Heute vor einem Jahr veröffentlichte ich den ersten Post auf DSG.
– 2009
DragstripGirl hat absolut keine Bedeutung.Auf der Suche nach einem wahllosen Domainnamen bin ich über einen ziemlich eintönigen, aber trotzdem ohrwurmigen Song gestoßen. Dragstrip Girl. Dabei hat dieser Blog gar nichts mit einem Girl zu tun oder mit einem Dragstrip. Vielmehr mit einer gewissen Schnelligkeit und Brisanz an Neuigkeiten und Dingen, die irgendwie, irgendwo, irgendwann passiert sind oder passieren, und nicht zuletzt, noch passieren werden.
Vielleicht passt es also doch. Auf dem Weg dahin werden wir entdecken, was dieses Medium eigentlich darstellen soll. Wer mitmachen möchte, ist dazu eingeladen und aufgefordert. Diese Metadiskussion ist völlig überflüssig, nun, da wir alles wissen. Later skater.
— 2010
Ich wollte mich davon trennen – von Lyrik und von Ambivalenz, von Persönlichkeit und Pseudo-Schreibkraft. Ich ließ mich auf Medien ein, auf Bilder und auf Videos und vor allem auf Musik. Ich lies mich auf ein Projekt ein, auf Kollaboration, ich ließ mich auf neue Eindrücke ein, ich quetschte alle Inhalte meines Kopfes auf ein dreckiges Blatt Papier, und der restliche Input landete auf DragstripGirl.
Aber es wollte so nicht, und die Dinge änderten sich, und mein Leben änderte sich, und jetzt sind wir hier wieder an einem Punkt der Unordnung gefallen. DragstripGirl ist keine Sperrmüllsammelstelle für glitzerndes Nippes aus dem Internet, sondern mein Scrapbook, meine Lieblingsbucht im Ozean der Worte.
Für das nächste Jahr wird DSG wohl die Form eines Travel Diarys annehmen, Bebilderung, Beschilderung, und so weiter. Ich hoffe, ihr seid dann auch wieder am Start. Und mal sehen, wo es uns dann hinführt.
Dinge, von denen ich glaube, dass ich sie tun würde, wenn ich mehr Zeit hätte:
Mehr Zeitschriften, Romane und verpasste Klassiker lesen, mehr Serien schauen, exotische Filme und beliebtes Kunstkramzeugs nachholen, mehr Ausstellungen besuchen, mich mehr mit Kameras und Fotografie beschäftigen, ein paar Wörter auf Thai lernen, mehr kochen und lernen, wie man einen Kräutergarten züchtet, alte Freunde auf einen Kaffee treffen in einem Stadtteil, den ich nicht kenne, neue Freunde machen, Ideen für bestehende Projekte umsetzen, joggen, mit entfernten Verwandten telefonieren, Bilder bearbeiten, lernen wie man Videos schneidet, lernen wie man Komplimente mit Würde annimmt, mehr mit Politik beschäftigen, mich ehrenamtlich engagieren, Alben, die ich herunterlade, einmal am Stück durchhören, Animal Collective Hype nachvollziehen können, Fixie fahren lernen um auf Menschen jeglichen Geschlechts attraktiv zu wirken, Zähennägel lackieren um auf Menschen jeglichen Geschlechts auch nackt noch attraktiv zu wirken, Sex haben.
Dinge, die ich tatsächlich tun würde, wenn ich mehr Zeit hätte:
Eine Sammlung an mehreren Gedankengängen, Impressionen und Fundstücken. Zeit existiert nicht in der schöpferischen Welt- Zeit nimmt sich, was benötigt wird. Und ich? Ich verpasse alles, die Wochen ziehen vorbei, ich muss meine Mutter anrufen, ich gebe mir Facebook-Verbot, iTunes ist unsortiert, es gibt diverse Ramen-Nudeln Rezepte, die einen beim Geld sparen helfen, die Dusche geht nicht, schnell noch auf ‘nen Kräuter, aber es ist auch ganz gut so: bald ist nämlich die Hetzerei vorbei.
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Auf der Strecke Reinickendorfer Straße – Stadmitte/Mohrenstraße ist ein McDonalds eröffnet worden (an der Friedrichstraße, inklusive McCafé, nicht immer an allen Aktionen beteiligt, nehmen Gutscheine an). Damit ist das McDonalds Bermuda-Dreieck “Berlin Mitte” gebrochen. Beginn der Fettwampenzucht: jetzt.
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Habe fast drei Stunden lang Radio gehört bis ich feststellte, dass ich zu Phil Collins, Nickelback, Creed und Linkin Park wippte. Musste weinen.
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The Drunk Guy. Ein fremdes Leben begaffen, in Form von Bildern. Ist es moralisch verwerflich, darüber zu lachen? Wahrscheinlich. Tu ich es trotzdem? Selbstverständlich. Frage mich, ob das noch so lustig wäre, wenn nur Text da stünde. Wahrscheinlich nicht.
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Life tips, from the awesome community known as Reddit: Buy quality and buy local. But not so much that you’re tied down by your things. Spend a few years with only what you can pack into a small car and be able to leave at a moment’s notice. Keep a month’s worth of cash handy for when this opportunity comes up.
Ich bin 1,65 m groß, und trotzdem schafft es mein sabbernedes Ich jede Nacht wieder die Decken so auf dem warmzuhaltenden Körper zu platzieren, dass lediglich meine unbedeckten Füße noch irgendwo im Winter meines Altbauzimmers vor sich hin vereisen. Wenn ich mir eine Superkraft wünschen könnte, es wäre “in Socken schlafen können”.
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Habe im völlige nüchternen Zustand versehentlich zur Vodka- statt zur Wasserflasche gegriffen. Bin dabei geblieben. Mich gefragt, wieso arme Musikanten in den U-Bahnhöfen Violine spielen können. Frage mich, ob ich ein Stubenhocker bin.
In unregelmäßigen Abständen veröffentlichen Protagonisten eines anderen Lebens (anderer Welten, Dimensonen, Zeiten und Gesellschaftsformen) ihre Gedanken, Erlebnisse und Traumata hier. Manche sind Alter Egos ihrer selbst, einige gibt es wirklich, doch die meisten haben nie existiert. In einem Zustand des Nicht-Da-Seins finden sie ihren Frieden darin, in die Außenwelt zu schreien, was sie nicht mehr in sich tragen können. Um ihre Anonymität zu wahren, werden nur ihre Pseudonyme preisgegeben. Willkommen in der Restrealität…
Weil mir das Thema momentan sehr am Herzen liegt und ich weiß, dass ich nicht der einzige Mensch bin dem es so geht, möchte ich einen Kommentar von gestern, den Björn verfasst hat noch mal seperat posten. Um darauf hinzuweisen, wie schwer ein Mittelweg ist, welche Schwierigkeiten es in sich birgt nach diesem zu suchen und dass es nicht immer sicher ist, ob es überhaupt möglich sein kann, diesen zu finden. Ich bedanke mich bei Björn für diesen (für mich) wirklich sehr wertvollen Kommentar, ich kann ihn in allen Punkten nachvollziehen und nachempfinden:
“[...] Problematisch an dem Ganzen ist, für mich, dass einen weder das eine noch das andere wirklich erfüllt.
Ich habe auch einen Job der oft lange geht, in letzter Zeit hatte ich unter der Woche kaum Zeit für mich. Allerdings merke ich wie das an mir nagt. In Wochen in denen ich von morgens ab 9 bis abends um 24 Uhr unterwegs bin kommt es mir vor als hätte ich diese Woche gar nicht gelebt, als hätte ich nichts davon mitbekommen. Das liegt daran, wie wohl auch bei dir, dass ich ein Mensch bin der Zeit für sich braucht um bewusst zu leben, um zu sein, zum nachdenken, lesen, Musik hören, whatever. Manche Menschen brauchen das, andere nicht. Gerade im Zusammenspiel mit Verantwortung bei der Arbeit kommt es dazum Konflikt. Verantwortung nimmt man immer auch mit nach Hause. Wäre ich Fabrikarbeiter könnte ich die Abende wohl verbringen ohne an den nächsten Tag zu denken, so aber muss ich mir zwangsweise Gedanken darum machen. Muss immer bereit sein zu reagieren. Bin ich mit Freunden unterwegs und habe Spaß bin ich in einer ganz anderen Rolle, es ist schön, aber dennoch, die Zeit für mich brauche ich um mir meines Lebens bewusst zu werden. Was bleibt also übrig? Nein sagen lernen, ganz klar. Trotzdem, wirklich gut fühlt man sich dabei nicht, egal in welcher Art man jetzt den Kontakt zu bestimmten Menschen reduziert. Irgendwo bleibt immer dieser bittere Beigeschmack, dieses Gefühl man würde etwas falsch machen, wenn man Menschen die man mag, und die einen mögen, einfach nein sagt. Genaugenommen will ich das ja auch gar nicht, denn das ist auch ein Teil von mir, ein Teil den ich nicht missen will. Anfangs habe ich versucht, und versuche es teilweise immernoch, die Zeit auf der Arbeit zu reduzieren und Verantwortung abzugeben. Zur Arbeit nein zu sagen. Dass das dem Wunsch nach einer aufstrebenden Karriere im Weg steht ist aber wieder ein Punkt der einen nicht wirklich damit zufrieden sein lässt. Zu wissen man könnte, hätte man nur mehr Zeit. Innerlich frisst einen das alles auf. Der Weg den ich in diesem Dilemma seit einer Woche eingeschlagen habe ist leider auch keine Lösung. Nein sagen konnte ich noch nie gut, zu nichts, und das wird mir zum Verhängnis. Deswegen bleibe ich lange bei der Arbeit, und lasse mich danach von Freunden noch zum Weggehen überreden. Die Zeit die ich für mich brauche nehme ich mir momentan danach, was bedeutet dass ich seit vier Tagen von morgens bis abends arbeite, von abends bis nachts Kontakte pflege (wie eben per Skype), und von nachts bis morgens die Dinge tue die mich ich sein lassen. Das Ergebnis sind dabei maximal 3 Stunden schlaf pro Nacht, was mich körperlich einfach unglaublich runterzieht (vor allem da ich normalerweise jemand bin der viel Schlaf braucht), und was sicherlich nicht mehr lange gut geht, und was im Endeffekt auch ziemlich negative Auswirkungen auf die Dinge hat die ich dann tue. Das nein sagen, das konnte ich noch nie, es ist ein ständiger Kampf. Vielleicht helfen feste, kürzere und dafür konzentrierte Zeiten. Keine Ahnung. Nicht alles nehmen was man mir geben will, genau das, wäre es nur nicht so verdammt schwer, denn meistens verzichtet man dabei ja auf Dinge die ansich nichts schlechtes sind. Nein sagen zu Gutem, was kann es schwereres geben? Schlimm dabei ist auch, dass ich bei in meiner jetzigen Situation, in der ich versuche mit biegen und brechen alles in die vorhandene Zeit hineinzuquetschen was geht, und in der ich versuche die vorhandene Zeit so weit wie möglich auszudehnen, viele wichtige, aber nicht ganz so freudige Dinge, links liegen lasse. Das fängt mit dem Aufräumen des Zimmers an und endet mit den Bewerbungen die geschrieben werden wollen. Ein einziges großes Dilemma, aus dem man sich langsam herausarbeiten muss. Was ist das sonst für ein Leben, in dem man sich sogar beim Wichsen beeilen muss? Tschah…”
Einfach mal Kontrolle über das erringen, gegen das man immer machtlos sein wird: die verfluchte Zeit – die Nemesis der Gegenwart, die ohne Unterlass Rache an dir verübt und auf den Bewertungsskalen deiner Gedanken und deines Handelns (und Nicht-Handels) ihren ganz eigenen emotionalen Abdruck hinterlässt. Mann, sie ist stets bereit zu reagieren um dann doch nur wieder der eigene Film mit Werbepause zu bleiben. Sie ist und bleibt unkontrollierbarer Luxus – eine Erkenntnis, die einen regelmäßig erleuchtet ohne dass man aus ihr schlau wird.
Mann, was gäbe ich darum, diesen verdammten Dolorean vor meiner Tür stehen zu haben.
Fragen, die mich seit Monaten sehr beschäftigen und auch hin und wieder quälen: Wo ist meine Zeit geblieben und wie kann ich sie mir zurückerobern? Wie kann ich Kontrolle über die fehlende Zeit gewinnen, die doch unkontrollierbar bleibt? Wie kann ich verhindern, dass der Mangel an Zeit, das Schwinden der Freizeit mein Leben verändern?
Ich weiß auf diese Fragen keine Antworten, was wirklich ziemlich erschlagend ist, wenn man seit Monaten daran arbeitet, seine Alltagsmechanismen zu verstehen um dann daraus das beste für sich und sein soziales Umfeld zu machen.
Ich glaube fast, dass dieses Unterfangen unmöglich sein muss. Der perfekte Zeitpunkt um sich damit anzufreunden, dass das Leben wirklich nicht einfach ist.