Chiang Khong Mortal Kombat

Die Ueberlandfahrt von Thailand nach Laos hat uns bis an unser Lebensende traumatisiert. Eigentlich haetten wir noch mal eine aehnliche, aber 24-stuendige Fahrt von Ventiane nach Hanoi machen sollen. Mittlerweile tut es nicht mehr so weh, fuer ein sicheres Ueberleben viel Geld zu bezahlen, weshalb wir 130 Euro fuer einen einfachen Flug latzen muessen. Gut, dass wir das fruehestens in Australien bereuen werden.

Ein Zwischenstop auf unserer Fahrt war das beschauliche Chiang Khong. Es waren die bis dato teuersten Zimmer, die wir je gebucht haben, und gleichzeitig auch die schlechtesten. Da wir die Strecke mit unserem Guesthouse organisiert hatten, hatten wir eigentlich null Einfluss auf das, was geschehen wuerde. Riesenkakerlaken, Geckos und Spinnen im undichten Zimmer ohne Ventilator. Zu dritt. Noch nie hat man uns so in Angstschweiss und Ekel kuscheln sehen.

Von Chiang Khong ging es dann nach Huay Xai, der Grenzstadt auf laotischer Seite. Von dort haetten wir EIGENTLICH ein Slowboat ueber den Mekong nach Luang Prabang nehmen sollen. Eigentlich. Als wir naemlich auf unsere Stempel warteten, erzaehlte uns der Orgaisator, dass es ja auch einen Bus gaebe. Der wuerde auch nur 10 Stunden und nicht 2 Tage brauchen, und man muesste nicht noch wahlloserweise eine Nacht in einem Dorf voller Diebe verbringen. Und ueberhaupt, das Slowboat waere furchtbar, der Bus aber immerhin voll klimatisiert und… alle fielen darauf rein und buchten den Bus.

Wann genau eine 10 stuendige Busfahrt durch die unasphaltierten BERGE von Laos je genau attraktiv schien ist mir bis heute noch unklar. Als wir im Regen mit einem Reifen ueber die Klippe rutschten wusste ich, dass mein Leben vorbei war. Ich rief meine Mutter an und sagte ihr, dass ich sie liebte. In ihrer unantastbaren Coolness sagte sie nur: “Kind, hoer auf rumzujammern, sterben wirst du erst, wenn ich dich mit meinen eigenen Haenden dafuer erwuergen darf, dass du je weggegangen bist”. Wir haben tatsaechlich ueberlebt, aber nicht, ohne einen immensen Schaden davon zu tragen. Hier noch einige Dinge, die ganz interessant waren:

– Die Busfahrt dauerte 16 Stunden. Wir kamen erst um 5 Uhr morgens in Luang Prabang an und mussten samt Gepaeck erst mal alle Guesthaeuser wach klingeln und fuer viel zu viel Geld uebernachten.
– Der Bus hatte keine Klimaanlage
– Die Sitze waren aus durchgedruecktem Plastik.
– Es gab null Beinfreiheit, und die behinderten, fotzenfruehstueckenden Englaenderinnen vor mir mussten ihren Sitz auch noch zurueckklappen. Oh Gott, ich haette denen sowieso am liebsten so hart ins Gesicht getreten, diese unfaehigen, vollgeschaedigten, durchgefickten, abgeleierten Hurenstuecke von Menschen, sowas habe ich in meinem Leben noch nie gesehen, Tussis, die einfach nur zurueckgefickt und abgetrieben gehoeren, alle beide. Und dann sind die uns auch noch immer hinterhergelaufen, und haben immer unseren Scheiss mitgebucht, mir waren schon die Aederchen im Auge geplatzt, so sehr tat es weh.
– Wir hatten Huehner im Bus
– Es kamen staendig mehr Leute in den schon vollgepackten Bus. Die sassen dann entweder auf Plastikstuehlen im Gang, oder standen einfach ein paar Stunden.
– Der Busfahrer trank bei jeder Pause erst mal ein paar Bier, wahrscheinlich, um sich besser auf den Weg konzentrieren zu koennen.

Leider gibt es von dieser Reise keine Beweisfotos, weil ich mich zu stark darauf konzentrieren musste, die unkontrollierbare Durchfallexplosion zu zaehmen. Am Ende hat es sich natuerlich fuer Luang Prabang gelohnt. Es gab bisher wirklich keine Stadt, die mich so um den Finger gewickelt hat, so viel Charme und Sexyness. Und die Laoten selbst, staendig nur am Opium chillen und smilen, als ob es sonst nichts gaebe. Sowas zerbackenes, da steht quasi mein Name drauf… aber dazu spaeter mehr..

October 24th, 2010 Posted in Urlaub | 5 Comments »

Vang Vieng – My Party

Ich würde gerne davon berichten, wir wir heute tuben waren, uns danach Joints und Happy Shakes rektal einführten und glücklich im Sonnenlicht dem Hedonismus fröhnten um dann im Siffwasser von Vang Vieng mit fremden Menschen Liebe zu machen. Stattdessen berichte ich euch lieber davon, wie es mir geht. Man kann es mit einem “mittel bis DU VERDAMMTER HURENSOHN VON KÖRPER” zusammenfassen. Seit gestern tun mir die Glieder furchtbar weh, und ich empfinde nichts außer Übelkeit. Ich kann mich kaum bewegen, aber schlafen kann ich auch nicht. Wir liegen hier in der Chill-Out Area unseres Guesthouse und lassen uns mit Family Guy berieseln, und immer, wenn der Fleischgeruch der gegenüberliegenden Ad-Hoc Grillerei rübergeweht wird, muss ich würgen.

In Chiang Mai haben wir einen Hund erbrechen sehen. Er lief neben uns her, machte langsam halt, und ließ weißen Schaum aus seinem Mund hinauslaufen. Kein großes Würgen, kein Maulen, nichts. Ich habe noch nie in meinem Leben – weder Mensch noch Tier – jemanden so resigniert kotzen sehen. Und so weit ist es jetzt auch mit mir. Ich würde wohl glücklich und zufrieden in meiner eigenen, breiigen Lache vor mich hin zittern.

Jedenfalls ist Vang Vieng wohl von Satan höchstpersönlich geschaffen worden. Hier vegetieren alle Touristen zombiemäßig in den Lobbies ihrer Gästehäuser, wo nur Family Guy oder Friends läuft, rauchen ihr Weed oder Opium und lassen es sich gut gehen. Viele müssen leider aber auch ihr Leben hier lassen, weil sie so bescheuert sind, volldruff oder druckbetankt in den Sifffluss zu springen. Traurig, traurig. Wir haben, während wir rumleichen, nicht viele Touristen getroffen, deshalb kann ich mich noch nicht zu sehr über diese mallorcaartigen Zustände beschweren. Aber glaubt mir, die Motzerei wird noch kommen (aber erst nach der Party, mich endlich wieder herablassend über polohemdentragende Spastitouristen aus England und Amerika zu beschweren lasse ich mir hier mit sicherheit nicht entgehen).

In der Zwischenzeit bin ich ja glücklicherweise nicht alleine. Mein Mitreisender, JJ, hat seit gestern Denguefieber-Symptome. Wir waren im Krankenhaus und haben ihn durchchecken lassen, aber es wäre wohl noch zu früh, um hektisch nach Bangkok abzureisen. Deshalb werden wir heute noch abwarten, was sein Fieber so zu berichten hat. Allerdings wird mit Sicherheit keiner von uns Vang Vieng verlassen, denn wenn wir wirklich wegen ihm nach BKK zurück müssen, bringe ich ihn einfach um und mache weiter.

Für so viel Partystimmung habe ich sogar auf der Horrorbusfahrt von Chiang Khong nach Luang Prabang (kommt noch) ein passendes Mixtape zusammengestellt. Mal sehen, wann ich das endlich auspacken darf. Und wer die Songs dazu online findet bzw. die entsprechenden YouTube Videos, darf sie gerne in den Kommentaren posten, ich kann hier nämlich nada hochladen und YouTube reagiert hier fast nicht..

3 6 Mafia – I’d Rather (Arthur King Remix)
Prince – Erotic City (Morsy Mix)
Telephoned – Pop Champagne
Major Lazer – Keep It Going Louder
Gucci Mane – Break Yourself (Diplo Remix)
Too Short – Blow The Whistle
The Dream – I Luv Your Girl (Morsy Mix)
M.I.A. – U.R.A.Q.T (Konrad Remix)
M.I.A. – Death To The Throne
Cidinho e Doca – Cidade de Deus
Laura Branigan – Self Control
Shannon – Let The Music Play
Oh Snap! – I’m Too Fat To Be A Hipster
Spank Rock – Loose (ft. Amanda Blank)

Ach ja, und Fotos gibt es auch nicht. Suck on it, faggot.

October 23rd, 2010 Posted in Urlaub | 2 Comments »