Das MoMa und das Auto

Veröffentlicht May 23, 2011

New York, Volkswagen, MoMa, Hotel, Dinner, Party, Pressekonferenz, Ausstellung – Okay, Rewind. Zusammen mit einigen mir bereits bekannten und unbekannten Atzen aus dem Restinternet habe ich einen Flieger nach New York City bestiegen, und keiner wusste so richtig, worum es geht- nur dass VW irgendwas mit MoMa und wir und Berichterstattung und dies das. Aber wer sagt schon nein, wenn man in eine fantastische Stadt eingeladen wird? Wir jetzt also hier, heute morgen, und lauschten der Verkündung der zukünftigen Zusammenarbeit zwischen Volkswagen und dem Museum of Modern Art.

Auf der Pressekonferenz wurde der Kern des millionenschweren und auf lange Sicht geplanten Projekts vorgestellt: es nennt sich “International Discovery” und soll eine internationale Ausstellung fördern. Von New York über Kapstadt nach Berlin sollen sich Künstler mit sozial- und umweltkritischen Themen auseinandersetzen und ihre Werke dazu einreichen. Zusätzlich wurden von Volkswagen zwei Werke von Francis Alys an das MoMa geschenkt, und auch das MoMa-Lehrprogramm soll nun dank Förderung erweitert werden. Es treffen sich zwei unabhängige Institutionen von exorbitanten Dimensionen – Kunst und Wirtschaft – um Arbeit zu leisten. Die gemeinsamen Themen finden sich hinter den aktuellen Leitprinzipien von VW: Fortschritt, Progress, aber ohne dabei die Umwelt zu vergessen. So wurde auf der PK auch die Öffnung eines neuen Werkes in den USA verkündet, welches sich fast ausschließlich um diese Themen der Zukunft kümmern wird (Stichtwort “Think Blue“). VW sichert sich so natürlich eine besondere Nische im amerikanischen Markt und wird diese moderne Consciousness hoffentlich mit Verantwortung tragen.

Aber die Pressekonferenz – so faszinierend es auch sein mag, diesem Trubel einmal beizuwohnen und dem ganzen Schauspiel zu zusehen – war für mich mit Sicherheit nicht das Highlight dieser Reise (obwohl, angeblich war es die erste pünktliche Pressekonferenz. Ich behaupte mal, es liegt an der Deutsch-Quote der Teilnehmer). Vielmehr bin ich jetzt schon begeistert von den Früchten (und den Privilegien) dieser Kooperation. Die Ausstellung von Francis Alys, sowohl im MoMa PS1 als auch die im MoMa selbst. Kinder, ich sag euch was: wenn euch Klaus Biesenbach, einer der wohl interessantesten und auch wichtigsten Menschen der Kunstszene, persönlich durch eine Ausstellung führt, dann könnt ihr euch nur noch wie in einer anderen Welt führen. Mit welcher Leidenschaft er Alys’ Werke beschrieb und wie er gekonnt durch komplizierte Themen führte, ohne zu überfordern (man muss dazu sagen, dass zur Ausstellung auch eine absurde mexikanische Marschband durch das ganze Gebäude lief und sich in jedem Augenblick auch mal daneben stellte und performte, was die Sache so unglaublich komisch machte). Nicht zu vergessen Alys’ “A Story Of Deception” selbst, Ideen über Ideen über Ideen die einen Normalsterblichen wie Meinesgleichen recht klein aussehen lassen. Aber das ist zwischen mir und anderen Künstlern ja schon immer so ein latentes Issue gewesen, wa.

Es ist eben auch eine kleine Entdeckungsreise: Charaktäre aus vielen Branchen treffen aufeinander und geben ein interessantes, hetereogenes Bild ab, dass man so im Alltag nicht zu Gesicht bekommt. Print, Online, Deutsch, Amerikanisch, Unternehmer, Künstler, Kuratoren und Manager — ach ja, und die Profiblogger natürlich – sitzen beim Lunch und unterhalten sich über die Zukunft von privaten Kunsthäusern, über die Unterschiede zwischen deutschem und amerikanischen Sponsoring und natürlich Blogging und “echtem Journalismus”. Aber wir merken alle auch, dass wir uns trotz der Diversität ähnlich sind, dass wirklich jeder einzelne am Tisch Lust auf große Dinge hat, dass solche Momente und Kräfte wie zwischen VW und dem MoMa eben auch schon an kleinen Tischen passieren. Das ist viel mehr wert als die Skyline Manhattans bei Nacht, und ich sage euch, die ist echt nicht schlecht. Und gerade verliebe ich mich auch ein bisschen in die amerikanische Art, Dinge erst mal im positiven, visionärem Blick zu sehen. Sicherlich ist Kritik wichtig und gerade in der Wirtschaft und Politik angemessen, aber Deutsche timen meist sehr schlecht. Abwarten und gucken, wie die Dinge sich entwickeln – kritisieren kann man immer noch, aber ausbremsen kann unverzeihlich sein.

Und ansonsten? Shoppen, Sightseeing, von den Eindrücken inspirieren lassen, öfter Mal Schelle verteilen und ab morgen wieder Air Max tragen. Heute Abend wird noch aufgemotzt, um der Aftershow-Party beizuwohnen, wo einige bekannte Gesichter erwartet werden (vornehmlich mein eigenes). Ich werde über den Roten Teppich über meine Hacken stolpern und dafür sorgen, dass ungemein lustige YouTube Videos entstehen. Stay Tuned und checkt ab was die anderen zu vermelden haben: McWinkel, Jeriko, i-ref, LesMads, WeLikeThat, Castor&Pollux

 

3 comments in “Das MoMa und das Auto”

  1. JeriC says:


    Oh Mann, du bist echt eine verdammt coole Sau. viel Spaß (Wenn du noch da bist)!

  2. Franzi says:


    Ihr seid beneidenswerte Arschlöcher, Deutschland hasst euch, wie gesagt, aber ich find´s saucool, und hoffe ihr habt/hattet eine tolle Zeit. :)

  3. New York 2: VW Partnerschaft mit dem Museum of Modern Art (MoMA) und MoMA PS1 > Design und so, Diary, Gossip, Illustrationen, Installationen, New York 2011, Sculptures, Streetstyle, urban art > moma, nyc, partnership, sponsoring, trip, volkswagen says:


    [...] Worum es eigentlich ging: Volkswagen hat zu einer Presskonferenz inklusive großer Drumherum-Veranstaltung geladen, für insgesamt wohl 170 klassische Medienvertreter und 10 Blogger. Und auch wenn es gar nicht Wolfsburg sondern vielmehr VW International war, die einluden – es handelte sich ausschließlich um deutsche Blogger, nämlich Isa & Norman von i-ref, Sara aka dragstripgirl, Jessi von Lesmads (welche Ihr vielleicht letzte Woche bei TV total gesehen habt?!), Nike von Jane Wayne, Monja von ignant, Jeriko, Flo von welikethat, Mathias von Castor & Pollux und naja, MC Winkel. Thema: VW hat das wirtschaflich recht intensive (genaue Zahlen wollte man nicht nennen, na klar geht es um Millionen) Sponsoring des Museum of Modern Art (MoMA) und eines eher zeitgenössischeren Ablegers, das MoMA PS1, bekanntgegeben. Das Projekt ist für einen längeren Zeitraum geplant, nennt sich “International Discovery” und soll internationale Ausstellungen fördern, die sich mit sozial- und umweltkritischen Themen beschäftigt. Hier ein Bild der Herren Hans-Dieter Pötsch, Glenn D. Lowry, Martin Winterkorn und Klaus Biesenbach bei der PK, weitere Bilder bei Sara. [...]

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