Ich kann nicht aufhören. Ich dachte, ich könnte das fehlende Fußballerlebnis irgendwie überstehen, aber das hat jetzt sogar schon physische Auswirkungen. Meine Kopfschmerzen und mein Delirium sind nur darauf zurück zu führen, dass es vorbei ist. Vier Jahre warten. Vier Jahre für einen Monat. Und bei meinem jetzigen Lebensstil werde ich wohl kaum das Jahr 2014 bewusst mit erleben.
Deshalb flüchte ich jetzt in Bundesliga, und davor noch in Nachreportagen, Erzählungen, Fußball, Dokumentationen, Irrelevantes, völlig egal, hauptsache ein Ball und ein Tor und ein glückliches Herz, nämlich meins. Für alle, denen es ähnlich geht:
Sehr coole Serie des Vice-eigenen VBS-Senders, die Fußball, Kultur und Kunst verbindet. Die Episode zu Berlin soll angeblich noch kommen. Das will ich aber auch hoffen. Hier der Trailer:
Die Folgen zu Paris und Mailand sind ziemlich stark, und ich muss sagen, dass dieses VBS-Dings mir immer mehr gefällt. Wobei das natürlich auch am Fußball liegen könnte. Wer weiß.
Die Leute kommen zu mir und fragen mich, warum ich nicht mitgehen will- zur dicksten Party aller Zeiten, wie jedes Wochenende. “Hey S, das ist die dickste Party aller Zeiten!“, und ich denk mir nur, “Jaja, die dicksten Partys hab ich schon gesehen”. Mit einundzwanzig Jahren und gefühlten 500 Stunden Arbeit die Woche hat man für solche Kinkerlitzchen eben keine Zeit mehr, und ganz ehrlich? Ich komm vom Dorf. Wir haben noch im Krankenhaus Party gemacht, weil es nichts anderes zu machen gab.
Eine ganze Jugend im Zeitraffer, gefilmt von den grandiosen RADIO ACTIVE Kids. Alles echt, nix gestellt. Grandioses visuelles Kurzpanorama des IST-Zustandes. Das haben American Apparel, die Vice, die Medien, das billige Bier, die vielen Kippen, die gute Musik und unsere Eltern nun aus uns gemacht. So schaut das aus.
Meine Zeit ist definitiv noch nicht vorbei, aber ich lege gerade eine kleine Verschnaufpause ein. Die ganzen schäbigen Studenten können es sich vielleicht leisten, von flüssig Brot zu leben und tagsüber zu schlafen- aber solange ich hier noch einen Job habe, gibt’s für mich nur Gähnorgien und eine kleine Erinnerung an das, was noch bis vor kurzem auf dem Tagesprogramm stand. Prinz Pi und die RADIO ACTIVE Kids haben es echt geschafft, mich in eine Zeitmaschine zu setzen.