Blurry NYC

Veröffentlicht May 23, 2011

New York. Ich stehe auf der Williamsburg Bridge in kühlem Regen, der mir den Nacken bis in den Rücken lang läuft. Ein Schauer überkommt mich, im wahrsten Sinne des Wortes, und die Skyline verblasst im Nebel des plötzlichen Wetterumbruchs. Es ist mir egal. Es ist ein bisschen so als hätte ich mein Leben vergessen, wäre ohne Erinnerungen auf dieser Brücke geboren, über atlantischem Wasser, irgendwo zwischen Manhattan und Brooklyn. New York ist der Anfang und der Höhepunkt dieses Gefühls, denn seitdem ich weiß, dass ich fliegen werde, hat sich alles geändert. Und interessanterweise rückt diese Tatsache die Stadt selbst voll in den Hintergrund.

New York ordnet sich unter: alles an dieser massiven Stadt der Extreme wird zu einem Soundtrack-Rauschen zum perfekten Lebensfilm. Die Menschen die ich durch die Reise treffen durfte. Die Menschen, die ich hier treffe. Das Gefühl, ernst genommen zu werden- auch von offizieller Seite. So ernst, dass ich Business First eingeflogen werde und in einem Top Of The World Hotel einchecken darf. Man tendiert an solchen Stellen immer gerne mal etwas bescheiden zu werden, aber für solche Sachen findet sich neben Euphorie und Leidenschaft keinen Platz. Sorry. Irgendwie mischt sich da auch Ungläubigkeit runter, und ein paar Mal muss ich mir auf der Brücke auch die Augen reiben. Wegen dem Regen und weil ich die Skyline nur verschwommen sehen kann, so als ob ich gar nicht hier bin, und das alles nur träume.

Wieso ich hier bin weiß ich noch nicht so genau – das finde ich morgen heraus, wenn Volkswagen, unsere Gastgeber, im MoMa (und mit dem MoMa) ihre Zusammenarbeit offiziell verkünden. Es geht um Sustainability, so wurde uns das gesagt, und um Synergien, und um Kunst, aber alles andere ist ein verschwommenes Mysterium (und verschwommen ist hier gerade ziemlich viel). Ich bin gespannt auf die Pressekonferenz, gespannt auf die Reaktionen, gespannt darauf, was der Rest der Welt dazu sagt – was meine Freunde dazu sagen, die sich alle irgendwie in der Kunstszene bewegen – aber bis dahin kann ich mich nur bedanken für die unglaubliche Gelegenheit, bei so einer Sache dabei sein zu dürfen. Und ihr auch, immerhin wird’s noch ziemlich interessant…

 

2 comments in “Blurry NYC”

  1. N says:


    Gleiches Gefühl hier Drüben. Wir werden das zuhause schon ordnen.

  2. nebulös says:


    fremdsteuerung.

    schon gewusst dass gruppentherapie nix kostet?!

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