"Girl gone wide."


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Am Samstag geht nach Thailand. Also ist es wohl Zeit, euch auch offiziell mit meinem neuen Reiseblog 80days.co bekannt zu machen. Dazu möchte ich auch ein bisschen was erzählen. Könnte lang und ätzend werden, sorry. Ich erwarte trotzdem fett Likes von euch.

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by yeahs in Urlaub


Ich hab ja die Malediven früher immer mit Moldawien verwechselt. Ist aber egal jetzt. Welche größenwahnsinnigen Vorstellungen auch immer man von der königlichen Natur auf den Malediven haben mag – sie liegen mit Sicherheit alle immer noch sehr weit entfernt von der Realität. In meinem kurzen Leben bin ich an vielen Orten gewesen, die man durchaus mit dem Adjektiven “traumhaft” oder “paradiesisch” behaften kann, aber noch nie war ich so verbannt in eine Trance der Schönheit wie auf diesen wirklichkeitsfremden Atollen. Die Sterne, das Wasser, die Luft, der Sand, die Palmen, die Früchte – ach, whatever. Ich sag euch was: das war alles professionell gephotoshopped. Selbst bei stürmischem Wetter in der Regenzeit.

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by yeahs in Urlaub


Ich brauche Urlaub. Um diesen Anlass zu feiern, wurde ich freundlicherweise gebeten, auf die Malediven zu reisen. Wie ihr sicher wisst, ist mir das Unterwasser lieber als das Drüber, und deshalb ist diese Destination quasi wie die Verwirklichung meiner ganz persönlichen Flitterwochen mit mir Selbst. Im glasklaren Wasser an heiligen Standstränden mit erbarmungslos schönen Korallenriffen werde ich fünf Tage Herbst für Rafaello-Sommer tauschen und euch zudem beweisen, dass “Malle” nicht immer unbedingt Ballermann 6 bedeutet.

Der Witz an meinem Schicksal ist allerdings, dass für die gesamte Zeit meiner Anwesenheit Tropenstürme und Megaschlechtwetterlage angesagt ist. Natürlich, bei 30 Grad Tagestemperatur im Schatten macht einem das bisschen Regen nichts aus. Ich wollte das aber trotzdem betonen – die Wettervorhersage, meine ich – um euch zu verdeutlichen, dass nicht ALLES an meinem Leben echt richtig geil und beneidenswert ist. Und bevor ihr euch jetzt mit “FIRST WORLD PROBLEMS!” Ansagen auf mich stürzt, bedenkt bitte dabei wie es den Leuten gehen muss, die jetzt tatsächlich dort ihre Flitterwochen verbringen müssen. Stürmisches Wetter auf einer Insel: richtig geil. Wenigstens habe ich die perfekten Menschen mit dabei, deren Namen ich nicht nennen werde, damit ihr nicht gleich ausrastet. Ich sag nur so: zwei unglaubliche Männer und drei unglaubliche Frauen werden mein Händchen halten, wenn ich beim Tiefseetauchen vor Aufregung in meinen Beatmungsschlauch kotzen muss. Sorry, boys & girls.

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by yeahs in Urlaub


Ich hatte ja überlegt, meine Reisevideos zu einem lamen Urlaubsvideo zusammenzuschneiden, aber nachdem ich das hier gesehen habe, verzichte ich dann doch auf die Blamage.

by yeahs in (Pop)Kultur Urlaub


Mutter’s Kommentar über die Innenstadt: “So viele Ausländer, das hätten wir in Offenbach auch haben können.” Fremdenfeindlichkeit und Zynismus sind bei mir ganz offensichtlich erblich veranlagt.

Man glaubt mir nicht, wenn ich sage, dass ich Deutsche bin. Selbst, wenn ich Deutsch spreche, glaubt man mir nicht.

Ich verstehe jetzt, wieso sich so viele Ausländer über den Ruf zum Gebet am Morgen (oder egal um welche Tageszeit) beschwerten, obwohl ich mich daran erinnere, das in Damaskus immer als ganz großartigen Moment erlebt zu haben. Der Unterschied liegt in der Koordination der Akustik. In Marrakech kann man immer und überall jeden Imam und jede Moschee hören, sodass man das Gefühl bekommt, den Alarm einer Naturkatastrophe mitzubekommen. Und das fünf Mal am Tag. In anderen Städten (ich kann nur für den Libanon und für Syrien attestieren) kann man meistens immer nur eine Moschee hören. Keine Stimme war schöner als die unserer Moschee in Damaskus… seitdem ich denken kann stehe ich jedes Mal auf dem Balkon um dem Gesang zuzuhören, wenn es so weit ist, und jedes Mal fesselt es mich. Ich hoffe, dass es eine Aufnahme ist, und dass ich das für immer hören werden kann. In Marrakech wollte ich mir in den Kopf schießen.

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by yeahs in Urlaub


Nachdem ich heute morgen um halb drei ins Bett gefallen bin (gefühlte Jahrzehnte im Zug zwischen Schönefeld und Wedding) und dann noch nicht mal einschlafen konnte, weil ich die ganze Zeit an die Berge von Arbeit denken musste, die mich nur vier Stunden später erwarteten, bin ich immer noch latent zerknatscht und lasse daher erstmal Bilder für meine aufregende Reise sprechen:

delayed-flight-fuuu

madrid-am-meer

wetter

Nachdem das alles gesagt wurde, hier noch einige erwähnenswerte Anekdoten:

Tapas. Tapas waren die einzige Motivation, bei nuklearem Winter das Haus zu verlassen. Tatsächlich ist dieses Konzept von kostenlosem Essen beim Sozialisieren (sprich: Saufen) ein gänzlich großartiges Prinzip. Irgendwann war es auch so weit, da habe ich wildfremden Leuten Bier ausgegeben, um mir die dazugehörigen Tapas zu klauen.

Real vs Barcelona. Es mag zwar nicht das schönste Spiel der spanischen Liga gewesen sein, aber immerhin war es 90 Minuten lang interessanter als das Wellness-Fußball unserer Nationalsport-Gemeinde. Ach, was erzähle ich da; ich würde mir auch 52 Wochen lang Bahn-TV mit Vergnügen in die Birne ballern, solange nur Casillas in jeder Sequenz zu sehen wäre. Casillas, Torhüter von Real Madrid, vielleicht auch der schönste Mann der Welt.

casillas

Madrid. Bei Weltuntergangswetter sieht diese Stadt ungefähr genauso charmant aus wie Tottenham. Durch meine ausgeprägte Fantasie konnte ich mir zwar in etwa vorstellen, welche vollbusigen, elfenartigen Wesen da durch den Sonnenschein im Hochsommer spazieren und wie sich schöne Menschen im Park zärtlich lieben, aber ich hatte nicht viel Geld bezahlt, um mir Dinge vorzustellen, also bin ich im Regen durch Pfützen marschiert und habe frierende Spanier mit meinem guten deutschen Pelz zugedeckt.

Wir haben ein paar Schritt gen Tourismus ausprobiert, waren nach einigen Stunden aber wieder zu faul und haben uns stattdessen wieder an die Tapas rangepirscht (“No Jamon, Motherfucker!!”) und das ganze Wochenende mit Filme gucken und Karten spielen verbracht. Das war’s auch schon. Als Hauptgewinn gibt’s eine Erkältung oben drauf. Um mich selbst zu trösten gibt’s jetzt noch mal ein Bild von Casillas:

iker-casillas

by yeahs in Gangster