Wenn ich mir anschaue, was ich so für Posts vor genau einem Jahr auf DragstripGirl veröffentlicht habe, dann frage ich mich ja schon ein bisschen, wieso ich hier mittlerweile mehr Leser habe als damals. Nicht, dass ich damals qualitativ anspruchsvollere Texte gebracht hätte, aber immerhin war es abwechslungsreicher (und hat viel mehr dem Zeitgeist entsprochen). Heute findet man hier hauptsächlich persönliche Anekdoten und pseudo-erwachsene Weisheiten die sich alle nur um mein Leben drehen. Klar, ist ja auch ein Tagebuch, so ein Blog; aber ich erzähle euch ja nicht mal, was ich den ganzen Tag eigentlich mache.

Ich beschwere mich nicht, ich finde es ja toll, dass so viele Menschen anscheinend Lust haben, daran teilzunehmen (so oft ich auch selber gerne nicht daran teilnehmen würde). Aber ich stehe gerade vor einem Problem, das mit dem Schreiben zusammenhängt, und jetzt brauche ich mal die Hilfe von den Menschen, die hier schon öfter mitgelesen haben (vom Rest natürlich auch). Und zwar schreibe ich gerade spaßeshalber eine etwas längere Geschichte. Sie geistert mir seid Monaten schon im Hirn, aber nie hatte ich die Zeit, sie wirklich auszuformulieren. Nun bin ich fast fertig, will sie aber wieder komplett verwerfen, weil sie mir stilstisch (nicht inhaltlich) überhaupt nicht gefällt. Ich langweile mich selber an meinem eigenen Stil, kann aber nicht wirklich identifizieren, was ihn ausmacht.

In vollem Wissen darüber, dass ihr natürlich nicht alle Sprach- und Literaturkritiker sein könnt, brauche ich eben einen kurzen Arschtritt. Was fällt euch an meinem Schreibstil auf, was euch überhaupt nicht gefällt, was euch sehr gut gefällt, was man besser machen könnte? Das können auch so Sachen wie “zu viele Kommas, zu viele Fremdwörter, hör auf zu fluchen” sein. Wenn euch was aufgefallen ist, wäre ich euch sehr dankbar. Und Bonuspunkte, wenn ihr mir sagen könnt, ob es eine Entwicklung gab.. also ob ich letztes Jahr auch stilistisch und nicht nur inhaltlich anders geschrieben habe.

(Ihr dürft mich ausnahmsweise auch mal inhaltlich zerreissen, aber seid nicht zu hart, meine Seele verkraftet so viel Hate nicht auf einmal) — Danke.

This article has 11 comments

  1. b+

    man s. schreib einfach.
    ich finde den stil gut. und hab die texte immer gern und immerwieder gelesen. ob reisebericht oder melancholieanfall.
    es geht nicht darum den leuten zu gefallen. sondern darum, dass sie dich und deine texte so mögen und lieben wie sie eben sind. und die härteste kritik kommt immer von sich selbst.

  2. anna

    yes. irgendwie ist es das beste, dass es wirklich einfach der tiefste urgedanke, den du aufschreibst, und nicht eben nochmal 10mal drüber weiterdenkst und kuckst ob es den leuten evtl aufstossen könnte. das ist das tolle an deinem schreibstil. deine authenzität. i like. <3 nicht soviel zweifeln, b hat recht, man selbst ist sich selbst der härteste kritiker…

  3. nekrassow

    Ich würd´s vielleicht einen Stil des Drauflegens nennen. Es beginnt mit “es ist doof” und dann legst du drauf, oder nach, oder was weiß ich(, nur besser, härter, heftiger). Das “es ist doof” wird Packen für Packen mit krassen Vergleichen und Zugaben aufgestockt. Daher vielleicht die vielen Kommas, die im Grunde nicht einen kompletten Satz aufteilen, sondern einzelne Statements trennen. Ja, vielleicht ist es eher das – ein Statement nach dem anderen und jedes könnte für sich stehen. Kein klarer Fluss, sondern ein heftiger Einschlag nach dem anderen. Ich weiß es doch auch nicht – fällt mir auch schwer das zu analysieren, wo ich´s doch einfach gut finden kann. Vielleicht ist´s schlauer jemanden zu fragen der den Stil scheiße findet und unter Umständen genau weiß warum.

  4. chris

    ganz genau wie auch schon der Raabe sagt: In der jetzigen Zeit ist es mal was Neues beim Alten zu bleiben.

    Finde den Stil so wie er ist sehr gut. Außergewöhnlich und gewagt – abseits des Mainstreams. Wieso ändern, wenn du selbst merkst, das es mehr Leser werden ?!

  5. vehtoh

    hi,

    mein erster eindruck auf deine frage war, dass du früher(TM) drastischer geschrieben hast. auch wenn immer noch f*en und k*zen vorkommt, war dein stil früher schneller und schriller (was wohlgemerkt nicht besser od. schlechter ist). ich finde deine texte mittlerweiler aufgeräumter, kann ja sein, dass dich das irritiert ;)

    vllt nützt es dir was, wenn du dir die frage beantwortest, ob du die geschichte eher literarisch oder eher biografisch erzählen willst. im ersten fall kann es schon sinnvoll sein, sich über erzählperspektive, -zeit, über eine den protagonisten entsprechende sprache und wörter u.ä. gedanken zu machen. wenn das nicht der fall ist würd ich den ersten drei kommentaren beipflichten.

  6. Thilo

    Bitte bleibe und schreibe so wie du bist und lass dich nicht von irgendwem dazu drängen das du dich ändern solltest. Was ein Verlust von Authenzität (wie schreib ich das wort ?!) bedeutet siehst du doch gerade bei Amy&Pink.

  7. N

    Ich mag Deinen Stil weil Du so echt klingst, so, als würdest Du erzählen, als würde man Dir zuhören und weiss überhaupt nicht was man sagen soll weil man selbst nicht so wortgewandt und schlagfertig ist, weil man sich die Gedanken an manchen Stellen selbst schon gemacht hat, aber noch nie drauf gekommen wäre das selbst zu formulieren. Weil man eher bloss immerNicken will und sagen “Danke” :)
    Manchmal nimmst Du einen sehr schnell mit und ich könnte mir vorstellen das Du bei einer längeren Geschichte ein bisschen drauf achten könntest das ein roter Faden durchläuft, also, das Deine zwischendurch vorkommende Gedankensprünge immer den Leser an die Hand nehmen :)
    Aber JA: schreib einfach!!!

  8. firefly

    hey,
    ich verfolge deinen blog jetzt ca. ein halbes/dreiviertel jahr. und es muss ja an deinem schreibstil liegen das ich hier hängengeblieben bin. es werden ja nicht nur die immer genialen fotos sein auf denen ich neugierig bin. dein schreibstil gefällt mir und wahrscheinlich den meisten leuten die deinen blog lesen. mir fehlt nur ab und an ein wenig mehr schwarzer humor und sarkasmus. aber der ist dir überlassen. und viele randgruppen können damit ja auch nicht umgehen. zieh dein ding durch und fuck the rest. da ich auch zu zeit noch auf findungssuche bin mit einem eigenem blog kann ich mir denken wie das ist wenn man sein ziel erreicht hat und sich im kreis dreht und/oder auf der stelle steht. leider wird unsere seite grad neu gemacht und ist im umbruch. sonst hätte ich ein wenig (schleich-)werbung gemacht um mal ein paar neu lesefreunde oder feinde zu bekommen. die adresse oben ist die alte seite. in diesem sinne:
    scheiß auf die masse und laß dich nicht von uns beeinflussen. zieh dein ding durch. und wenn du deine geschichte in den müll treten möchtest, konzentrier dich auf das nächste projekt.
    hasta luego

  9. Justus

    Hey,
    ich mag deinen Schreibstil weil er locker ist und man schnell merkt dass das was du schreibst direkt aus deinem Hirn zu kommen scheint. Ungefiltert und ungeschminkt.
    Was ich nicht mag, ist dass du manchmal ein bisschen pseudo cool schreibst. Manchmal hat man das Gefühl du tust cooler als du bist. Gerade bei deinem Urlaub hab ich das oft gelesen. Ich seh aber auch ein, dass sich das beides: locker sein und direkt aus dem Hirn schreiben und ein Pseudocoolität nicht gerade vertragen wenn dir danach ist.
    Auch wenn ich deine coole Rolle nicht so mag – ich lasse mich gerne überraschen. Denn zwischen deinen Zeilen steckt immer ein bisschen Du selbst. Uncooles du selbst. Das find ich gut.
    Grüße
    J.

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