten, die von Insel zu Insel schwimmen möchten, ohne überhaupt das gegenüberliegende Land sehen zu können.

Ich habe mich natürlich gefreut, denn Ko Phan-Gan ist voll und ganz auf die Feierwut der von Backpackern zu Paketurlaubern mutierten Touristen eingestellt und die Apotheken platzen geradezu nur von großartig stimulierenden Mitteln, rezeptfrei nachgeschmissen, ohne den kleinsten Zweifel daran, dass man durchaus wirklich krank sein könnte und diese Medikamente braucht; für 100 Baht die geballte Überdosis, Prozac, Valium, Xanax, Speed, Ritalin, Adderall, und hätte man noch mal gezwinkert, wäre der Yabba-Man wahrscheinlich sogar persönlich mit dem gutem alten Meth vorbeigekommen, Crackpfeife oder Spritze wahlweise inklusive. Totalabschuss auf einer Insel die für Pfeifen erfunden wurden. Ich verurteile dabei nicht den Konsum von Drogen, ach, schiebt euch die Pillen doch in den Arsch wenn ihr wollt, ich mach‘s auch, ich kann eure Fressen nämlich nicht mehr sehen. Was mich stört ist der Drogentourismus, der so leichtsinnig passiert, Kids, die sich Teile und Weed und Mushrooms reinhauen ohne einmal überlegt zu haben, was da überhaupt drin ist, was sie da Fressen. Aus „einmal ausprobieren“ wird dann vielleicht „ewig hängenbleiben“ oder direkt Tod wegen Herzversagen, und das ist wirklich noch die schönere Variante, die, wo man nicht völlig zerleicht halb im Meer hängt und die Kacke von anderen Druffimeistern im Gesicht schwimmen hat. Da lob ich mir die Berghainer, die sich jeden Tag McSmack in die Venen schießen und sich nachts am Bahnhof für die Patte bücken müssen, aber wenigstens einen Plan davon haben, wie Uppers und Downers funktionieren. Dass man selbst beim Gehirnfick noch scheisse bauen kann, das geht über mein Verständnis hinaus.

Die ganze Nacht kamen mir irgendwelche verwesten Leute entgegen, die ihre Whiskey Buckets tranken und direkt wieder reinkotzten, die nicht mehr wussten, wo vorne und hinten war.. 30k vollgepisste Leute, und um 2 Uhr morgens war die Hälfte entweder schon im Krankenhaus, oder wurde in den Büschen vergewaltigt, oder hatte sich selbst komplett kampfunfähig geschaltet.

Für mich war das alles Krieg. An der Front mit Panzerfäusten voller Ekel. Die absolute Naturkatastrophe, reines menschliches Versagen, ein beispielhaftes Bild dafür, wie schlecht die touristische Entwicklung teilweise in Thailand durch die einstigen Backpackerträume hochgezogen wurde, völlig unnatürlich und widerlich. Es ist schwer, dabei die Verantwortung bei irgendjemandem zu suchen. Es gibt niemanden, der jemals etwas böses wollte, und vielleicht ist es genau das, was mich noch am meisten toben lässt. Dass diese Zerstörung und Destruktion ein Teil von dem ist, was den angeblichen Wohlstand ins Land bringt, Billigtourismus für Europäer die normalerweise in Finanzen arbeiten und einmal im Jahr aus dem Hamsterrad raus kommen möchten um genau das zu tun, was sie überall anders auch tun könnte, nur billiger: saufen. Und für so manch glücklichen: ficken.

Während ich also all das zu ignorieren versuchte, während ich mir schlechten Goa auf 747-Dezibel fahren musste, tröstete mich nicht mal die Tatsache, dass ich das schönste Mädchen auf dieser Insel war. Ja, der haarige Gorilla aus dem arabischen Hinterwald gewann, und wenn auch nur, weil ich keine Kotzbrocken vermischt mit Neonfarbe und Schweiss am ganzen Körper verschmiert hatte. Gott, waren die alle hässlich. Insbesondere die fetten Engländerinnen mit den gelb-krummen Zähnen. Was zur Hölle IST das? Wieso? WIESO SIND DIE SO HÄSSLICH UND WIESO SIND DAS ALLES ENGLÄNDER?

Ich würde das gerne mit einem lustigen Satz beenden, einer, der aussagt, „ich bereue nicht hingegangen zu sein, weil man sowas auch mal gemacht haben muss“, aber eigentlich war es wirklich nur durch und durch traurig. Um 4 Uhr morgens saß ich kichernd auf Mushroom Mountain und feuerte verwirrten Opfern mit meiner selbstgebauten Zwille Geckos und Steine an die Fressen, und das war so ziemlich mein persönliches Highlight. Aber ich war da, und ich habe beigetragen, jeder Besucher ein Gewinn für den Untergang, harder better faster fuck you. Und ich bereue es, da gewesen zu sein, weil ich vorher genau wusste, dass ich es scheisse finden würde. Lediglich das Vorglühen, beziehungsweise das Neonfarbiganmalen, hat mir anfangs die Zweifel nehmen können, nur um sie mir dann wieder mit Breitseite und absoluter Bestätigung direkt ins Gesicht zu schlagen.

Seht ihr, ich kann mich nicht nicht beschweren. Das geht nicht. Ob ich was auf meiner Reise gelernt oder gefühlt oder so habe, das passt hier sowieso nicht hin, dafür ist kein Raum, dafür ist nicht mal Raum in meinem Kopf – die wunderschönen Sonnenuntergänge und die fantastischen Menschen, die man hier trifft, wie soll man das in Worte fassen? Deshalb ist es meine Aufgabe, alles so einseitig schlecht darzustellen, wie es mir nur möglich ist. Mir bleibt quasi nichts anderes übrig. Aber die Full Moon Party, die hat den Vogel abgeschossen. Wir sind für einen Visa Run nach Malaysien gefahren und werden morgen wieder zurück nach Koh Tao reisen, wo ich vier Tage lang unter Wasser statt über meinen Frust loswerde. Aber auf jeden Fall pinkel ich noch mal in Richtung Koh Panghan und freue mich jetzt schon darauf mir in 5 Jahren die Kugel zu geben weil ich den Weltschmerz, den ich dort aufgesaugt habe, bis dahin wahrscheinlich nicht mehr loswerde.

By the way, sollte es jemand doch noch mal nach Koh Panghan wagen ohne unbedingt die Full Moon Party im Visier zu haben: Haad Yao ist ein wunderschöner Ort zum Sterben. Nur das Schnorcheln fällt aus, da das Korallenriff seid einigen Jahren tot ist dank Verschmutzung. Barbaren!

Und für meine Freunde, denen ich schon lange nicht mehr geschrieben habe: mir geht es gut, aber ich bin so head over heels und so weit weg von allem und vor allem von einer guten Internetverbindung, dass ich kaum noch Zeit finde, mehr zu tun als mich um meine neue Visa Karte zu kümmern. Ich vermisse euch, und ich hoffe, es geht euch gut.

November 24th, 2010 Posted in Urlaub | 10 Comments »

Kho Phangan – Buzzkill

Alles in allem kann man sagen: Die Welt, und was in ihr passiert, ist ziemlich langweilig. Jeder Mensch erschafft seinen eigenen kleinen Mikrokosmos, in dem die Dinge wieder richtig wichtig und sinnvoll und schwer und dramatisch und bedeutend erscheinen, aber wenn man den von aussen betrachtet und die ganzen Miniuniversen vergleicht, kommt man immer wieder an den selben Punkt: die Welt ist gaehnend langweilig.

Ab und zu explodieren Oelfrachter im Ozean, Menschen werden von ihren eigenen Leuten erschossen, politische Skandale regieren die Medien, Tiere sterben aus, aber das sind kleine Punkte irgendwo auf einem riesengrossen Zeitstrahl die in wenigen Minuten niemanden mehr interessieren, weil sie die Aufmerksamkeit des Einzelnen nur kurz beschaeftigen koennen. Danach geht es zurueck in die persoenliche Lebensdynamik.

In Suedostasien faellt das schwer auf, wie wenig Unterschied es zwischen uns wirklich gibt. Es haengt nicht davon ab, wo man aufgewachsen ist, oder welches Lieblingsessen man hat, oder wie schwer man sich anstrengt, sondern davon, wo man geboren ist. Geboren Frankfurt am Main – gestorben mit allen Moeglichkeiten die diese Welt zu bieten hat. Geboren in Siem Reap, Kambodscha. Gestorben, ohne auch nur einen Hauch von Chance gehabt zu haben.

Kann man natuerlich alles wieder ueberdramatisieren, aber darauf laeuft es letztendlich hinaus, dass ich genauso wenig dafuer kann, wie jemand, der nur mit einem Bein geboren ist. Und die Welt bleibt unveraendert, wenn ich versuche, darueber nachzudenken, ob meine Existenz jemals irgendeinen Unterschied machen koennte. Der kleine, funkelnde Mikrokosmos, und mein Bewusstsein darueber, ist grenzwertig Depressiv und gleichzeitig befreiend. Wenigstens muss man sich dann nicht mehr mit dem Weltschmerz und dem Thema Gerechtigkeit herumschlagen, das gibt es beides naemlich nicht, es gibt keinen universellen Schmerz, und es gibt ganz bestimmt keine Helden, die ihn besiegen koennen.

Vielleicht flasht es mich deshalb auch so ueberhaupt gar nicht, diese Reise. Die Gruppendynamik bei anderen Backpackern ist da schon wesentlich aufregender, also kann es wohl nicht an den langweiligen Laendern und Kulturen liegen, sondern an mir. Vielleicht bin ich einfach nur schon so geschaedigt von meinem bisherigen Leben, dass der Kick etwas laenger braucht. Ich meine nicht, dass ich keinen Spass habe, ich habe sehr viel Spass, und ich bin froh, hier zu sein, und ach und Zeit habe ich ja eh fuer nichts mehr. Aber ich weiss nicht, ob das so unbedingt an den Laendern selbst oder am Reisen liegt. Ach, ich weiss auch gar nicht, was ich sagen wollte. Ich geniesse den Regen, und sollte wohl ein paar Mal weniger die Apotheke aufsuchen.

People ask me why I look so bored
It’s cause I’m by my idols so much I ain’t shook no more
I blow some smoke from my lungs looking broke as a bum
Backstage at the venue having no fucking fun

November 20th, 2010 Posted in Urlaub | 4 Comments »

One Night In Bangkok

Obwohl unserer letzter Aufbruch aus Bangkok eher einer Flucht glich, waren wir heute geradezu euphorisch, als der Bus in die Stadt einfuhr. Endlich wieder bekanntes Territorium, besuchtes Land, kein schwarzer Fleck auf der Karte, nix Command & Conquer: einfach eine fantastische, wenn auch ueberwaeltigende Grossstadt, die wieder das Heimweh nach Hundekacke-Berlin einschaltet…

Ueber Kambodscha und Vietnam werde ich bestimmt demnaechst noch mal berichten, oder auch nicht. In jedem Fall bin ich sehr froh, wenn ich nie wieder nach Vietnam muss, und sehr traurig darueber, nicht mehr Zeit im fantastischen Kambodscha verbracht zu haben. Mehr muss man eigentlich auch gar nicht sagen.

Bangkok ist nur ein wichtiger Zwischenstopp fuer uns, um diverse Angelegenheiten in Bezug auf Geld, Visum, Weiterfluege und Busfahrten zu regeln. Am Donnerstag geht es weiter in den Sueden, wo das Wetter zwar ziemlich beschissen ist aber immerhin Tauchschein und Full Moon Party warten (Full Moon Party wird uebrigens so aussehen, dass ich definitiv zu cool dafuer bin und schmollend in der Ecke sitze und alles scheisse finde und ganz besonders die Ibiza House Vocal Musik. Dass die nicht mal NSync spielen koennen!).

November 16th, 2010 Posted in Urlaub | 4 Comments »

Sexy Saigon: Best Friends Forever

Sperre drei Menschen in einen Aufzug mit Spiegeln und du erhälst den chinesischen Akrobatenzirkus aus Europa, der noch nie so etwas Tolles gesehen hat und sich unbedingt wie bekloppt mit allen möglichen Grimassen fotografieren muss. Willkommen im einsamen Behindertenverein, der seine Krankheit jetzt auch in deinem Land ausbreitet!

Wenn man so lange aufeinander hockt, und sein Leben ohne Ausnahmen teilt, dann bleibt einem nicht viel anderes übrig als sich dieser neuen Familie hinzugeben und die Reibereien, die gute Laune und die beschissenen Regentage in Saigon zu genießen. Dann brüllt man sich manchmal von Straßenseite zu Straßenseite irgendwelche Fäkalausdrücke an die Köpfe, springt sich gegenseitig zum Spaß in den Rücken, klaut sich gegenseitig das Essen vom Teller und redet offen und ehrlich über den nicht funktionierenden (oder zu gut funktionierenden) Stuhlgang. Neue Menschen in der Gruppe werden kritisch beäugt und erst nach einer langen Phase (2-4 Städte) evaluiert.

Und es setzt Routine ein: der erste Tag wird mit kulinarischen Genüssen verbracht. Beefsteak zum Beispiel. Am letzten Tag wird gepackt und überlegt, wie es als nächstes weiter geht und wer sich darum kümmert, ein Hotel rauszusuchen. Das endet dann immer in blutigen Schlägereien, dicken Klatschen ans Kinn und Frankfurter Wurst in den Popo. Aber so muss es sein.

Alles in allem sind wir wie Tiere, die sich überhaupt nicht verstehen, aber auch nicht ohne einander können. Wir motzen uns gegenseitig an, weil wir dreilagiges Klopapier vermissen und mal wieder Lust auf Vollkornbrot hätten und uns die Augenbrauen bis in die Stirn wachsen, aber eigentlich ist die Liebe voll in der Luft, man muss nur hinter den Horizont schauen, da, wo sich unsere Herzen in einer Pisslache von Reiseschwierigkeiten spiegeln. Es fehlt nur noch, dass wir uns nachts brutal die Schmockpickel ausdrücken um am nächsten Tag über die Narben unserer Freundschaft zu lachen. Ein herrliches Schauerspiel, verfasst von Sartre, gespielt von drei Amateuren aus dem deutschen Vorstadtdschungel.

Aber es ist voll gut so, und ich erlebe jeden Tag unzählige Momente, an denen ich Schurzen muss vor Lachen und mich kaum noch einkriege, weil das Teamwork ist, diese Hass-Liebe, und ich das so noch nie mit jemandem teilen durfte. Und hoffentlich nie wieder darf. Sexy Saigon gehört der Vergangenheit an, morgen geht es in die Zukunft nach Kambodscha. Wir sind gespannt – vor allem auf die kulinarischen Köstlichkeiten, die uns an Tag 1 erwarten.

November 8th, 2010 Posted in Urlaub | 3 Comments »

Hoi An

Viel zu teuer, alles viel zu teuer hier. Vietnam macht mich arm. Kleiner Trostpreis: nach mehr als einer Woche Regenwetter und quälenden 15-Stunden Busfahrten, bei denen wir die komplette Modern Talking Diskografie erleiden mussten, sind wir endlich am Strand angekommen. Und die Sonne scheint. Es könnte ein guter Tag werden… der letzte Tag im vietnamesischen Outback, und ab übermorgen dann Saigon. Aber hauptsache, wir haben Hoi An erst einmal überlebt..

November 5th, 2010 Posted in Urlaub | Comments Off