Pai & dBridge

Pai & dBridge

Wir waren in Pai, einem Dorf im Norden Thailands. Pai gilt als das Hippie-Resort jenseits der überfüllten Thai-Strände. Es besteht maßgeblich aus einer Hauptstraße. Hier und da gibt es die typischen Bars, Hostels, Restaurants mit schlechter Pizza. Man hat ständig das Gefühl dass alle high sind. Es regiert eine überschwängliche Langweile und das hedonistische Lebensgefühl das einem in Gesprächen mit Backpackern verkauft wurde lässt sich nirgends erblicken. Zum Kiffen und in der Sonne liegen hätte es gereicht, wäre da ein Pool, etwas Meer oder wenigstens eine schöne Wiese gewesen. Die “Hippies” liebten Pai wegen der Ruhe. Keine Touristen, keine Denkmäler, keine Sehenswürdigkeiten. Perfekt zum “Aussteigen”. Was machen diese Leute in ihrer Freizeit? Was ist “Aussteigen”?

Vielleicht lag es an dieser Langweile dass meine kleine Reisegruppe nicht eine Sekunde zögerte: eine Einladung zur Jungle-Party im Umland. Wir bereiteten uns mit Neonfarben vor, so enthusiastisch war das Projekt. In Schichten stapelten sich bereits unzählige Backpacker auf den Ladenflächen der Pick-Up Trucks. Alle hatten schon diverse Substanzen gefressen. Ich setzte mich auf den Kopf eines Engländers. Es war stockdunkel und er bot mir einen Magischen Trüffel an. Ich überlegte kurz und verzichtete dann dankend. Das Psilocybin wäre mir jetzt wahrscheinlich in den Kopf gestiegen und das Ruckeln der Autos durch die Pampa in der pechschwarzen Dunkelheit hat mir schon genug toxische Schübe verpasst.

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August 20th, 2013 Posted in Musik, Urlaub | Comments Off

Rembrandt BKK

Es ist für einen Backpacker reine Demütigung, in ein etwas gehobeneres Hotel einzuchecken, nicht, weil er vergammelt eintritt und den Gestank einer 24-Stunden-Reise in die überkitschige Thai-Lobby einführt, nicht, weil er einen Rucksack umgeschnallt hat und die Portiers ihm die Tasche nur mit Fingerspitzen abnehmen, nicht, weil die anderen 0815 Touristen sich über diese Störung in ihrem idealen Traumstrandurlaubsposter gestört fühlen, nein; Demütigung, weil der Backpacker auf alles verzichten muss, was ihm sonst so gnädig und convenient nachgeworfen wird, für viel weniger Geld und in viel besserer Qualität als in einem Fünf Sterne Hotel mit Swimming Pool.

Zurückgespult bedeutet dies in etwa so viel wie: unsere letzten zwei Tage in Thailand, besser Bangkok, wollten wir nicht mit einer weiteren Sauf-und-Party-und-Shopping Odyssee auf der Khao San beenden, sondern lieber ein letztes Mal die günstigen Verhältnisse zwischen Euro und Thai Baht nutzen und in ein echtes, ein wahres, Hotel einchecken, eins mit Skyline View und Lobby und Bettlandschaften und Pornos, wenn man denn so will, und einem echten Bad, eines, wo die Dusche vom Klo abgetrennt ist (auch wenn ich es natürlich vermisse, beim Scheissen zu duschen, habe total unterschätzt, was für einen Zeitvorteil das gibt), eins, wo es so kleine Shampoos und Zahnpastas gibt und Room Service und jeden morgen neue Bettwäsche und hach riecht das Shampoo gut UND MAN KANN DIE KLIMAANLAGE PER KNOPFDRUCK STEUERN WIE GEIL IST DAS DENN. Dafür bezahlt man in vielen anderen Ländern gut und gerne mal mehr als Hundert Euro pro Person pro Nacht, in Bangkok eher so zwanzig. Nur um das mal in Relation zu bringen: unser übliches Budget für ein nettes Guesthouse liegt bei 8 Euro.

Aber here’s the deal: zwei Nächte in einem “OMG ES IST SO AWESOME” Hotel wo man sich in die übliche weiße Bettlandschaft verzieht und sich die Birne mit Thaisticks vollballert und dann gibt man nicht nur zwanzig Tacken aus, nein, denn dieses Hotel erwartet für alles und nichts noch mal ein bisschen extra Kleingeld. Beispielsweise für’s Wifi, zwei Tage für zehn Euro. In Relation: unserer letztes Guesthouse in Chiang Mai hat 2,50 für ein Bett und eine Dusche und ner Standleitung in die glorreichen Weiten des Internets gekostet. Zwei Euro Fünfzig, ihr Ficker. Für 1 Kilo Wäsche (5 Stunden bis zur Abholung) noch mal einen Euro. Für eine warme (großartige, fantastische) Mahlzeit noch mal zwei Euro. Sogar Torrents konnte ich mir laden, TORRENTS. Fünf Sterne und ich bezahle zehn Euro dafür dass Skype regelmäßig abkackt. Herzlichen Glückwunsch. Ein Film im Fernsehen kaufen kostet 4 Euro, eine Pizza bestellen 10, eine Thai Massage, die man auf der Khao San in ähnlicher Qualität für 2,50 bekommt kriegt man hier bereits für 30 Euro, SONDERPREIS! Und wenn ich was waschen möchte, wasche ich nicht per Kilo, sondern per Stück, 10 Euro für ein T-Shirt (aber gebügelt wird’s auch, immerhin) und Lieferung am nächsten Tag. Von der Khao San bis zum Flughafen kostet es 4 Euro, von hier kostet es 20 Euro. Ich meine, versteht mich nicht falsch, ich will mich nicht beschweren, viel zu sehr genieße ich das großartige Bett und das gut riechende Shampoo, das meine ich nicht; natürlich bezahle ich mehr für die kleinen Extras im Leben in einem viel zu teuren Zimmer. Natürlich.

Mich wundert eher der wirtschaftliche Aspekt dahinter. Als Backpacker hat man eine ganze Nische, die sich dem günstigen Leben widmet, aber nicht nur in Sachen Preis sondern auch Convenience und das ist das, was ich hier so sehr vermisse. Ich bin mitten im nirgendwo, meine einzige Oase der Pool voller russischer Prostituierten (oder zumindest blonder Uschis, die sich nur auf der richtigen Seite von Prostitution befindenn) und ihrer kleinen Plagegeister, die sich einkacken. Wie ist das so mit den Leuten, die Geld haben, also viel Geld, und drei Wochen Urlaub in Schmockibangkocki machen, die jedes Mal, wenn sie einen Film gucken möchten, 10 Euro verballern, und jedes Mal, wenn sie gut essen möchten, 50 Tacken verpulvern? Wie fühlen die sich? Wissen die, dass es jenseits von teuer und nervig auch noch so etwas wie billig und gut gibt? Oder ist das eine generelle Attitüde, dieses “ich habe viel Geld und kenne deshalb kein Limit nach oben”, also “wenn ich schon 25 Tacken für ein Zimmer ausgebe dann kann ich noch mal dieselbe Summe ausgeben um Internet und ‘ne Pizza zu haben”, ist das so, ja? Oder sind die verständnisvoll, “irgendwie muss dieser Luxus sich ja lohnen, Wi-Fi für 28 Stockwerke zu warten kostet ja viel Geld, das ist so, das muss man verstehen” — oh Gott, viel Geld zu haben muss so schwierig sein. Mental, meine ich.

Ich finde, alle Hotels dieser Welt gehören nuklear zerbombt, inklusive aller russischen Prostituierten, inklusive ihrer Kackplagegeister, inklusive kleiner Shampoos und gute Betten und viel zu teurer Pornos und schlechtem Wi-Fi, zerbombt und vergast und abgeschafft, wir müssen lernen unseren reichen Eltern beizubringen wie viel schöner es ist, per Kilo zu bezahlen. PER KILO, nicht per Hemd und Schuh, nicht per Pizza, per Kilo. Was bringen dem koreanischen Investor 28 leere Stockwerke und eine Preisliste, die nicht stimmt? Genau, nichts, außer widerlicher Pädos mit Koksgewohnheiten (letzteres natürlich nicht gegen meinen Willen, niemals, KOKST SO VIEL IHR KÖNNT, IHR ALTEN AASGEIER). Lasst uns die Minibars zerstören, Freunde, und für immer im schönen, rückenbrechenden Guesthouse schlafen, wo wir Torrents ziehen, Menschen kennen lernen und uns zum Kiffen noch hinten im Garten verstecken müssen.

Meine Kinder werden keinen Spaß im Urlaub haben, ich sag’s euch.

December 19th, 2010 Posted in Urlaub | Comments Off

Statistiken

Das absolute Highlight meiner Südostasienreise bisher waren die wunderschönen Tage auf Koh Tao. Tauchen, chillen, und mit der provisorischen Auslandscrew ein paar verdammt gute Tage verbringen. Auch, wenn das Tauchen einen unglaublich großen Teil dieser Woche einnahm, darf man dabei nicht vergessen, wieso es so gut war. Ich wünschte, ich könnte euch die Bilder und die Videos zeigen, aber mich im Bikini oder gar im Wetsuit zu sehen könnte dramatisch für all diejenigen enden, die ihr Augenlicht zu Weihnachten gerne noch behalten hätten. Abgesehen davon ist das Video auf DVD gebrannt worden und ich habe kein Laufwerk und überhaupt ist die DVD schon auf dem Weg ins kalte Deutschland. Ich kann also sowieso nichts machen, braucht jetzt keiner zu betteln.

Der nächstbeste Teil der Reise folgte nur ein paar Tage später, als wir uns zu fünft oder zu sechst in einem wie aus Berlin nach Bangkok implantierten Underground Club verirrten und nach so langer Zeit endlich mal wieder geliebte elektronische Klänge genießen durften, die nicht auf Black Eyed Peas Remixen basierten. Meine musikalischen Ansprüche wurden dank Thailand erheblich heruntergeschraubt. Ich bin schon dankbar, wenn Deep House läuft, denn nach Dauerschleife Nickelback, Akon, Tiesto und Modern Talking (get fucked, Vietnam!), ist das wie als würde endlich mal jemand Sinn in die DJs prügeln. Aber die können ja nichts dafür. Die Nachfrage der unausstehlichen Teenager-Briten ist zu hoch, als das man den schlechten Geschmack ignorieren könnte. Too bad.

Mittlerweile sind wir wieder in Chiang Mai angelangt, wieder im Norden, wieder da, wo alles (mehr oder weniger) anfing. Chiang Mai ist soetwas wie mein Urlaubsort geworden. Ich weiß, ich weiß. TGIF und ich hab schon seit drei Monaten Urlaub. Aber Reisen und Urlaub unterscheiden sich wesentlich. Thailändische Inseln befinden sich quasi nur auf der richtigen Seite der Prostiution, und Vietnam, Kambodscha und Laos laden eigentlich nicht zum entspannen, sondern nur zum begaffen ein (zumindest wenn man Zeitdruck hatte alles zu sehen. Wieso man sich das selber an tut, keine Ahnung). Jedenfalls ist der Druck, sich dem Sightseeing hinzugeben, in Chiang Mai komplett abseits unserer Gedanken, weil wir schon mal hier waren und alles gemacht haben, was man als Tourist so macht, von Trekken bis Party. Also haben wir quasi eine Woche damit verbracht, auf der Terrasse unseres Guesthouses zu sitzen, mit den wundervollen Besitzern zu schnattern (“Hello my name Tee come see me I am the boss”), das fantastische Essen zu essen und sechs Stunden am Tag zu lesen. Fight Club, Kill Your Friends, Mr. Nice, The Beach, Rant, Snuff, Fear and Loathing in Las Vegas, auch alles schon mal gehabt, genauso wie Chiang Mai, und deshalb umso angenehmer. Die Bücher gehen durch das Guesthouse rum, wenn sie fertig sind, und dann muss man sich am letzten Tag beeilen, denn der Sucker hat 30 Kilo Gewicht mehr im Backpack, wenn er sie nicht loswerden kann.

Morgen geht die Reise weiter in das Hippiekaff Pai, vier Stunden von Chiang Mai entfernt und wohl der letzte Ort Thailands, der für uns unerkundet blieb (und das sage ich in voller Wahrnehmung dessen, dass wir uns nicht mal 20% von Thailand angeguckt haben). Ich sage hervor, dass der Kiff rumgehen wird, weitere Bücher gelesen werden und mindestens ein Rollerunfall auf unsere Kosten geht. Danach zurück nach Bangkok, eine Stadt, die mir immer besser gefällt (vielleicht, weil sich die Hipsterlocations unserer Coolness geöffnet haben und wir nicht mehr dazu gezwungen sind, mit den Touris auf einer Ebene zu schweben. Elite ist halt international, bitches), und von da in den Flieger nach Bali. Wir wissen irgendwie nicht mehr wirklich, warum wir das damals gebucht haben. Weihnachten auf Bali ist ungefähr dreimal so teuer wie Weihnachten in Paris, und abgesehen davon nicht wirklich lohnenswert, wenn man für Silvester weiterfliegen muss (nach Sydney, nur damit wir endgültig pleite sind, wenn wir ankommen). Ich habe ja die Hoffnung auf eine weitere Runde Tauchen, diesmal inklusive Schildkröten, aber ansonsten ist es wieder nur eine Insel mit Kreaturen die ich ungerne in meinem Bett liegen hätte.

Einige hatten übrigens mal gefragt, was die Reise so kostet, und ich kann darauf ganz ehrlich nach sehr viel Erfahrung sagen: zu viel. Selbst wenn man sich nicht jeden Abend besäuft ist es zu viel. Selbst wenn man nicht die ganze Welt totkauft weil es so billig erscheint: zu viel. Gott, alles, was ich hier gekauft habe, wird nach der Reise endgültig in der Ramschschublade neben den Batterien und dem anderen Zeug landen, dass man alle vier Jahre mal rauskramt und dann überlegt, ob man es behält oder weg schmeisst. Inklusive aller T-Shirts. Ich trage nicht mal T-Shirts. Ich hab schon Sachen hier gekauft die ich nach 2 Tagen weggeschmissen habe und weiß noch nicht mal, wieso (also weder, wieso ich sie gekauft habe, noch, wieso ich sie weggeschmissen habe). Man wird zum Monster, wenn man erst mal hier ist.

Ich habe in nicht mal 3 Monaten ungefähr 3000 Euro ausgegeben, hurra, hurra, ich habe eigenhändig dafür gesorgt dass ich entweder nur einen Monat in Australien verbringen kann und dann wieder abhauen, oder tatsächlich länger bleiben und arbeiten muss. Farmarbeit, ich komme.

December 12th, 2010 Posted in Urlaub | Comments Off

Koh Tao – NY Is Killing Me

Ich hätte nicht wenig Lust, für immer und ewig hier zu bleiben, zumindest eben gerade. Aber ich fahre morgen wohl schon wieder nach Bangkok zurück, und im Anschluss darauf wieder nach Chiang Mai und dann Pai, wohl der letzte “neue” Ort in Thailand, bevor ich meinen Flug nach Bali boarde um Weihnachten in angemessener Umgebung zu verbringen. Und dann war das Abenteuer Südostasien auch schon vorbei… und das Abenteuer Australien beginnt… verworrene Gefühlslage, aber positive Grundstimmung. Glaube ich zumindest.

December 1st, 2010 Posted in Urlaub | Comments Off

Whatever I Want

Nachdem ich also auf meiner bisherigen Reise durch Suedostasien feststellen musste, dass die Welt langweilig ist, die meisten Menschen gleich sind und nichts aufregendes passiert, wenn man es nicht selbst initiiert, komme ich zu dem Schluss, dass das Unterwasser-Vegetieren auch eher auf der Liste von Dingen steht, die mich nur arm machen und kaum begeistern. Nicht, dass es nicht ein aufregendes Gefuehl waere, mal richtig abzutauchen und ueber Korallenriffe zu gleiten und dabei zu versuchen, sich nicht in den Sauerstoffregulator einzusabbern und sich das Salzwasser nach dem Tauchgang von den Augen zu kratzen; es ist nur alles eher so repetitiv strunzdumm in den Plan eingebaut, dass es keinen Raum laesst fuer Ueberraschungen. Hier seht ihr einen Nemo. Hier schwimmt normalerweise eine riesige Schildkroete, die gerade nicht da ist. Das ist ein Barrakuda. Wenn du nicht richtig atmest beim auftauchen, koennen deine Lungen platzen (was bei Normaldruck dank extrem billiger Nikotinversorgung wohl auch nicht mehr lange dauern wird).

Alles in allem sind sportliche Betaetigungen nicht wirklich was fuer mich, und da ich auch nicht mehr braun werde in diesem Leben (weil, signifikant geprueft und bestaetigt, Gott mich hasst), werde ich nach dem Tauchkurs endlich dem droegen Inselleben zwischen Vollidioten und Totaldebilen Lebewohl sagen und stattdessen wieder in den 26 Grad kalten Norden verschwinden, wo es keine Dengue Fieber Moskitos gibt und ich niemanden kenne und mich alle in Ruhe lassen und ich voll und ganz darauf konzentriert sein kann, meinen Weltschmerz und generell anwachsenden (regelrecht aufkeimenden!) Zynismus in eine vollstaendige Depression umzuwandeln. Ihr unterschaetzt den Wert dieser Aufgabe, normalerweise bedarf es mindestens einer zebrochenen Liebesbeziehung, entweder in meinem Leben, oder in einer Folge von Gossip Girl, um es so weit zu bringen, aber diesmal war es ganz und gar die Menschheit, das touristische Leben und die Tatsache, dass ich seit fast sechs Wochen nur noch Wasser scheisse. Ich denke, ich streiche damit Indien von meiner Liste an Laendern, die mich eventuell gluecklich machen koennten.

Aber die Entscheidung, jetzt alleine weiter zu machen, die wurde mir abgenommen, denn so einfach ist es nie. Der hochanteilige Prozentgehalt an Drama, der mich in den letzten Tagen innerhalb der Gruppe an Mitreisenden umgab, wird mich fuer die naechsten sechs bis zwoelf Jahre (mit Ausnahme aller Gossip Girl Folgen) wohl vollstaendig befriedigen. Ich verstehe es nicht. Ich verstehe wirklich nicht, wie man wegen dem kleinsten Scheiss ausrastet, zwischenmenschliche Beziehungen zerstoert und dann die Schuld auf mir ablaedt, obwohl ich gerade erst von meinem Valiumkoma aufgewacht bin und nicht mal mehr weiss, wer wer ist und wieso ich hier bin und woher ich komme und gar nichts getan habe. Gut, ich habe was getan: ich bin fett geworden, und ich brauche sieben Kilo Gewichte, um beim Tiefseetauchen zu sinken, aber das tut nichts zur Sache. Es geht um die fundamentalen Dinge, die mich mal interessiert haben, namentlich “ein guter Freund sein”, oder “das tun, was richtig ist”, aber entweder ich umgebe mich hier mit Menschen, die meinen Vorstellungshorizont nicht teilen, oder ich bin ein Alien in menschlicher Haut, voellig falsch hier, absolut fehl am Platz.

Egal; ich kann ja eh nicht darueber schreiben, weil ich nicht alleine auf dieser Welt bin, und sich wieder jeder Depp angegriffen, verurteilt und ungerecht behandelt fuehlt. Ueberhaupt scheint auf dieser ganzen Reise das Motto “Egoismus” dienlich zu sein, die Eltern sagen ich bin egoistisch, weil sie ja in meiner Abwesenheit sterben koennten, meine Freunde sagen ich bin egoistisch, weil ich sie alleine lasse, meine Mitreisenden sagen ich bin egoistisch, weil ich nicht ihre Leben oder Wuensche oder was auch immer es ist beruecksichtige. Ich weiss nicht, ob das an meinem State of Mind liegt oder ob ich von Natur aus so bin oder ob es nur eine Frage der Zeit war, bis es sich da hin entwickelt, aber um ehrlich zu sein: es ist mir egal. Ich werde keinen Roman schreiben, ich werde keine grossartigen Fotos machen, ich werde nicht hart arbeiten, ich werde nicht die groessten Epiphanien auf diesem Trip erleben, ich werde einfach nur achselzuckend die Welt bereisen und allen den Fickfinger zeigen und vielleicht wird dann eines Tages endlich aus dem Egoismus-Vorwurf eine Einsamkeitsbekenntnis, dann ist das alles kein Ding mehr, dann kann ich zurueck zu den Rochen und den Haien und den Shrimps die gluecklich und zufrieden in 20 Metern Tiefe vor sich hin duempeln und endlich das geniessen, was ich die ganze Zeit geniessen moechte, aber nicht kann, naemlich dass ich nicht nachdenken muss.

Allerdings wurde immerhin in dieser ganzen Gruebelphase, die ich ohne meinen grossartigen Gedankenpartner B durchstehen muss, ein Plan gefestigt: dass ich in meinem Apathiezustand weitermachen werde. Ein eleganter Gaensehautschauer duscht meinen Kopf und meinen Ruecken bis in die Fusszehen herunter, wenn ich mir vorstelle, dass ich in einigen Wochen schon wieder wo anders bin, wo vielleicht alles anders ist, aber nichts anders sein wird, aber das bewusst wohl die einzige Illusion ist, an die ich noch glaube, und bis diese sich erfuellt, kann ich nicht aufhoeren. Vielleicht wissen die anderen in ihrer Reiseunruhe ja auch nicht wirklich, was sie suchen… vielleicht bin ich doch normal. Vielleicht bin ich einfach nur nicht begeisterungsfaehig genug. Euphorielos. Unberuehrt. Aber das haben wir ja schon durchgekaut.

Falls auf diesem Blog Anzeichen von Manischer Depression vorhanden sind, dann ist das gut moeglich. Ich haette gerne den Bundesligistenplatz bei White Whines, und ausserdem gibt es ab sofort keine Kommentare mehr (wenn ich nicht gleich vergesse, das so einzustellen), denn nur weil euch meine Luxusprobleme und die fluktuierenden Stimmungen nicht in das Konzept vom romantischen Backpacker passen, muss ich mir ja nicht das Schwachsinnsgelaber vorwerfen lassen, dass dann dabei rumkommt. Gosh.

November 28th, 2010 Posted in Urlaub | Comments Off

Underwater Buzzin

Die Inseln in Thailand unterscheiden sich nicht wesentlich von einander. Es gibt schoene Straende (teuer und deshalb fast leer in dieser Zeit) und haessliche Straende (Buckets und Backpacker), es gibt Abends Amateuer-Feuershows und eine unglaubliche Feuerwerkverschwendung, die mich eher an die Silvestershow von meinem ehemaligen Nachbarn Rainer erinnert, und alles ist doppelt so hoch angepreist, da der Weg zum Festland doch sehr weit ist.

Heute bin ich wohl dem einzigen sportrelevanten Traum naehergekommen, den ich je in meinem Leben hatte (mit Ausnahme von Sahne-Wettessen): endlich tauchen. Richtig tauchen. Tief abtauchen. Scuba Diving. Und dafuer ist Koh Tao, eine Insel noerdlich der Muellhalden Ko Phangan und Ko Samui wohl der beste Ort der Welt (weil der billigste). Heute war die Einweisung in einen viertaegigen Kurs, der es mir erlaubt, nasse Blubberfurze kichernd in meinen Neoprenanzug rauszulassen ohne das es jemand merkt. Was aber auch bedeutet, dass ich die Schulbank druecken muss. Dafuer im Bikini, mit einem Tequila Sunrise in der Hand.

Einige der coolsten Menschen, die wir bisher auf dieser Reise getroffen haben, sind auch hier und es erscheint mir das erste Mal seit Wochen bisher genau so, wie ich es haben wollte: wunderschoen, angenehm, viel zu teuer aber absolut lohnenswert. Und ueberraschenderweise sind nach den ganzen Strapazen der letzten Tage (Visa Run nach Malaysien und zurueck) nicht mal mehr die Krabbeltiere irgendwie stoerend. Ich gehe gleich zurueck ins Hotel, mache meine Hausaufgaben, und schlafe gluecklich ein, um morgen dann im Wasser wieder aufzuwachen. Wenn ich jetzt noch die letzten Weeds Staffeln haette (und/oder GV), koennte es nicht mehr besser werden.

November 26th, 2010 Posted in Urlaub | Comments Off

Full Moon Jacket

Die Full Moon Party verdrängt ehrenhaft die Fuckparade 2010 vom dritten Platz der schlechtesten Parties, auf denen ich je anwesend war. Getoppt wurde die Horrorveranstaltung nur noch von meinem Abiball, ein fürchterlicher Zombiemarsch in Anzug und Kleid, der mich für Monate traumatisierte und zur Halbalkoholikerin machte, und meinem 12. Geburtstag, an dem nicht ein einziger Mensch anwesend war, nicht mal meine eigenen Eltern, und ich eine Lebensmittelvergiftung aufgrund von Überfressung an rohem Teig erlitt.

Um mit dem kürzesten Teil schnell abzuschliessen, fange ich mal mit den positiven Seiten des Abends an: der Mond war der volle Wahnsinn. Ich habe noch nie in meinem Leben so einen Mond gesehen, und gar nicht erst versucht, ihn irgendwie festzuhalten. Soetwas sieht man nur ein mal im Leben oder gar nicht und dafür, alleine dafür, war ich sehr dankbar an diesem Ort in dieser Zeit anwesend zu sein. Der Mond hatte einen verdammten Regenbogen! EINEN EIGENEN REGENBOGEN! Ich weiss, ihr sagt, dass ist unmöglich, das waren wieder die Drogen, aber ich schwöre es, es war absolut fantastisch.

So, und das war‘s dann auch an den guten Dingen der Full Moon Party. Das Trauerspiel fängt schon in Haad Rin an, dem Strand, an dem sich die Katastrophe abspielt. Ich kann mir durchaus vorstellen dass das mal ein paradiesischer Ort war, an den sich nur wenige einsame Seelen verlieren wollten und ihre seltene Gemeinsamkeit mit einem kleinen Feuerwerk und ein bisschen Alkohol befeierten. Wahrscheinlich sind die guten Männer und Frauen, die einst dem Aussteiger-Hippie-Pfad folgten, sogar noch selbst in die Wälder gegangen um ihre Pilze zu pflücken, haben mit Speeren ihre Fische gefangen und gegrillt und den lokalen, selbstgebrauten Whisky genossen. Vielleicht, vielleicht auch nicht. Aber wie dem auch sei: die absolute Apokalpyse findet nun monatlich an diesem Strand statt, der eher einem Kotsumpf entspricht, eine Bremsspur auf der Karte Thailands. Noch nie in meinem Leben habe ich so eine traurige Ekokultur beobachten können wie auf Ko Phan-Gan, oder eher, Haad Rin. Von Larva Migraine bis E.Coli über in AIDS getankte Hero-Nadeln hinaus gab es noch eine geballte Ladung Idiotie umsonst oben drauf, Happy Hour für Knochenbrüche und ertrinkende Spasten, die von Insel zu Insel schwimmen möchten, ohne überhaupt das gegenüberliegende Land sehen zu können.

Ich habe mich natürlich gefreut, denn Ko Phan-Gan ist voll und ganz auf die Feierwut der von Backpackern zu Paketurlaubern mutierten Touristen eingestellt und die Apotheken platzen geradezu nur von großartig stimulierenden Mitteln, rezeptfrei nachgeschmissen, ohne den kleinsten Zweifel daran, dass man durchaus wirklich krank sein könnte und diese Medikamente braucht; für 100 Baht die geballte Überdosis, Prozac, Valium, Xanax, Speed, Ritalin, Adderall, und hätte man noch mal gezwinkert, wäre der Yabba-Man wahrscheinlich sogar persönlich mit dem gutem alten Meth vorbeigekommen, Crackpfeife oder Spritze wahlweise inklusive. Totalabschuss auf einer Insel die für Pfeifen erfunden wurden. Ich verurteile dabei nicht den Konsum von Drogen, ach, schiebt euch die Pillen doch in den Arsch wenn ihr wollt, ich mach‘s auch, ich kann eure Fressen nämlich nicht mehr sehen. Was mich stört ist der Drogentourismus, der so leichtsinnig passiert, Kids, die sich Teile und Weed und Mushrooms reinhauen ohne einmal überlegt zu haben, was da überhaupt drin ist, was sie da Fressen. Aus „einmal ausprobieren“ wird dann vielleicht „ewig hängenbleiben“ oder direkt Tod wegen Herzversagen, und das ist wirklich noch die schönere Variante, die, wo man nicht völlig zerleicht halb im Meer hängt und die Kacke von anderen Druffimeistern im Gesicht schwimmen hat. Da lob ich mir die Berghainer, die sich jeden Tag McSmack in die Venen schießen und sich nachts am Bahnhof für die Patte bücken müssen, aber wenigstens einen Plan davon haben, wie Uppers und Downers funktionieren. Dass man selbst beim Gehirnfick noch scheisse bauen kann, das geht über mein Verständnis hinaus.

Die ganze Nacht kamen mir irgendwelche verwesten Leute entgegen, die ihre Whiskey Buckets tranken und direkt wieder reinkotzten, die nicht mehr wussten, wo vorne und hinten war.. 30k vollgepisste Leute, und um 2 Uhr morgens war die Hälfte entweder schon im Krankenhaus, oder wurde in den Büschen vergewaltigt, oder hatte sich selbst komplett kampfunfähig geschaltet.

Für mich war das alles Krieg. An der Front mit Panzerfäusten voller Ekel. Die absolute Naturkatastrophe, reines menschliches Versagen, ein beispielhaftes Bild dafür, wie schlecht die touristische Entwicklung teilweise in Thailand durch die einstigen Backpackerträume hochgezogen wurde, völlig unnatürlich und widerlich. Es ist schwer, dabei die Verantwortung bei irgendjemandem zu suchen. Es gibt niemanden, der jemals etwas böses wollte, und vielleicht ist es genau das, was mich noch am meisten toben lässt. Dass diese Zerstörung und Destruktion ein Teil von dem ist, was den angeblichen Wohlstand ins Land bringt, Billigtourismus für Europäer die normalerweise in Finanzen arbeiten und einmal im Jahr aus dem Hamsterrad raus kommen möchten um genau das zu tun, was sie überall anders auch tun könnte, nur billiger: saufen. Und für so manch glücklichen: ficken.

Während ich also all das zu ignorieren versuchte, während ich mir schlechten Goa auf 747-Dezibel fahren musste, tröstete mich nicht mal die Tatsache, dass ich das schönste Mädchen auf dieser Insel war. Ja, der haarige Gorilla aus dem arabischen Hinterwald gewann, und wenn auch nur, weil ich keine Kotzbrocken vermischt mit Neonfarbe und Schweiss am ganzen Körper verschmiert hatte. Gott, waren die alle hässlich. Insbesondere die fetten Engländerinnen mit den gelb-krummen Zähnen. Was zur Hölle IST das? Wieso? WIESO SIND DIE SO HÄSSLICH UND WIESO SIND DAS ALLES ENGLÄNDER?

Ich würde das gerne mit einem lustigen Satz beenden, einer, der aussagt, „ich bereue nicht hingegangen zu sein, weil man sowas auch mal gemacht haben muss“, aber eigentlich war es wirklich nur durch und durch traurig. Um 4 Uhr morgens saß ich kichernd auf Mushroom Mountain und feuerte verwirrten Opfern mit meiner selbstgebauten Zwille Geckos und Steine an die Fressen, und das war so ziemlich mein persönliches Highlight. Aber ich war da, und ich habe beigetragen, jeder Besucher ein Gewinn für den Untergang, harder better faster fuck you. Und ich bereue es, da gewesen zu sein, weil ich vorher genau wusste, dass ich es scheisse finden würde. Lediglich das Vorglühen, beziehungsweise das Neonfarbiganmalen, hat mir anfangs die Zweifel nehmen können, nur um sie mir dann wieder mit Breitseite und absoluter Bestätigung direkt ins Gesicht zu schlagen.

Seht ihr, ich kann mich nicht nicht beschweren. Das geht nicht. Ob ich was auf meiner Reise gelernt oder gefühlt oder so habe, das passt hier sowieso nicht hin, dafür ist kein Raum, dafür ist nicht mal Raum in meinem Kopf – die wunderschönen Sonnenuntergänge und die fantastischen Menschen, die man hier trifft, wie soll man das in Worte fassen? Deshalb ist es meine Aufgabe, alles so einseitig schlecht darzustellen, wie es mir nur möglich ist. Mir bleibt quasi nichts anderes übrig. Aber die Full Moon Party, die hat den Vogel abgeschossen. Wir sind für einen Visa Run nach Malaysien gefahren und werden morgen wieder zurück nach Koh Tao reisen, wo ich vier Tage lang unter Wasser statt über meinen Frust loswerde. Aber auf jeden Fall pinkel ich noch mal in Richtung Koh Panghan und freue mich jetzt schon darauf mir in 5 Jahren die Kugel zu geben weil ich den Weltschmerz, den ich dort aufgesaugt habe, bis dahin wahrscheinlich nicht mehr loswerde.

By the way, sollte es jemand doch noch mal nach Koh Panghan wagen ohne unbedingt die Full Moon Party im Visier zu haben: Haad Yao ist ein wunderschöner Ort zum Sterben. Nur das Schnorcheln fällt aus, da das Korallenriff seid einigen Jahren tot ist dank Verschmutzung. Barbaren!

Und für meine Freunde, denen ich schon lange nicht mehr geschrieben habe: mir geht es gut, aber ich bin so head over heels und so weit weg von allem und vor allem von einer guten Internetverbindung, dass ich kaum noch Zeit finde, mehr zu tun als mich um meine neue Visa Karte zu kümmern. Ich vermisse euch, und ich hoffe, es geht euch gut.

November 24th, 2010 Posted in Urlaub | 10 Comments »

Kho Phangan – Buzzkill

Alles in allem kann man sagen: Die Welt, und was in ihr passiert, ist ziemlich langweilig. Jeder Mensch erschafft seinen eigenen kleinen Mikrokosmos, in dem die Dinge wieder richtig wichtig und sinnvoll und schwer und dramatisch und bedeutend erscheinen, aber wenn man den von aussen betrachtet und die ganzen Miniuniversen vergleicht, kommt man immer wieder an den selben Punkt: die Welt ist gaehnend langweilig.

Ab und zu explodieren Oelfrachter im Ozean, Menschen werden von ihren eigenen Leuten erschossen, politische Skandale regieren die Medien, Tiere sterben aus, aber das sind kleine Punkte irgendwo auf einem riesengrossen Zeitstrahl die in wenigen Minuten niemanden mehr interessieren, weil sie die Aufmerksamkeit des Einzelnen nur kurz beschaeftigen koennen. Danach geht es zurueck in die persoenliche Lebensdynamik.

In Suedostasien faellt das schwer auf, wie wenig Unterschied es zwischen uns wirklich gibt. Es haengt nicht davon ab, wo man aufgewachsen ist, oder welches Lieblingsessen man hat, oder wie schwer man sich anstrengt, sondern davon, wo man geboren ist. Geboren Frankfurt am Main – gestorben mit allen Moeglichkeiten die diese Welt zu bieten hat. Geboren in Siem Reap, Kambodscha. Gestorben, ohne auch nur einen Hauch von Chance gehabt zu haben.

Kann man natuerlich alles wieder ueberdramatisieren, aber darauf laeuft es letztendlich hinaus, dass ich genauso wenig dafuer kann, wie jemand, der nur mit einem Bein geboren ist. Und die Welt bleibt unveraendert, wenn ich versuche, darueber nachzudenken, ob meine Existenz jemals irgendeinen Unterschied machen koennte. Der kleine, funkelnde Mikrokosmos, und mein Bewusstsein darueber, ist grenzwertig Depressiv und gleichzeitig befreiend. Wenigstens muss man sich dann nicht mehr mit dem Weltschmerz und dem Thema Gerechtigkeit herumschlagen, das gibt es beides naemlich nicht, es gibt keinen universellen Schmerz, und es gibt ganz bestimmt keine Helden, die ihn besiegen koennen.

Vielleicht flasht es mich deshalb auch so ueberhaupt gar nicht, diese Reise. Die Gruppendynamik bei anderen Backpackern ist da schon wesentlich aufregender, also kann es wohl nicht an den langweiligen Laendern und Kulturen liegen, sondern an mir. Vielleicht bin ich einfach nur schon so geschaedigt von meinem bisherigen Leben, dass der Kick etwas laenger braucht. Ich meine nicht, dass ich keinen Spass habe, ich habe sehr viel Spass, und ich bin froh, hier zu sein, und ach und Zeit habe ich ja eh fuer nichts mehr. Aber ich weiss nicht, ob das so unbedingt an den Laendern selbst oder am Reisen liegt. Ach, ich weiss auch gar nicht, was ich sagen wollte. Ich geniesse den Regen, und sollte wohl ein paar Mal weniger die Apotheke aufsuchen.

People ask me why I look so bored
It’s cause I’m by my idols so much I ain’t shook no more
I blow some smoke from my lungs looking broke as a bum
Backstage at the venue having no fucking fun

November 20th, 2010 Posted in Urlaub | 4 Comments »

One Night In Bangkok

Obwohl unserer letzter Aufbruch aus Bangkok eher einer Flucht glich, waren wir heute geradezu euphorisch, als der Bus in die Stadt einfuhr. Endlich wieder bekanntes Territorium, besuchtes Land, kein schwarzer Fleck auf der Karte, nix Command & Conquer: einfach eine fantastische, wenn auch ueberwaeltigende Grossstadt, die wieder das Heimweh nach Hundekacke-Berlin einschaltet…

Ueber Kambodscha und Vietnam werde ich bestimmt demnaechst noch mal berichten, oder auch nicht. In jedem Fall bin ich sehr froh, wenn ich nie wieder nach Vietnam muss, und sehr traurig darueber, nicht mehr Zeit im fantastischen Kambodscha verbracht zu haben. Mehr muss man eigentlich auch gar nicht sagen.

Bangkok ist nur ein wichtiger Zwischenstopp fuer uns, um diverse Angelegenheiten in Bezug auf Geld, Visum, Weiterfluege und Busfahrten zu regeln. Am Donnerstag geht es weiter in den Sueden, wo das Wetter zwar ziemlich beschissen ist aber immerhin Tauchschein und Full Moon Party warten (Full Moon Party wird uebrigens so aussehen, dass ich definitiv zu cool dafuer bin und schmollend in der Ecke sitze und alles scheisse finde und ganz besonders die Ibiza House Vocal Musik. Dass die nicht mal NSync spielen koennen!).

November 16th, 2010 Posted in Urlaub | 4 Comments »

Chiang Khong Mortal Kombat

Die Ueberlandfahrt von Thailand nach Laos hat uns bis an unser Lebensende traumatisiert. Eigentlich haetten wir noch mal eine aehnliche, aber 24-stuendige Fahrt von Ventiane nach Hanoi machen sollen. Mittlerweile tut es nicht mehr so weh, fuer ein sicheres Ueberleben viel Geld zu bezahlen, weshalb wir 130 Euro fuer einen einfachen Flug latzen muessen. Gut, dass wir das fruehestens in Australien bereuen werden.

Ein Zwischenstop auf unserer Fahrt war das beschauliche Chiang Khong. Es waren die bis dato teuersten Zimmer, die wir je gebucht haben, und gleichzeitig auch die schlechtesten. Da wir die Strecke mit unserem Guesthouse organisiert hatten, hatten wir eigentlich null Einfluss auf das, was geschehen wuerde. Riesenkakerlaken, Geckos und Spinnen im undichten Zimmer ohne Ventilator. Zu dritt. Noch nie hat man uns so in Angstschweiss und Ekel kuscheln sehen.

Von Chiang Khong ging es dann nach Huay Xai, der Grenzstadt auf laotischer Seite. Von dort haetten wir EIGENTLICH ein Slowboat ueber den Mekong nach Luang Prabang nehmen sollen. Eigentlich. Als wir naemlich auf unsere Stempel warteten, erzaehlte uns der Orgaisator, dass es ja auch einen Bus gaebe. Der wuerde auch nur 10 Stunden und nicht 2 Tage brauchen, und man muesste nicht noch wahlloserweise eine Nacht in einem Dorf voller Diebe verbringen. Und ueberhaupt, das Slowboat waere furchtbar, der Bus aber immerhin voll klimatisiert und… alle fielen darauf rein und buchten den Bus.

Wann genau eine 10 stuendige Busfahrt durch die unasphaltierten BERGE von Laos je genau attraktiv schien ist mir bis heute noch unklar. Als wir im Regen mit einem Reifen ueber die Klippe rutschten wusste ich, dass mein Leben vorbei war. Ich rief meine Mutter an und sagte ihr, dass ich sie liebte. In ihrer unantastbaren Coolness sagte sie nur: “Kind, hoer auf rumzujammern, sterben wirst du erst, wenn ich dich mit meinen eigenen Haenden dafuer erwuergen darf, dass du je weggegangen bist”. Wir haben tatsaechlich ueberlebt, aber nicht, ohne einen immensen Schaden davon zu tragen. Hier noch einige Dinge, die ganz interessant waren:

- Die Busfahrt dauerte 16 Stunden. Wir kamen erst um 5 Uhr morgens in Luang Prabang an und mussten samt Gepaeck erst mal alle Guesthaeuser wach klingeln und fuer viel zu viel Geld uebernachten.
- Der Bus hatte keine Klimaanlage
- Die Sitze waren aus durchgedruecktem Plastik.
- Es gab null Beinfreiheit, und die behinderten, fotzenfruehstueckenden Englaenderinnen vor mir mussten ihren Sitz auch noch zurueckklappen. Oh Gott, ich haette denen sowieso am liebsten so hart ins Gesicht getreten, diese unfaehigen, vollgeschaedigten, durchgefickten, abgeleierten Hurenstuecke von Menschen, sowas habe ich in meinem Leben noch nie gesehen, Tussis, die einfach nur zurueckgefickt und abgetrieben gehoeren, alle beide. Und dann sind die uns auch noch immer hinterhergelaufen, und haben immer unseren Scheiss mitgebucht, mir waren schon die Aederchen im Auge geplatzt, so sehr tat es weh.
- Wir hatten Huehner im Bus
- Es kamen staendig mehr Leute in den schon vollgepackten Bus. Die sassen dann entweder auf Plastikstuehlen im Gang, oder standen einfach ein paar Stunden.
- Der Busfahrer trank bei jeder Pause erst mal ein paar Bier, wahrscheinlich, um sich besser auf den Weg konzentrieren zu koennen.

Leider gibt es von dieser Reise keine Beweisfotos, weil ich mich zu stark darauf konzentrieren musste, die unkontrollierbare Durchfallexplosion zu zaehmen. Am Ende hat es sich natuerlich fuer Luang Prabang gelohnt. Es gab bisher wirklich keine Stadt, die mich so um den Finger gewickelt hat, so viel Charme und Sexyness. Und die Laoten selbst, staendig nur am Opium chillen und smilen, als ob es sonst nichts gaebe. Sowas zerbackenes, da steht quasi mein Name drauf… aber dazu spaeter mehr..

October 24th, 2010 Posted in Urlaub | 5 Comments »