Koh Tao – NY Is Killing Me

Ich hätte nicht wenig Lust, für immer und ewig hier zu bleiben, zumindest eben gerade. Aber ich fahre morgen wohl schon wieder nach Bangkok zurück, und im Anschluss darauf wieder nach Chiang Mai und dann Pai, wohl der letzte “neue” Ort in Thailand, bevor ich meinen Flug nach Bali boarde um Weihnachten in angemessener Umgebung zu verbringen. Und dann war das Abenteuer Südostasien auch schon vorbei… und das Abenteuer Australien beginnt… verworrene Gefühlslage, aber positive Grundstimmung. Glaube ich zumindest.

December 1st, 2010 Posted in Urlaub | Comments Off

Whatever I Want

Nachdem ich also auf meiner bisherigen Reise durch Suedostasien feststellen musste, dass die Welt langweilig ist, die meisten Menschen gleich sind und nichts aufregendes passiert, wenn man es nicht selbst initiiert, komme ich zu dem Schluss, dass das Unterwasser-Vegetieren auch eher auf der Liste von Dingen steht, die mich nur arm machen und kaum begeistern. Nicht, dass es nicht ein aufregendes Gefuehl waere, mal richtig abzutauchen und ueber Korallenriffe zu gleiten und dabei zu versuchen, sich nicht in den Sauerstoffregulator einzusabbern und sich das Salzwasser nach dem Tauchgang von den Augen zu kratzen; es ist nur alles eher so repetitiv strunzdumm in den Plan eingebaut, dass es keinen Raum laesst fuer Ueberraschungen. Hier seht ihr einen Nemo. Hier schwimmt normalerweise eine riesige Schildkroete, die gerade nicht da ist. Das ist ein Barrakuda. Wenn du nicht richtig atmest beim auftauchen, koennen deine Lungen platzen (was bei Normaldruck dank extrem billiger Nikotinversorgung wohl auch nicht mehr lange dauern wird).

Alles in allem sind sportliche Betaetigungen nicht wirklich was fuer mich, und da ich auch nicht mehr braun werde in diesem Leben (weil, signifikant geprueft und bestaetigt, Gott mich hasst), werde ich nach dem Tauchkurs endlich dem droegen Inselleben zwischen Vollidioten und Totaldebilen Lebewohl sagen und stattdessen wieder in den 26 Grad kalten Norden verschwinden, wo es keine Dengue Fieber Moskitos gibt und ich niemanden kenne und mich alle in Ruhe lassen und ich voll und ganz darauf konzentriert sein kann, meinen Weltschmerz und generell anwachsenden (regelrecht aufkeimenden!) Zynismus in eine vollstaendige Depression umzuwandeln. Ihr unterschaetzt den Wert dieser Aufgabe, normalerweise bedarf es mindestens einer zebrochenen Liebesbeziehung, entweder in meinem Leben, oder in einer Folge von Gossip Girl, um es so weit zu bringen, aber diesmal war es ganz und gar die Menschheit, das touristische Leben und die Tatsache, dass ich seit fast sechs Wochen nur noch Wasser scheisse. Ich denke, ich streiche damit Indien von meiner Liste an Laendern, die mich eventuell gluecklich machen koennten.

Aber die Entscheidung, jetzt alleine weiter zu machen, die wurde mir abgenommen, denn so einfach ist es nie. Der hochanteilige Prozentgehalt an Drama, der mich in den letzten Tagen innerhalb der Gruppe an Mitreisenden umgab, wird mich fuer die naechsten sechs bis zwoelf Jahre (mit Ausnahme aller Gossip Girl Folgen) wohl vollstaendig befriedigen. Ich verstehe es nicht. Ich verstehe wirklich nicht, wie man wegen dem kleinsten Scheiss ausrastet, zwischenmenschliche Beziehungen zerstoert und dann die Schuld auf mir ablaedt, obwohl ich gerade erst von meinem Valiumkoma aufgewacht bin und nicht mal mehr weiss, wer wer ist und wieso ich hier bin und woher ich komme und gar nichts getan habe. Gut, ich habe was getan: ich bin fett geworden, und ich brauche sieben Kilo Gewichte, um beim Tiefseetauchen zu sinken, aber das tut nichts zur Sache. Es geht um die fundamentalen Dinge, die mich mal interessiert haben, namentlich “ein guter Freund sein”, oder “das tun, was richtig ist”, aber entweder ich umgebe mich hier mit Menschen, die meinen Vorstellungshorizont nicht teilen, oder ich bin ein Alien in menschlicher Haut, voellig falsch hier, absolut fehl am Platz.

Egal; ich kann ja eh nicht darueber schreiben, weil ich nicht alleine auf dieser Welt bin, und sich wieder jeder Depp angegriffen, verurteilt und ungerecht behandelt fuehlt. Ueberhaupt scheint auf dieser ganzen Reise das Motto “Egoismus” dienlich zu sein, die Eltern sagen ich bin egoistisch, weil sie ja in meiner Abwesenheit sterben koennten, meine Freunde sagen ich bin egoistisch, weil ich sie alleine lasse, meine Mitreisenden sagen ich bin egoistisch, weil ich nicht ihre Leben oder Wuensche oder was auch immer es ist beruecksichtige. Ich weiss nicht, ob das an meinem State of Mind liegt oder ob ich von Natur aus so bin oder ob es nur eine Frage der Zeit war, bis es sich da hin entwickelt, aber um ehrlich zu sein: es ist mir egal. Ich werde keinen Roman schreiben, ich werde keine grossartigen Fotos machen, ich werde nicht hart arbeiten, ich werde nicht die groessten Epiphanien auf diesem Trip erleben, ich werde einfach nur achselzuckend die Welt bereisen und allen den Fickfinger zeigen und vielleicht wird dann eines Tages endlich aus dem Egoismus-Vorwurf eine Einsamkeitsbekenntnis, dann ist das alles kein Ding mehr, dann kann ich zurueck zu den Rochen und den Haien und den Shrimps die gluecklich und zufrieden in 20 Metern Tiefe vor sich hin duempeln und endlich das geniessen, was ich die ganze Zeit geniessen moechte, aber nicht kann, naemlich dass ich nicht nachdenken muss.

Allerdings wurde immerhin in dieser ganzen Gruebelphase, die ich ohne meinen grossartigen Gedankenpartner B durchstehen muss, ein Plan gefestigt: dass ich in meinem Apathiezustand weitermachen werde. Ein eleganter Gaensehautschauer duscht meinen Kopf und meinen Ruecken bis in die Fusszehen herunter, wenn ich mir vorstelle, dass ich in einigen Wochen schon wieder wo anders bin, wo vielleicht alles anders ist, aber nichts anders sein wird, aber das bewusst wohl die einzige Illusion ist, an die ich noch glaube, und bis diese sich erfuellt, kann ich nicht aufhoeren. Vielleicht wissen die anderen in ihrer Reiseunruhe ja auch nicht wirklich, was sie suchen… vielleicht bin ich doch normal. Vielleicht bin ich einfach nur nicht begeisterungsfaehig genug. Euphorielos. Unberuehrt. Aber das haben wir ja schon durchgekaut.

Falls auf diesem Blog Anzeichen von Manischer Depression vorhanden sind, dann ist das gut moeglich. Ich haette gerne den Bundesligistenplatz bei White Whines, und ausserdem gibt es ab sofort keine Kommentare mehr (wenn ich nicht gleich vergesse, das so einzustellen), denn nur weil euch meine Luxusprobleme und die fluktuierenden Stimmungen nicht in das Konzept vom romantischen Backpacker passen, muss ich mir ja nicht das Schwachsinnsgelaber vorwerfen lassen, dass dann dabei rumkommt. Gosh.

November 28th, 2010 Posted in Urlaub | Comments Off

Underwater Buzzin

Die Inseln in Thailand unterscheiden sich nicht wesentlich von einander. Es gibt schoene Straende (teuer und deshalb fast leer in dieser Zeit) und haessliche Straende (Buckets und Backpacker), es gibt Abends Amateuer-Feuershows und eine unglaubliche Feuerwerkverschwendung, die mich eher an die Silvestershow von meinem ehemaligen Nachbarn Rainer erinnert, und alles ist doppelt so hoch angepreist, da der Weg zum Festland doch sehr weit ist.

Heute bin ich wohl dem einzigen sportrelevanten Traum naehergekommen, den ich je in meinem Leben hatte (mit Ausnahme von Sahne-Wettessen): endlich tauchen. Richtig tauchen. Tief abtauchen. Scuba Diving. Und dafuer ist Koh Tao, eine Insel noerdlich der Muellhalden Ko Phangan und Ko Samui wohl der beste Ort der Welt (weil der billigste). Heute war die Einweisung in einen viertaegigen Kurs, der es mir erlaubt, nasse Blubberfurze kichernd in meinen Neoprenanzug rauszulassen ohne das es jemand merkt. Was aber auch bedeutet, dass ich die Schulbank druecken muss. Dafuer im Bikini, mit einem Tequila Sunrise in der Hand.

Einige der coolsten Menschen, die wir bisher auf dieser Reise getroffen haben, sind auch hier und es erscheint mir das erste Mal seit Wochen bisher genau so, wie ich es haben wollte: wunderschoen, angenehm, viel zu teuer aber absolut lohnenswert. Und ueberraschenderweise sind nach den ganzen Strapazen der letzten Tage (Visa Run nach Malaysien und zurueck) nicht mal mehr die Krabbeltiere irgendwie stoerend. Ich gehe gleich zurueck ins Hotel, mache meine Hausaufgaben, und schlafe gluecklich ein, um morgen dann im Wasser wieder aufzuwachen. Wenn ich jetzt noch die letzten Weeds Staffeln haette (und/oder GV), koennte es nicht mehr besser werden.

November 26th, 2010 Posted in Urlaub | Comments Off