CAPTAIN MURPHY // DUALITY

Anscheinend weiß immer noch keiner, wer Captain Murphy ist, aber ich schiebe es Tyler, The Creator in die Schuhe. In jedem Fall aber ist es die Odd Future Gang, niemandem sonst traue ich so viel Schabernack in einer gesunden Mischung mit Talent zu. Ich kann mir nicht vorstellen dass Earl Sweatshirt sein erstes Release nach dem Exil zu einer hypnotischen Psycho-LSD-Anleitung für Sektengründer macht. Im Übrigen meine ich den Flow identifizieren zu können, aber da lag ich schön öfter falsch, also verwettet nicht eure Organe bei einem dubiosen russischen Kartenspiel drauf.

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November 26th, 2012 Posted in Musik | 1 Comment »

Odd Future

Ich versuche zu rekonstruieren, was passiert ist, seitdem ich hier eingezogen bin und Nacht für Nacht an meinem Fenster sitze und mir dabei “Yonkers” oder “Earl” anhöre und mitwippe und mitrappe und meine Arme hektisch bewege. Alles dreht sich gerade um OFWGKTA. Alles. Das geht hier leider ein bisschen unter, weil viel passiert. Fahrräder passieren, Nightrides passieren, Rumstromern und beim Versuch, in einen Yard zu klettern und von den Cops gebustet zu werden passiert, beim James Blake Konzert vor’m Berghain rumhängen und nach Tickets suchen und für viel Geld Tickets finden und dann vom Bass erhängt zu werden passiert, zu wenige Champions für die Crew kochen passiert, sich beim Einkaufen totschleppen passiert, beim Arbeitsamt Scheisse labern passiert, sich den Kaffee über die Hose schütten passiert, eine Stunde vor Abfahrt Wäsche waschen und hoffen dass sie rechtzeitig trocknet passiert, im Luzia nicht reingehen weil man zu müde ist passiert, im Jenseits für 15 Minuten mit nur 3 anderen Menschen zu Hip Hop tanzen und danach direkt wieder reinhauen passiert, sich mit seinen eigenen Stiften vollmalen passiert, sich zwei Achter reinfahren passiert, sich die Birne wegkiffen passiert, sich um drei Uhr morgens auf die Oberbaumbrücke setzen und kurz Luft holen passiert, im Sysyphos raven und die Location für gut befinden passiert, die liebsten Freunde umarmen passiert, mit Nico wahllos streiten und ihn in den Wahnsinn trollen passiert, ohne Absätze schreiben passiert, Nadines Aufführung zum zweiten Mal gucken und dabei Gänsehaut bekommen passiert, nach Mitte fahren um ein Magazin zu kaufen passiert, an der Strandbar Mitte chillen passiert, Jackass 3D gucken und bei der Phantom staunen passiert, Frank Ocean rauf und runter hören passiert, tausend andere Sachen, die passieren, einfach wieder vergessen.

Aber eine schöne Konstante gibt es: Odd Future. Ja ja, es ist ein Hype, von mir aus. Nennt es doch so. Vielleicht ist es in ein paar Monaten vorbei und ich werde mich nur noch an das rohe Potenzial dieser krassen Dudes aus LA erinnern, aber am Ende des Tages zählt nur, wie sehr mich dieses Rap-Kollektiv, bestehend aus vorlauten Kindern mit Ambitionen, eigentlich inspiriert. Und ich darf zu diesem Höhepunkt meines eigenen Groupie-Daseins einfach mal zu einem Konzert. In diesen stillen, ruhigen Tagen der Vorfreude werde ich nichts anderes tun außer mich darauf optisch als auch mental vorzubereiten. In dem Sinne: Fuck School Burn Shit Kill Them All. SWAAAAAAAAAAG.

April 18th, 2011 Posted in (Pop)Kultur, Gangster | 8 Comments »