TRANCE

Trance ist ein visuelles Meisterwerk, mehr will man von Regisseur Danny Boyle auch schon nicht verlangen. So funktioniert das aber nicht. Zugegeben: Er bringt den Kunstraub zurück in die Action-Thriller-Sparte des Kinos. Das, an sich, birg schon eine faszinierende Grundlage. Die Farblichkeit des Filmes und das durchdachte Set machen Trance immerhin gut; nicht so subtil wie Drive, aber definitiv mit einigen Hinweisen darauf, dass die zynische Betonstimmung im Film ein gern gesehenes Stilmittel des 21. Jahrhunderts ist.

Dieser Film war zwar unterhaltsamer als viele andere Filme (…) aber wesentlich beschissener als das, was man von Danny Boyle erwarten könnte. Ich liebe Danny Boyle. Ich liebe jeden Film, den er bisher gemacht hat. Überlegt, welche fantastischen Werke seiner Feder entstammen: 28 Days Later. Trainspotting. Sogar Sunshine, der ja auch eher zermürbt, ist eine Schöpfung von mindestens überwältigender ästhetischer Natur. Und Trance? Boyle bleibt zwar seiner generellen Linie treu, verschwendet aber zu viele Twists an die Geschichte statt sich konsequent auf dieses inhärent schlechte in seinen Charaktären zu konzentrieren; eben so, wie er es sonst gemacht hat.

Irgendwie verzweifelt man ein bisschen am Screenplay, denn die Geschichte scheint bewegungslos. Statt nach vorne oder wenigstens nach hinten zu gehen, endet der ganze Plot in einem Knoten. Alle Key-Player verstricken sich miteinander und fangen an, auf der Stelle herumzutreten. Es gibt, so scheint es, keine Auflösung, und die die dem Zuschauer gegen Ende dann hingeschmissen wird – in unübersichtlicher Geschwindigkeit – hinterlässt einen lieblosen Nachgeschmack.

Der Film kommt nicht zusammen. Was man der Geschichte anfangs verzeiht, weil man mit einem Klimax rechnet, geht nicht auf. Für Danny Boyle Fans ein Muss, für jeden anderen irgendwie auch gut verzichtbar (und austauschbar mit Actionkracher World War Z).

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