Ferias no Brasil

Veröffentlicht March 2, 2011

Ich hatte ja überlegt, meine Reisevideos zu einem lamen Urlaubsvideo zusammenzuschneiden, aber nachdem ich das hier gesehen habe, verzichte ich dann doch auf die Blamage.

 
 

Momente aus Marrakech

Veröffentlicht February 23, 2011

Mutter’s Kommentar über die Innenstadt: “So viele Hawaks und Kanacken und Maroks, das hätten wir in Offenbach auch haben können.” Fremdenfeindlichkeit und Zynismus sind bei mir ganz offensichtlich erblich veranlagt.

Man glaubt mir nicht, wenn ich sage, dass ich Deutsche bin. Selbst, wenn ich Deutsch spreche, glaubt man mir nicht.

Ich verstehe jetzt, wieso sich so viele Ausländer über den Ruf zum Gebet am Morgen (oder egal um welche Tageszeit) beschwerten, obwohl ich mich daran erinnere, das in Damaskus immer als ganz großartigen Moment erlebt zu haben. Der Unterschied liegt in der Koordination der Akustik. In Marrakech kann man immer und überall jeden Imam und jede Moschee hören, sodass man das Gefühl bekommt, den Alarm einer Naturkatastrophe mitzubekommen. Und das fünf Mal am Tag. In anderen Städten (ich kann nur für den Libanon und für Syrien attestieren) kann man meistens immer nur eine Moschee hören. Keine Stimme war schöner als die unserer Moschee in Damaskus… seitdem ich denken kann stehe ich jedes Mal auf dem Balkon um dem Gesang zuzuhören, wenn es so weit ist, und jedes Mal fesselt es mich. Ich hoffe, dass es eine Aufnahme ist, und dass ich das für immer hören werden kann. In Marrakech wollte ich mir in den Kopf schießen.

Meine Mutter und ich haben uns nicht viel zu sagen, und wir mussten feststellen, dass wir beide unsere Süchte mit uns tragen: sie das Fernsehen, ich das Internet. Um den Verlust unserer Stimulanten zu kompensieren, guckten wir uns die einzige Serie an, die ich auf meinem Laptop hatte: Bored to Death. Eine komplette Staffel in zwei Tage. Bored to Death mit seiner konservativen, islamischen Mutter zu gucken, ist in etwa so wie mit einem Priester einen Porno auszuleihen. Überraschenderweise fand sie die Serie sogar lustig; könnte aber auch an den Entzugserscheinungen gelegen haben.

Marrakech kann man sich getrost in 3 Tagen anschauen. Das Essen ist fantastisch, aber es gibt nicht viel zu tun. Die “Neue Stadt”, außerhalb der Medina, ist keine Stadt. Sie ist eine Ansammlung von teuren Geschäften und Sandsteinplattenbauten. Überall stehen Resorts und Kameltreiber, die Touristen abziehen. In der Medina selbst verirrt man sich meistens nur. Am dritten Tag wurde uns schon langweilig und wir machten einen Ausflug nach Ourika und Sitti Fatma mit dem jungen Mann, der sich um unser Riad (also unser Hotel) kümmerte. Hätte ich gewusst, dass wir dort einen Wasserfall besichtigen, hätte ich mich nicht dazu aufgerafft, aber so ist es; es ist mein Schicksal, jeden Wasserfall auf der Welt angucken zu müssen, und dabei gibt es nichts, was ich langweiliger finde. Wasser fällt Berg hinunter. Ganz, ganz große Sache. Ich wäre gerne in die Sahara gefahren aber dafür hat die Zeit natürlich nicht gereicht.

Backpacken ist natürlich etwas gänzlich anderes, als mit der Mutter in den Kurzurlaub zu düsen. Backpacken, das ist ganz zufällig gucken wo man als nächstes hingeht, und zwar voll und ganz an den Menschen orientiert, die man trifft. Oder an den Karten, die man sieht oder an den Reiseberichten, die man lies. Alleine die Tatsache, dass ich in Marrakech nach drei Tagen gelangweilt war, jedoch nicht weiter konnte (schließlich musste ich nach Hause fliegen), hat mich voll irritiert. In einem anderen Land noch Fernweh haben, genau das ist das, was das Backpacken so erfüllt: man kann weiter. Und es hat mich in den Füßen gejuckt, ich wollte weiter in den Süden, durch ganz Afrika reisen und niemals aufhören. Stattdessen saß ich ein paar Tage später wieder im Flugzeug zurück und musste schlucken. Was für eine Krankheit, dieses Reisen.

Klar, dass man im Alter auch mal mehr Ängste ertragen muss: Angst vor dem Tod, vor Routine, Geldsorgen, solche Sachen. Dass ich in meinem Alter langsam Angst vor dem Fliegen bekomme ist eher verwunderlich. Mir hat das Fliegen nie etwas ausgemacht, aber je öfter ich im Flugzeug sitze, desto eher werde ich nervös. Ich fliege seit dem ich denken kann mindestens ein Mal im Jahr, und dieses Jahr – wir haben erst Februar – habe ich es schon geschafft, in 8 verschiedenen Fliegern zu sitzen. Vielleicht ist das das Gesetz der Statistik. Ich hatte jetzt bestimmt schon über 200 gut gelaufene Flüge in meinem Leben und mein Bewusstsein (also die Angst) möchte mir wahrscheinlich durch die Blume hin mitteilen, dass mein Kontingent an Glück und Wahrscheinlichkeit bald aufgebraucht ist. So wird also jeder weitere Flug, der mich näher an mein Ziel bringt (welches ich bisher noch nicht definieren kann) mir ein Stück meiner Seele rauben. Ich schreibe ein Buch, ich nenne es “Gefickt vom Leben, oder: wie Gott einen einzigen Mensch hasste.”

Ich werde fett. Ich merke, dass es Zeit wird, wieder auf eigenen Beinen zu stehen, weil ich schon nicht mehr weiß, wie sich Hunger anfühlt. Ich muss wieder anfangen zu rauchen und mich von Thai-Essen ernähren um meine Figur zu halten. Außerdem wird es Zeit, von zu Hause abzuhauen, wenn die Mutter Dinge sagt wie “Du bist hier nicht im Urlaub, mach was für den Haushalt”. Es wird Zeit.

 
 

Madrid

Veröffentlicht December 1, 2009

Nachdem ich heute morgen um halb drei ins Bett gefallen bin (gefühlte Jahrzehnte im Zug zwischen Schönefeld und Wedding) und dann noch nicht mal einschlafen konnte, weil ich die ganze Zeit an die Berge von Arbeit denken musste, die mich nur vier Stunden später erwarteten, bin ich immer noch latent zerknatscht und lasse daher erstmal Bilder für meine aufregende Reise sprechen:

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Nachdem das alles gesagt wurde, hier noch einige erwähnenswerte Anekdoten:

Tapas. Tapas waren die einzige Motivation, bei nuklearem Winter das Haus zu verlassen. Tatsächlich ist dieses Konzept von kostenlosem Essen beim Sozialisieren (sprich: Saufen) ein gänzlich großartiges Prinzip. Irgendwann war es auch so weit, da habe ich wildfremden Leuten Bier ausgegeben, um mir die dazugehörigen Tapas zu klauen.

Real vs Barcelona. Es mag zwar nicht das schönste Spiel der spanischen Liga gewesen sein, aber immerhin war es 90 Minuten lang interessanter als das Wellness-Fußball unserer Nationalsport-Gemeinde. Ach, was erzähle ich da; ich würde mir auch 52 Wochen lang Bahn-TV mit Vergnügen in die Birne ballern, solange nur Casillas in jeder Sequenz zu sehen wäre. Casillas, Torhüter von Real Madrid, vielleicht auch der schönste Mann der Welt.

casillas

Madrid. Bei Weltuntergangswetter sieht diese Stadt ungefähr genauso charmant aus wie Tottenham. Durch meine ausgeprägte Fantasie konnte ich mir zwar in etwa vorstellen, welche vollbusigen, elfenartigen Wesen da durch den Sonnenschein im Hochsommer spazieren und wie sich schöne Menschen im Park zärtlich lieben, aber ich hatte nicht viel Geld bezahlt, um mir Dinge vorzustellen, also bin ich im Regen durch Pfützen marschiert und habe frierende Spanier mit meinem guten deutschen Pelz zugedeckt.

Wir haben ein paar Schritt gen Tourismus ausprobiert, waren nach einigen Stunden aber wieder zu faul und haben uns stattdessen wieder an die Tapas rangepirscht (“No Jamon, Motherfucker!!”) und das ganze Wochenende mit Filme gucken und Karten spielen verbracht. Das war’s auch schon. Als Hauptgewinn gibt’s eine Erkältung oben drauf. Um mich selbst zu trösten gibt’s jetzt noch mal ein Bild von Casillas:

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Madrid · Kategorien: Realwelt · 7 Kommentare
 
 

Eyes on Malta: Videowettbewerb

Veröffentlicht September 13, 2009

Update: Der Wettbewerb wurde noch bis zum 31. 12. verlängert! Also wer noch nicht mitgemacht hat, jetzt ran an die Kameras!
Der Sommer zieht vorbei und der Winter bricht ein. Zeit also, mal die Perspektive zu wechseln und ein bisschen von anderen Orten zu träumen, wo man zumindest noch bis Oktober eine knackige Bräune erlangen kann..

Fischerdorf in Malta

Und zwar geht es um Malta, die liebste Insel für alle, die gerne einen Englischsprachkurs machen wollen. Aber weil da auch noch mehr geht als Reisegruppe und Klassenfahrt, will die Malta Tourism Authority mit einem Kreativ-Wettbewerb mal alle dazu auffordern zu zeigen, dass Malta ein wunderschöner Ort zum Chillaxen ist. Kurzgesagt geht es um einen Videowettbewerb auf YouTube. Bis zum 31. Oktober haben alle Teilnehmer (gerne auch Profis) Zeit, ein Video aufzunehmen das beweist, dass Malta ein großartiger Urlaubsort ist.

Ich persönlich war ja noch nie auf Malta. Ich war mal auf Zypern, aber das zählt ja leider nicht. Und, ich gebe zu, mein Wissen über Malta ist erschreckend gering. Ich weiß immerhin, dass Malta im Mittelmeer liegt, zur EU gehört und irgendwann mal eine britische Kolonie war. Daher lasse ich mich durch die Videos gerne belehren. Im Übrigen darf bei dem Wettbewerb auch jeder mitmachen, der genauso eingeschränkt in seinen Erfahrungen ist wie ich… manchmal braucht man ja auch einfach nur einen Grund, um zur Kamera zu greifen.

Im Eyes On Malta Channel auf YoutTube kann man sich die fertigen Kreationen dann anschauen und bewerten. Die Videos mit den meisten Klicks und besten Bewertungen werden schon mal mit einer VisitMalta-Tasche beglückt. Der Gewinner darf sich in einem 5-Sterne-Hotel auf Malta mit zwei Freunden und tausend Euro in der Tasche sechs Tage lang verwöhnen lassen. Schlecht ist doch was anders…

Wer bei dem Contest mitmachen möchte, der sollte sich schleunigst ein cooles Video ausdenken und bei www.mein-malta-video.de hochladen. Der Film sollte mindestens eine halbe Minute und bis zu 15 Minuten lang sein. Ich hätte ja schon Lust drauf, nach Malta zu kommen, hab aber immer noch nicht für ein technisch einwandfreies Gerät gesorgt, dass zu Videoaufnahmen in der Lage ist… (ernsthaft. Ich besitze eine 2 Megapixel Kamera in meinem Handy und eine analoge Spiegelreflex, die man durchaus auch als Kreuzfahrtschiff-Anker benutzen könnte). Jedenfalls würde ich persönlich ein Video darüber drehen, wie ich mir Malta vorstelle. Irgendwie ein bisschen wie Italien, aber ohne die Hektik. Und ein bisschen mehr wie in Frankreich, wenn auch freundlicher. Und das Essen? Hauptsache nicht britisch! ;)

Genaueres gibt es noch im Videoclip zur ganzen Aktion zu sehen, viel Spaß:

Ich muss sagen, ich finde solche Aktionen generell echt in Ordnung. Wenn Agenturen endlich begreifen, dass man das Internet durchaus als neues Marketingmedium nutzen kann und damit eine bestimmte Zielgruppe anspricht, dann erblüht mein Herz ein bisschen. Durch solche Incentives wird nicht nur die Reichweite der Kampagne gesteigert, sondern auch die Nachhaltigkeit. Und wenn sich da jemand nach Lust und Laune austoben kann und noch was dazu verdient- hey, warum nicht? Und am Ende gibt’s eine schöne Reise..

Dieses Posting ist übrigens mein Beitrag als Mitglied der Onlinebotschafter.

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