Auf einen Like oder Share Button klicken. Das machen wir jetzt schon seit Ewigkeiten. Wir finden etwas gut und im Kollektiv sind wir dafür verantwortlich, dass es populär wird. Danach lehnen wir uns zurück in der Hoffnung, dass irgendwer diese Popularität vermarkten und monetarisieren kann. Wir bezahlen mit unserer Zeit und mit unserer Leidenschaft, es ernährt zwar keinen Haushalt, aber dafür arbeiten wir ja indirekt. Meistens durch Werbung, manchmal durch volle Konzerthallen oder Merchandise. Und meistens klappt es nicht, aus so vielen Gründen- weil Werbung nicht geklickt wird, weil MP3s und Filme raubkopiert werden.
Es ist verdammt schwierig, bei einem so großen n an verfügbarer Kunst (im Internet) sein Geld auf abstrakte Preise (was kostet ein Datenhaufen?) aufzuteilen, Preise, die vor zwanzig bis dreißig Jahren vielleicht mal aktuell waren. Weil man damals noch nicht so schnell und so unmittelbar da war, wenn es einen neuen Song gab. Weil Reichweite über teure Marketingkampagnen erschaffen wurde, und nicht (oder selten) durch den Kontakt mit Fans. Weil heute alles im DIY-Verfahren möglich gemacht wird (think MySpace), und weil wir unsere Aufmerksamkeit auf so viele Dinge gleichzeitig aufsplitten können. Nur unser Gehalt kommt da leider nicht mit.
Heute sind wir damit das P2P-Problemkind, ein Parasit der Internetgesellschaft: wie bezahlen wir angemessen? Wieviel ist das, was wir abgeben können, wie können wir jeden unterstüzten, den wir gut finden? Was vor einigen Monaten noch eine schwierige und klebrige Diskussion zu sein schien ist mittlerweile – zumindest für mich – absolut keine Frage mehr.
Enter Flattr
Es geht nicht darum, mit diesem Beitrag oder mit diesem Blog Geld zu verdienen, das haben wir (noch) nicht vor ((nicht, weil wir einer seltsamen Mentalität folgen, die es uns verbietet. Vielmehr wollen wir, so lange wir nicht davon abhängig sind, einfach Hobby Hobby sein lassen und uns nicht aus ökonomischen Gründen unter Druck setzen. Ich verliere schnell die Lust an etwas, wenn ich weiß, dass es finanziell entlohnte Arbeit ist, fragt mich nicht warum)). Es hat etwas damit zu tun, dass eine Idee genommen (“Sharing in Social Networks”) und tatsächlich monetarisiert wurde. Die Flattr Gründer aus dem Hause Pirate Bay haben das geschafft. Anstatt nur noch einen Blogartikel zu vermarkten kann man ihn jetzt durch Geld würdigen, wenn man so möchte. Als Unterstützung. Damit Frau, Kinder und hässliche Haustiere auch etwas davon haben, dass etwas “viral” wird. Wie es genau funktioniert kann man in diesem Video schnell nachvollziehen:
Ich weiß nicht, ob man davon reich werden kann oder soll; ich möchte an dieser Stelle vor allem erwähnen, wie sehr ich die Innovation und die Idee dahinter zu schätzen weiß. Bisher wurde fast alles, was mit Geld zu tun hatte, aus der echten Welt in unseren achten Kontinent importiert. Jetzt kann man immerhin behaupten, dass etwas auch mal in der Heimat produziert wurde.
Andere haben das schon viel besser kommentiert und zusammengefasst als ich, daher einige O-Töne dazu aus den Blogs:
Sehr übersichtlich und transparent ist die Tatsache, dass ich nicht mehr Geld bezahlen muss, wenn ich an mehr Menschen Geld verteile.
Dazu ein Beispiel: Angenommen ich lade mein Flattr Konto mit 10 Euro im Monat auf. Würde ich nun in diesem Monat nur auf einen einzigen Flattr Button auf einer Website klicken, dann würde dieses Flattr Mitglied die kompletten 10 Euro auf sein Flattr Konto bekommen. Klicke ich in diesem Monat auf 10 Flattr Buttons von 10 unterschiedlichen Flattr Mitgliedern, dann bekommt jedes Mitglied 1 Euro gut geschrieben. Klicke ich auf 100 Flattr Buttons von 100 unterschiedlichen Flattr Mitgliedern, dann würde jedes Flattr Mitglied 0,1, Euro bekommen. Und so weiter.
Will sagen, wenn ich viele Flattr Buttons klicke, dann muss ich keinen höheren Betrag bezahlen, sondern mein im Vorfeld festgelegter Flattr Betrag pro Monat wird lediglich auf mehr Menschen verteilt. – Maingold
Ich denke, man sollte das Ganze mal ausprobieren und was ich denke, mache ich meistens auch.
Natürlich weiß ich, dass der für mich zu erzielende Geldertrag ungefähr dem von Google Adwords gleichkommt, nämlich Richtung 0-5€ im Monat, aber wenn ich helfen kann, ein funktionierendes Payment-Tool mit zu etablieren, das Inhalte und den Schreiber belohnt, und nicht Werbung als alleinige Wertschöpfungstool im Netz begreift, dann mache ich das gern. – Mathias Richel
Voraussetzung dafür, dass dieses System funktioniert, sind sowohl eine möglichst große Zahl beteiligter Blogs und Websites, als auch Hundertausende oder besser Millionen Anwender, die einmal pro Monat Geld bei Flattr einzahlen.
Beides fehlt zu Beginn, was viel Arbeit für die Gründer bedeutet. Positiv auswirken könnte sich hierbei Peter Sundes Bekanntheitsstatus, wobei natürlich fraglich ist, inwieweit Vertreter großer Mainstreamverlage überhaupt zu Gesprächen mit einem ehemaligen “Piraten” bereit sind. – Netzwertig
Da Flattr leider noch in der geschlossenen Beta-Phase ist, kann man sich nur für einen Account in die Warteliste eintragen. Das, oder man hinterlässt einfach einen Kommentar, da Linus mir fünf (okay, einen habe ich verbraucht) Invite-Codes hat zukommen lassen

Mir geht die Flattr!
Das Konzept gefällt mir gut, wenn genügend Menschen mitmachen sollte sich dieser Dienst durchsetzen.
Und ja, ich hätte gerne einen Invite ;)
habe auch schon über flattr geschrieben und sehe darin durchaus die zukunft. würde mich über einen invite sehr freuen.
Ich hab total großes Interesse an so einem Invitecode. Bitte bitte bitte! :)
Pls pls pls
Alle Invites sind jetzt raus :) ihr alten Schnorrer!
Prima Sache und da mir immer noch kein Beta-Invit in den Posteingang geflattert ist (*hust*) würde ich mich natürlich auch sehr freuen mein Geld sinnvoll loszuwerden :)
Damn!
yo, interesse. hatte ich beworben, aber beta phase und einen FUCK hab ich bekommen ;) wär nice
@ichgehschlafen: Sorry, leider sind alle Codes schon weg :(
wo kann man hier denn flattrn? Gar nicht? Kommt noch?
@Marius: Gar nicht, und bisher planen wir auch nicht, dass es kommt. :) Dafür selber flattern bis der Arzt kommt!
In meinen Augen gute und sinnvolle Sache. Wenn man verschiedene Einträge eines Users “flattrt”, wird dieser dann einfach gezählt oder pro “Flattr”?! (Lass mich raten, das könnte ich eventuell auf der Seite finden?! :D)
@Robby: So wie ich das verstanden habe, kann man unter jeden (Blog-)Eintrag einen eigenständigen Flattr Button setzen. So wird jeder Eintrag individuell belohnt, d.h. man muss nicht einen ganzen Blog einmalig Flattrn, sondern halt immer nur das, was man wirklich gut findet.
Dafür kann man aber einen bereits geflatterten Eintrag nur einmal pro Abrechnung (also einmal im Monat) gut finden.
Wie schon beim Richel gesagt: ich werde das akribisch (na klar! :)) beobachten! Die Idee ist super, ich bin halt nur skeptisch, dass gerade hierzulande genug Leute bereit sind, überhaupt erstmal 8€ zu investieren.
Klingt in jedem Fall sehr spannend, dennoch noch Vorsicht aufgrund der Sicherheitslücken, die zum derzeitigen Stand nun mal noch nicht ausgeschlossen sind: http://netzwertig.com/2010/04/29/sicherheitsluecke-wie-ich-einen-fremden-flattr-account-gestohlen-habe/
@B: good call! Aus dem Grund, dass es Beta ist und solche Dinge noch vorkommen, wird der Button auch erstmal auf keiner meiner Websites stehen. Trotzdem kann man ja bisher schon nutzende Blogger und Schaffende durch einen Klick unterstützen :) Hab ich jedenfalls vor.
Übrigens finde ich Flattr keineswegs perfekt. Es ist der erste, richtige Schritt. Aber ähnlich wie andere Dienstleistungen im Internet wird hier wieder ein Schritt zur Zentralisierung gemacht. Ich hoffe, dass die Jungs einen Weg finden, dass für sich wirtschaftlich auszunutzen (ja, mein Gott, eine gute Idee darf auch gerne belohnt werden, und die ganzen Fotzköpfe die sich wieder darüber aufregen dass Flattr Geld einbehält können sich wieder beim Amt für Hartz 4 anstellen gehen), und es gleichzeitig dezentral kontrolliert zur Verfügung zu stellen.
Ich finde die Idee auch nicht schlecht und werde die unterstützen, die es inhaltlich auch verdienen.
Dass die Jungs damit Geld verdienen könnten, stört mich auch keineswegs.
Ich verstehe dein Layout übrigens nicht. Was bedeutet es, wenn der Text rot ist? (Ich hab jetzt schon ein paar Mal versucht, mich da reinzudenken, aber ich komme einfach nicht drauf, sorry.) :/
@marcel: Der erste Absatz, er ist immer rot. Wieso das so ist weiß ich nicht. Stört mich aber nicht.