TOTD: SELFISH

Neben Todd Terje’s originell betitelter Debüt-LP “It’s Album Time!” gibt es einen weiteren Gute-Laune-Release, den man nicht verschlafen sollte. Trotz akutem Allergiehorror ist nämlich diese Jahreszeit wie geschaffen für Tensnakes Erstgeborenes. Wer die Musik von Tensnake schon mal ausführlich studiert hat, weiß, wie außerordentlich happy seine Tracks einen stimmen können. Versucht doch mal, “Glow” von vorne bis hinten anzuhören ohne ständig mitzuwippen, bright zu shinen und Lust auf Open Airs an der Spree zu empfinden. VERSUCHT’S DOCH NUR!

Das ganze Album ist ein gelungenes Stück von vorne bis hinten. Es bleibt nicht für immer in Erinnerung und wird wahrscheinlich keine Kracher in die Charts bringen, aber diese perfekte Disco-Mitte zwischen Dancefloor und Popmusik eignet sich wunderbar zum Vorglühen. You get it?

Zwischen den linearen Tracks finden sich genügend Brüche, die an den Synth- und Breakbeat-Hype der vergangenen Skinny Jeans + Dubstep Jahre erinnern. Das wäre meiner Meinung nach gar nicht nötig gewesen – “Holla” etwa ist nicht unbedingt der beste Track und könnte etwas sein, das in Hochzeiten von Post-Dubstep auf dem Tumblr gelandet wäre.

Genug der Negativität. Der größte Hit ist Tensnakes eigene Interpretation eines Mitgröhl-Songs wie, sagen wir mal, Get Lucky (und die Assoziation ist völlig gerechtfertigt, immerhin klimpert auch Nile Rodgers auf zwei seiner Songs ein Feature ab), und dieser Song heißt “Selfish”. Und hätte auch in meinem Tulpenmixtape drin sein sollen, hab ich aber mit einem anderen, schlechteren Song auf Soundcloud verwechselt und deshalb bekommt er jetzt alles an Rampenlicht.

Es ist mir übrigens immer ein persönliches Vergnügen, wenn gerade deutsche Producer oder Künstler etwas schaffen, was durch die Bank weg ansteckend ist, ohne gleich auf Schlagerniveau katapultiert zu werden.

(Zugegebenermaßen ist der Anfang des Tracks wirklich eine Art Todd Terje Signaturspur. Oder bin ich jetzt komplett bescheuert? Das könnte doch ein Strandbar-Sample sein!)

Tags