"Girl gone wide."


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Mit dem Risiko, wahrscheinlich die einzige Frau der Blogosphäre zu sein, die Rapmusik in all ihren Facetten wahrscheinlich als Lieblingsgenre beanspruchen kann (mal unabhängig von der generellen Musikflexibilität, die ich unterstütze): jetzt ein Thema, was eher ungewöhnlich ist. Nämlich weiße Typen.

Weißer Rap stresst mich. Eminem, meh, ja. Irgendwie… okay, aber nicht wirklich. Und Asher Roth? Das ist doch Uncle Cracker für Magersüchtige. Wir müssen hier wieder ein bisschen Qualität ins Geschäft bringen. Da Deutschland leider immer noch nichts bringt (Kool Savas ist tot, Bushido ist ein Vollspast (sexy, zugegeben, aber ein Vollspast) und der Rest macht Emo), muss der andere Teil des unbewanderten Planeten Erde nach Talenten durchgeforstet werden. Listen up:

Machine Gun Kelly – Chip Off The Block

Alter. Der Typ ist zwölf und sieht aus wie Avril Lavigne. Konkurrenzloser Flow, sowas hab ich lang nicht mehr gehört. Wie können vierzig Kilo so eine Stimme rauspressen? Und hier ist auch der Knackpunkt: während sich Em und Ash so anhören wie im Stimmbruch, ist der einfach unglaublich sexy, dieses halbe Hemd. Wenn ihr heute einen Track hört ist es dieser hier. Ignoriert das Amateurvideo. Ignoriert die Mittelfinger. Weiße Jungs bringen’s nicht? Oh yeah.

Download – Chip Off The Block

The Grouch & Eligh – Boom ft. Slug

Boom ist wohl ein ziemlich angebrachtes Wort wenn es um The Grouch & Eligh geht. Was, kennt ihr nicht? Macht nichts, beim ersten Mal macht der Beat nämlich am meisten Spaß (was wohl größenteils daran liegt, dass er vom beatgenie Amplive produziert wurde). Das Feature von Slug ist natürlich auch ein Killer- und damit kommen wir auch zu unserem nächsten Kandidaten…

Download – “Boom

Atmosphere – Trying To Find A Balance

Atmosphere waren eigentlich mal drei, mittlerweile sind es nur noch zwei und eigentlich kennt man von denen nur noch einen, nämlich Slug (datt is der, der rappt). Die Emo-Platte “God Loves Ugly” hat mich in meiner bedeutendsten Zeit als Hip Hop Fan geprägt, nämlich als es plötzlich nur noch cool war, Techno und Elektro zu hören. Hätte ich damals Atmosphere nicht gefunden, wer weiß, in welchen Charts-Reihen ich mich verloren hätte (Bravo Hits, wahrscheinlich). Trying To Find A Balance ist mit Sicherheit mein liebster Track. Die Lyrics hauen um, die Aggressionen sind ehrlich (meine jedenfalls). Leider kein Video, keine Ahnung ob das an YouTube liegt oder ob es nie eines dazu gab, aber es ist trotzdem hörenswert. Jetzt müssen wir nur noch hoffen, dass er diesen komischen Bartpimmel loswird, dann darf Slug wieder auf den No. 1 Spot (übrigens ist Slug eigentlich halbweiß, viertelschwarz und viertelindianer. Ich seh da keinen Unterschied, der Typ ist weiß für mich).

Aesop Rock – Coffee ft. John Darnielle

Ah, ein Klassiker. Sehr exzentrisch, sehr mellow auch, mit einem immerwährenden Touch von Old-School. Dabei ist vor allem sein sprachliches Handwerk auffallend. Jeder Song geprägt von Themenfeldern und Metaphern und düsteren Atmosphären. Es hat ziemlich lange gedauert, bis ich Aesop Rock gut fand, aber man muss ihm eine Chance geben. Seit Tony Hawk’s Pro 4, der “Labor” im Soundtrack hatte, flutscht es bei mir aber auch runter wie Butter. Coffee sei mal als halb-poppiger Einstieg mit fettem Video gedacht.

Mickey Avalon – Fucking Em All

Mickey Avalon, alter. Der war doch mit fünf Jahren schon auf Koks. Der ist genauso ausgemergelt wie sein flow, aber sehr unterhaltsam. Und oh man ist der hässlich. Und oh man ist der… metrogothic. Wenn man nich genau hinguckt, ist er nur eine Frau. Aber das ist alles so bizarr, dass man’s einfach gut finden muss.

The Lonely Island – I’m On A Boat

Auch eher auf der unernsten Seite des Lebens, und ich glaube hier kann man eigentlich nicht über Flows oder sonstirgendwas reden. The Lonely Island ist eine vollkommene Satire auf die Hip Hop Poserei. Und ein bisschen auch auf Autotune. Ich liebe es. Look at me. I’m on a boat. Now look again. I’m on a horse.

Sage Francis – The Best Of Times

Sage Francis ist der Beweis dafür, dass Rap eine moderne Kunst ist, die auch Anspruch auf mehr als nur Money & Bitches erheben kann. Francis ist kein Rapper im ursprünglichen Sinne, sondern ein Poet, jemand, den man eigentlich mit Gitarre erwartet, ein Justin Vernon vielleicht. Jetzt ist er der Justin Vernon des Hip Hop, mit einem tiefgehenden Flow, mit Worten, die man nicht vergisst, die einen niemals unberührt lassen. Es ist wunderschön.

Beastie Boys – Sabotage

Und dazu gibt’s wohl gar nichts mehr zu sagen.

by yeahs in Musik


Comments

9 Comments

  1. May 28, 2010

    Demnächst zeige ich dir, dass es guten deutschen Rap gibt ;)

    Abseits davon, yeah, ist weniger geworden. Wenn man mit dt. Rap was anfangen kann, dann geht das über Torch, R.A.G., Creutzfeld & Jakob, ABS, die frühen Snaga-Sachen, Pillath vor Snaga&Pillath. Aktuell, V-Mann (!), ein wenig Morlokk Dilemma. Dir müsste doch “Marsimoto” gefallen?

  2. May 28, 2010

    Eine andere Ära, aber nicht minder schlecht:
    Cypress Hill – The Phunky Feel One
    House Of Pain – Jump Around

  3. May 28, 2010

    @Jeriko: Lyrics Born, krasser Kerl! Leider war sein Livegig damals nicht so gut.
    Aber wenn wir über US-Rap sprechen, dann ist die Liste ohnehin nahezu unendlich. Necro, Apathy, 7L & Esoteric und, wie von S genannt, Atmosphere.

  4. May 28, 2010

    spricht mir komplett aus dem herzen, der post!

    thx!

  5. May 29, 2010

    Machine Gun Kelly find ich spitze.

    Zu dt. Rap: der Nate57 aus St.Pauli hat grad ein ziemlichen Hype – zu Recht wie ich finde
    Nate57 – Blaulicht

    Ansonsten ist unter den vielen deutschen Rappern der Morlockk Dilemma auch immer einen Blick wert
    Morlockk Dilemma  – Der Eiserne Besen Trailer

  6. Ben #
    May 31, 2010

    wie halt wirklich niemand was zu beastie boys sagt ;)

  7. Most Inc #
    May 31, 2010

    Brother Ali, Evidence, Krodon (sind albinos weiß?), Classified, R.A. – The Ruggedman

  8. June 2, 2010

    I ♡ Rap Too and quite possibly I just feel in love with you.

    miau.
    ps. Sage Francis live kills, every time.

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