YEAH SPINELLI

Veröffentlicht November 3, 2011

Ein lebhaftes, schwarzhaariges Mädchen, das Wrestling liebt. Sie trägt eine orangefarbene Skimütze, ein rotes Kleid mit einer schwarzen Lederjacke, rot-gelb gestreifte Strümpfe und graue Stiefel. Spinelli wird beinahe immer mit ihrem Nachnamen angesprochen, weil sie ihren Vornamen nicht leiden kann. Ihr Zweitname wird in der Episode „Die perfekte Tochter“ („More Like Gretchen“) enthüllt. Spinelli ist sehr temperamentvoll, sagt klar raus, wenn ihr etwas nicht passt und lässt auch gelegentlich beherzt die Fäuste spielen. Spinelli ist ein italienischer Nachname. Ihre Eltern haben ein langweiliges Erscheinungsbild, doch ihr Vater ist Geheimagent. Auch ist Spinelli in T.J. verliebt, was aber in wenigen Folgen lediglich Erwähnung findet. Spinelli hat auch einen älteren Bruder Tony, der im Gefängnis als Mechaniker arbeitete („Operation Klassenfahrt“). Manchmal malt sie, um ihrer Langeweile zu entkommen.

Man nennt mich nicht zu unrecht Spinelli, immerhin bin ich die coolste Sau auf dem Dragstrip. Aber auch coole Säue müssen sich ihrer Gedankenwut hingeben, und so, wie alle Jahre wieder, der Rundumschlag.

- Contagion ist ein guter Film – Soderbergh lässt Paltrow abkratzen, das kann nur ein guter Film sein. Aber letztendlich ist es die unspektakuläre Art und Weise, auf die eine Epedemie dargestellt wird, die überzeugt. Keine grauende Dramatik oder Heldentaten, keine Unruhe, und am wichtigsten: keine Zombies. Eine Dystopie mit Überlebenschancen, spannendes Kino.

- Apropos Kino: heutzutage im Kino einen Film zu finden, den man tatsächlich sehen will, also in den Reihen von Inception oder The Dark Knight, ist einfach schwierig. Oder sagen wir es, wie es ist: ohne Christopher Nolan macht Kino keinen Sinn.

- Außer natürlich, es geht um das Pornofilmfestival, wo man dann mit Nike zwischen (einstimmig entschieden!) seltsamsten Menschen sitzt, die die zum Interview zur Verfügung gestellten Pornodarsteller solch eloquenten Dinge fragen wie etwa: Tut es weh, wenn ihnen der Mann unvorbereitet ins Gesicht spritzt?

- Und wo wir schon bei Nike sind: dass diese dumme Firma es nicht auf die Reihe bekommt, Schuhe in Größen herzustellen, die auch meine Pygmäenfüße tragen können, ruft mich persönlich zu einem Boykott auf. Größe 39! WE ARE THE 99%!

- In other news: mein Leben ist eine kaum bewegliche Linie auf einem Blatt Papier. Hin und wieder wird beim Ziehen des Bleistiftes ein kleiner Ruck die Genauigkeit der Geraden beeinträchtigen, man endet mit einer straighten Line, die beim genauen Hingucken gar nicht so straight ist. Was mir zum Teil als Apathie vorgeworfen wird, lässt sich (mir selbst jedenfalls) ganz gut erklären:

- Es bringt nichts, sich aufzuregen. Wenn einen etwas erschüttert oder entsetzt, verletzt oder Trauer auslöst, muss man warten, bis das Erdbeben inklusiver aller seiner Nachbeben, egal in welcher Stärke, versagt sind. Erst dann kann man feststellen, wo das Pendel zwischen Glück und Unglück stehen bleibt, und ob es sich lohnt, unter so viel Pein zusammenzubrechen. Meistens behält sich das Drama vor, nur für kurze Zeit aktiv mit meinem Gehirn im Bett verrückte Spiele zu spielen. Dann verschwindet es wieder und lässt mich in absoluter Euphorie zurück. Es sind die orgasmischen Höhen dieser Besserung, die das Leben lebenswert machen. Leider machen das viele andere (meiner Ansicht nach) falsch: sie reden, während das Pendel noch schwingt.

- Manchmal hört die Erde nicht auf zu beben. Aber das ist mir noch nie passiert.

- Was mir durchaus passiert: kleine Explosionen, die dafür sorgen, dass ich eines wunderschönen Herbstsamstagnachmittags in den Friseurladen gehe um mir ein Drittel meines Haupthaares blond zu färben. Wie das aussieht, das zeige ich euch, sobald die Gerüchteküche mal ein bisschen abgeklungen ist. Ich fasse es nicht, dass auf Twitter schon Fotos verlangt werden, ihr könnt mich von Montags bis Mittwoch immerhin auch im Uni-Zoo beim widerlichen Kantinenessenschmeissen beobachten (kostet Eintritt).

- Ich bin mir nicht sicher, worüber ich zuerst schreiben soll: über die Auswirkungen von blonden Strähnen und einer quasi-M.I.A-Frisur auf das männliche Geschlecht oder über die wunderbaren Herbstmomente dieses Jahres. Ihr wisst aber ohne große Ausführungen womöglich sowieso, was sowohl damit als auch damit gemeint ist. Nein? Ich bin heiß und das Wetter ist schön, soll das bedeuten.

- Enttäuschung ist, wenn alle guten Tracks von A$AP Rocky schon vor dem offiziellen Release des Mixtapes veröffentlicht waren und die anderen zehn Songs richtig KACKA sind. But you know what? Das sind halt die neuen Niggas With Attire. Die haben Style ey, sehen gut aus. Raf Simons Rick Owens usually what I’m dressed in. Aber, damit mir die Oberflächlichkeit nicht schon wieder (weil es so einfach ist!) vorgeworfen wird, möchte ich an der Stelle auch erwähnen wieso ich A$AP Rocky trotz der Schwächen abfeier: weil er avant/garde ist und zulässt, dass sich East Coast Hip Hop entfaltet. Harlem Trill, Brother. Der Beat läuft wie zäher Schleim raus, man hört den Trill, aber der Rap knallt mit der Peitsche, wie es nur NYC kann.

- Mir ist vor Kurzem aufgefallen, dass ich zwar Alice im Wunderland nie gelesen habe, aber aufgrund meiner Zitatkenntnis das ganze Teil zusammensetzen könnte. Hier mein Liebling:

Alice asked the Chesire Cat, who was sitting in a tree, “What road do I take?”
The cat asked, “Where do you want to go?”
“I don’t know”, Alice answered.
“Then,” said the cat, “it really doesn’t matter, does it?”
Alice in Wonderland, LEWIS CARROLL

- Ich weiß auch nicht so genau, welche Wege ich einschlagen werde. Gerade ist immer so viel am Start, wer hat da noch Zeit, nachzudenken? Für eine kurze Atempause wird dem Messi-Elternhaus ein Besuch gestattet. So schön Berlin auch ist, manchmal sehnt sich das Herz nach einem deftigen, arabischen Eintopf und sich mit den Erzeugern so hart streiten, dass man für die nächsten drei Monate ziemlich sicher glücklich mit seiner Wahlheimat sein wird. Egal, wie viel Wurst von den Suffi-Nachbarn im Treppenhaus verteilt wird.

 
 

Das Stichpunkt-Leben

Veröffentlicht October 5, 2009

Als ich vierzehn war (und dick), hatte ich eine grauenhaft pampige Phase, in der ich mit niemanden reden wollte. Schon gar nicht mit meinen Eltern. Ich habe mir die Fingernägel schwarz angemalt, fett genuschelt, wütende Texte geschrieben und laut Disturbed gehört. Ich weiß bis heute nicht, wie meine Mutter das aushalten konnte. Vor allem, weil das bis kurz vor meinem Auszug auch ewig so weiter ging. Ich war so in meinem Kopf gefangen und vor allem so überzeugt davon, dass es FÜR IMMER so bleiben würde, und dass ich FÜR IMMER so Denken würde (und dabei tatsächlich alle zehn Minuten irgendeine andere Meinung hatte), und das ALLE um mich herum einfach zu beschränkt sind, um das zu sehen.

weisheiten

Heute muss ich ja ein bisschen schmunzeln, wenn ich die Kids sehe, die genau das gleiche durchmachen. Und hey, ich bin keine weise fünfundsiebzig Jahre alt, aber immerhin schon so weit, dass ich das mit einem Schulterzucken hinnehme, ohne mir (wie früher) zu denken “OMG IHR SEID SO FAKE, NUR ICH HAB VOLL DEN DURCHBLICK!!”. Stellt euch vor, man hätte mir damals erzählt, “jaja, das macht jeder mal durch, wir waren alle so!”– ich wäre trotzig und wutentbrannt geflüchtet vor so viel Blasphemie. Aber hey, so what.

Das alles fällt einem auf, wenn man merkt, dass man schon ein Jahr lang offiziell erwachsen ist- in meinem Fall das erste Jahr, das ich nicht mehr bei meinen Eltern gewohnt habe. Ich weiß jetzt, wie man Weiße Textilien richtig bleicht und das beste Chili der Welt fabriziert. Den Rest habe ich auf einige Punkte heruntergebrochen, die vielleicht falsch sind, aber in diesem Augenblick meines Lebens genau das ausdrücken können, was ich empfinde.

Übrigens veröffentliche ich hoffentlich bald ein Selbsthilfe-PDF für pubertierende Emos.

  1. Gute Freunde sind schwer zu finden, weil es verdammt schwierig ist, selbst ein guter Freund zu sein.
  2. Kaffee macht nicht wacher, er überdeckt nur den Schmerz in den Augen.
  3. Fett ist ein Geschmacksträger der in Unmengen genutzt werden muss, wenn man etwas Gutes kochen will.
  4. Der Nachgeschmack einer schlechten Entscheidung ist immer noch besser als das Gefühl niemals eine Entscheidung getroffen zu haben.
  5. Immer wenn man sich Gedanken darüber macht was andere von einem halten könnten, macht man sich eigentlich Gedanken darüber, was man selbst von sich hält.
  6. Man sollte den Maßstäben, die man sich selbst anlegt, treu bleiben. Alles andere ist sowieso egal.
  7. Wissen ist auch nur Glauben.
  8. Geburtstage sind nicht für das Geburtstagskind da, sondern für die Leute, die sich das restliche Jahr nicht mehr melden müssen wenn sie gratuliert haben.
  9. Abschlüsse sagen nichts über die Intelligenz oder die Fähigkeiten einer Person aus.
  10. Etwas Unverzeihliches zu verzeihen macht einen nicht zum Helden sondern zum Idioten.
  11. Mach viele Bilder, eines Tages wirst du dankbar sein.
  12. Motivation steht und fällt mit den Menschen, mit denen man zusammenarbeitet.
  13. Ein Chef macht seinen Job nur richtig, wenn seine Mitarbeiter recht haben dürfen.
  14. Man kann sich nie an den ersten Eindruck erinnern wenn man jemanden liebt.
  15. Zähne putzen reicht nicht aus um Mundgeruch loszuwerden.
  16. Schulden sind wie Fesseln, die ein Jugendlicher niemals spüren sollte.
  17. Jeder präsentiert sich am liebsten so, wie er gerne wäre, und nicht wie er eigentlich ist.
  18. Die größte Sucht der Menschheit ist die Bequemlichkeit.
  19. Ein Risiko einzugehen macht überhaupt keinen Sinn, wenn man mit den Konsequenzen nicht leben kann oder will. Deshalb heisst es ja auch “Risiko”
  20. Dramatik ist NUR im Fernsehen etwas, was man auch haben will.
  21. Selbstreflektion sollte nicht mehr als zwanzig Minuten am Tag einnehmen.
  22. Vorurteile und Klischees birgen Wahrheiten in sich. Die Herausforderung besteht darin, darüber hinweg zu sehen.
  23. Organisiert sein heißt Macht haben.
  24. Mama hatte recht, es war tatsächlich “nur eine Phase”.
  25. Gerechtigkeit ist immer subjektiv.
  26. Kinder verstehen alles ziemlich schnell, solange man sich kurz fasst.
  27. Es gibt reiche Menschen, die wirklich viel Geld haben, und es gibt reiche Menschen, die in fetten Autos rumfahren und sich dafür nur noch von Haferflocken ernähren.
  28. Jeder Mensch ist unsicher, was das eigene Aussehen betrifft.
  29. Es gibt Probleme, die macht man sich selbst, und Probleme, die andere einem machen: es ist wichtig, den Unterschied zu kennen, aber am Ende des Tages muss man die Verantwortung trotzdem auf sich nehmen.
  30. Auf der Arbeit sollte man niemals auf die Uhr gucken.
  31. Lernen kann man auch ohne Studium.
  32. Eine Rechtfertigung ist kein Grund.
  33. Die Wahrheit ist nur eine Option von vielen.

Was sagt ihr? Was habt ihr in euren jungen Jahren dazu gelernt?

 
 
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