Dots

Dots

Zu Hause ist, wenn ich keinen Hunger mehr habe und die ganze Nacht wach bleibe, um mich in irgendein nerdiges Fachgebiet einzulesen (etwa durch die Meilensammler-Foren oder Keto-Diät-Fanatiker). Diese Weihnachten soll aber alles anders kommen, denn ich habe Dots entdeckt.

Dots ist eine App für das iPhone, die genau die Mitte zwischen “dummes Sabbern” und “angestrengte Konzentration” erfordert. Man kann es so oder so spielen. Letztlich geht es nur darum, Punkte zu machen, indem man gleichfarbige Dots miteinander verbindet. Umso besser, wenn man ein Quadrat macht, denn dann verschwinden alle Dots der Farbe. Das ist wirklich stupide langweilig und sinnlos, hat aber einen noch höheren Suchtfaktor als Spark, meiner anderen neuen Lieblingsapp, die ich euch jetzt aber noch nicht vorstelle. Ich übe noch. Und dann zeige ich euch die besten Resultate meiner Spark-Fähigkeiten (okay, weil ihr so fragt: hier mein erstes Video über den Diabetiker-Haushalt, in dem ich hier meinen Urlaub verbringe).

Anyway. Dots. Frohe Weihnachten. Happy Hannukah. Leute, beide Toilettenspülungen in diesem Haus sind kaputt.

December 23rd, 2013 Posted in (Pop)Kultur, Konsumbehindert | Comments Off

Boutique Weihnachtsmarkt My ASS

Boutique Weihnachtsmarkt My ASS

In den letzten drei Wochen habe ich unzählige E-Mail-Einladungen zu irgendwelchen sinnlosen Märkten bekommen. Auf “den Markt gehen” ist das Tatort-Gucken der neuen hippen Draußen-Aktivität. Irgendein Lauch hat eines Tages gesagt, “kommt, liebe urbane Großstädter, lasst uns einen auf Alt machen, dann ist das wieder hip und wir müssen nicht mehr so hart feiern gehen”, und deshalb gucken alle coolen Menschen Sonntagabends Tatort und gehen an lauen Wochenenden der Weihnachtszeit auf Boutique-Design-Weihnachtsflohmärkte.

Dinge, die es dort zu kaufen gibt (auf jedem einzelnen dieser Märkte):

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December 5th, 2012 Posted in Berlin, Konsumbehindert | 8 Comments »

Holidays

Ich hätte gerne ein paar freie Tage über die Feiertage gehabt, doch jetzt bin ich froh, dass ich die Leere unbewältigt verdrängen kann um mit dem stressigen Alltag fortzusetzen. Zurück zu den Steuern, zu den Rechnungen, zu den Essays, zu den Geldsorgen, zu den Diätzwängen, zu den Dauerläufen, zu den Projekten, zum Freizeitstress. Endlich.

January 1st, 2012 Posted in Gangster | 5 Comments »

TERRA X

TERRA X BBC ZDF Doku Eisige Welten

Ich spüre, wie sich das Universum ausdehnt, wie sich Raum und Zeit in alle Richtungen erstrecken. Diese mir sonst versperrte Vorstellung wird greifbar, denn ich habe mich in den letzten Tagen sehr ausführlich mit der Ruhe und der Beständigkeit der tiefsten Punkte meiner Seele auseinandergesetzt. Mir ist richtig beschissen langweilig. Die Grenzen zwischen Langweile und Depression können an Weihnachten schon mal verschwimmen- mir bleibt nichts anderes übrig, als fest an das Ende dieser Tage zu glauben.

Denn an Weihnachten bleibt die Zeit in diesem Haushalt stehen. Gemessen werden keine Stunden oder Minuten, sondern nur die Momente, an denen man sich nicht vor Langweile umbringen möchte. So friedlich und still das kollektive Nichtstun auch sein mag, wenn sich der aufgewirbelte Staub denn erst Mal legt, erkennt man auch, wie dreckig der Boden eigentlich ist. Und dann bindet sich dieses widerliche Gefühl davon, wie das Universum nicht aufhört, noch größer und mächtiger zu werden, an das Gefühl, bei den Eltern zu Hause zu sein. Das sorgt dann für dieses trügerische Heimweh, eine Art Kausal-Wahnsinn der sagt: hier bist du nicht zu Hause, und wenn nicht hier, dann kannst du dir ja auch irgendwo einen Ort aussuchen, und an dem wirst du definitiv glücklich.

So denke ich an das letzte Weihnachten, welches ich mit meinem Arsch nach oben auf dem Grill von Bali verbrachte; an eine Reise, die in mir genau dieses Gefühl der Einsamkeit manifestierte, dieses “nicht klarkommen”, wenn man nicht ständig NOISE NOISE NOISE um sich herum hat. Alltag, Stress, Freunde, das ständige Gelaber, To Do Listen. So widerlich diese Routine auch sein mag, sie überdeckt die eigenen Schreie. An Weihnachten kann man es rein aus Gründen der Infrastruktur nicht umgehen. Und wenn man selbstständig auf sein eigenes Hotelzimmer in Kuala Lumpur geht, nach erfolgreichem Tag im Ausland, nach unheimlich vielen tollen Begegnungen, und nichts mehr außer kahlen Wänden und einem nicht ausreichend funktionierendem Ventilator existiert, dann verkrampft sich alles und man erkennt, dass man sein zu Hause mit Sicherheit nicht alleine finden wird. “Alleine” ist ein Trugschluss, und die Einsamkeit in diesen Momenten im Keller aller Gedanken sorgt dafür, dass ich das weiß.

Anders gesagt: die Länge meiner bewusstseinserfüllten Tage richtet sich danach, wie gut oder schlecht das Fernsehprogramm ist. Der ZDF zeigt gerade die Terra X Doku über unseren eiskalten Planeten, die man sich auch online angucken kann. Die Bilder sind wie ein Traum, den man nicht verpassen sollte. Über die Mediathek-App kann man sich die Folgen sogar runterladen, sobald sie ausgestrahlt wurden. Weihnachten ist also auch nächstes Jahr für 3 Stunden gerettet.

December 26th, 2011 Posted in Gangster | 2 Comments »

Wishlist

Ich feier kein Weihnachten. Als Kind gläubiger Moslems durften wir einmal im Jahr für knapp 30 Tage hungern und wenige Wochen später zum Dank ein Schaf schlachten, um die blutigen Überreste an arme Menschen zu verteilen. Meine deutschen Freunde Silke und Klaus haben sich in der Zwischenzeit an kleinen Hundewelpen, Holzmöbel und neuen Schulranzen von 4You erfreut. Und ihr fragt euch, warum ich gestört bin.

Später haben meine Brüder und ich uns angewöhnt, an Heiligabend zu McDonalds zu fahren und dort mit den anderen Immigrantenkindern auf drei eintönige Feiertage anzustoßen (die Juden durften nicht, die hatten Hanukkah, aber meistens schimmelten da noch ein paar Chinesen rum. Von denen waren einige auch hundertprozentig Massenmörder oder mindestens Tierquäler, so, wie die von ihren Eltern getriezt wurden. Dabei habe ich mich immer gefragt, was die eigentlich bei McDonalds machten).

Aber nur, weil ich Weihnachten aufgrund der Langweile boykottiere und völlig davon traumatisiert bin, jedes Jahr drei Tage lang aus Mangel an heidnischen Freunden und geschlossenen Etablissements mit meinen Eltern und Brüdern in einem Haus eingesperrt zu sein– jedenfalls, nur weil ich diesem Feiertag gegenüber latent abgeneigt bin, heisst das nicht, dass ich solche Feste des Konsums und Größenwahns wehement ablehne oder gar boykottiere. Mitnichten.

Ich werde zwar ungerne beschenkt (weil ich meine Wutausbrüche unterdrücken muss, wenn man nach unzähligen Bemerkungen einfach nicht verstanden hat, was ich denn eigentlich wollte), habe aber eine Leidenschaft für das Verfassen von Wunschzetteln entwickelt. Von einem komplett möbilierten Traumhaus in ewiger Perfektion bishin zu meiner eigenen H&M-Filiale steht da so einiges drauf. Für das, was halbwegs machbar ist, gibt es Amazon.

Das mit dem Konsum und dem Geld, alles schön und gut. Irgendwann wird es stumpf, weil man vieles von dem, was auf der Liste steht, weder braucht noch eigentlich dringend will. Ich möchte hier keinesfalls behaupten, dass Geld nicht glücklich macht, ich will ja nicht den Eindruck einer sentimentalen alten Trulla erwecken.. aber: es ist zu einfach. Deshalb habe ich letztens eine ganz andere Liste erstellt. Einen Wunschzettel an Dingen, die man sich nicht kaufen kann ((wenn wir ehrlich sind, dann können wir wahrscheinlich alles heutzutage kaufen. Ich möchte damit sagen, dass das Dinge sind, die man sich echt nicht kaufen müssen sollte)). Ich habe es mal in etwa so realistisch gehalten wie bei einem herkömmlichen Wunschzettel, deshalb steht da Weltfrieden und so ein Gesülze nicht drauf. Ich wünsch mir ja auch keinen neuen A5 für meinen Nachbarn.

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December 20th, 2009 Posted in Uncategorized | 11 Comments »